Grund ist Armut

Stadt muss immer mehr Beerdigungen finanzieren

Grundsätzlich erfolgt bei der Sozialbestattung eine Beisetzung in der Urne (Symbolbild).
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Grundsätzlich erfolgt bei der Sozialbestattung eine Beisetzung in der Urne (Symbolbild).
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Stadt musste 2018 über 100 Beerdigungen finanzieren. Kämmerer stellt mehr Geld bereit.

Von Frank Michalczak

Die Stadt Remscheid muss immer mehr Beerdigungen finanzieren. Grund ist Armut – insbesondere im Alter, erklärt Ordnungsamtsleiter Jürgen Beckmann. „Die Zahl der Fälle ist im vergangenen Jahr auf 102 Fälle angestiegen. 2016 waren es 87 und 2017 insgesamt 89“, erklärt er mit Blick auf die sogenannten Sozialbestattungen.

Die Entwicklung hat Folgen für den städtischen Haushalt. Die Ortspolitiker müssen eine überplanmäßige Ausgabe in Höhe von 30 000 Euro genehmigen, weil die vorgesehenen Mittel nicht ausreichten – bezogen auf das vergangene Jahr. „Wir haben dieser Entwicklung Rechnung getragen und den Haushaltsansatz für 2019/2020 erhöht“, berichtet Kämmerer Sven Wiertz. 100 000 Euro stehen dann pro Jahr zur Verfügung, fast doppelt so viel Geld wie noch im Jahr 2017. „Damit haben wir einen finanziellen Puffer.“

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Sozialbestattungen werden immer dann nötig, wenn es keine Hinterbliebenen mehr gibt und keinerlei Rücklagen im Nachlass des Verstorbenen zu finden sind. Die öffentliche Hand muss dann für die letzte Ruhe aufkommen, wobei die Fallzahlen in den nächsten Jahren weiter ansteigen dürften, vermutet Ordnungsamtsleiter Jürgen Beckmann.

„Selbst Menschen, die ihr Leben lang über ein hohes Einkommen verfügten, kann dies betreffen. Dann nämlich, wenn sie über Jahre hinweg in einem Altenheim lebten und dabei auch ihr Vermögen herangezogen wurde“, berichtet der Behördenchef.

Grundsätzlich erfolgt bei einer Sozialbestattung eine Einäscherung des Leichnams. Die sterblichen Überreste würden auf jenem Friedhof in Remscheid beigesetzt, wo die Gebühren am günstigsten seien, erklärt Jürgen Beckmann: „Denn dabei gibt es immer wieder Veränderungen.“

Auf Blumenschmuck wird verzichtet

Sollte der Verstorbene eine Konfession besitzen, werden zudem die jeweiligen Kirchengemeinden eingeschaltet, die einen Gottesdienst beziehungsweise eine Messe abhalten. Blumenschmuck oder die Dienste eines Organisten werden dabei von der Stadt Remscheid nicht finanziert. „In vielen Fällen finden sich aber Freunde, Bekannte oder Nachbarn, die sich darum kümmern“, fügt der Behördenchef hinzu.

Wenn es eine Familiengrabstätte gibt, dann wird der Verstorbene an der Seite seiner Angehörigen bestattet. „Nicht nur aus finanziellen Überlegungen, sondern vor allem aus Gründen der Pietät“, betont Beckmann.

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