Ausbildung

Stadt Remscheid erhöht Zahl der Lehrstellen deutlich

Sie erleben derzeit ihre Ausbildung im Ordnungsdienst der Stadt: Nina Patschkowski, Gökalp Sönmezcicek und Lorena Heilmann. Fotos: Roland Keusch
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Sie erleben derzeit ihre Ausbildung im Ordnungsdienst der Stadt: Nina Patschkowski, Gökalp Sönmezcicek und Lorena Heilmann.
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Aktuell werden bei der Stadt Remscheid noch Brandmeisteranwärter gesucht.

Remscheid. Beim Kampf gegen den Fachkräftemangel setzt die Remscheider Stadtverwaltung verstärkt auf die eigene Nachwuchsförderung: 40 Lehrstellen will das Rathaus im Spätsommer besetzen. „Das sind etwa doppelt so viele als noch vor einigen Jahren“, berichtet Lars Fischer, der bei der Verwaltung als Ausbildungsleiter arbeitet.

Das Spektrum der Betätigungsfelder ist breitgefächert und umfasst bis zu 30 Berufe. „Das reicht vom Verwaltungsfachangestellten bis zum Forstwirt, von der Fachkraft für Abwassertechnik bis zum Dualen Studiengang“, listet Fischer auf. Dabei gebe es Jahr für Jahr „Selbstläufer“, bei denen die Zahl der Bewerber größer sei als die Zahl der angebotenen Posten. Ein Beispiel sei die Stellenbeschreibung Soziale Arbeit. „Da können wir immer wieder aus dem Vollen schöpfen“, berichtet der Ausbildungsleiter.

„Die allermeisten Stellen sind für 2021 besetzt.“

Ausbildungsleiter Lars Fischer

Schwieriger sei die Kandidatensuche bei einzelnen Berufsbildern, die bei den Technischen Betrieben oder auch der Feuerwehr angesiedelt sind. Für den Beruf des Straßenbauers wünsche er sich mehr geeignete Interessenten, sagt der Ausbildungsleiter: „Oder auch bei den Brandmeisteranwärtern. Hier suchen wir aktuell noch Bewerber. Die allermeisten Stellen sind aber für 2021 besetzt“, fügt Fischer hinzu.

Im Ordnungsamt kümmern sich Nadine Richelshagen und Horst Schwarzweller um die Azubis.

Zuweilen waren dafür aber mehrere Runden nötig – etwa beim Kommunalen Ordnungsdienst (KOD), bei dem zwei Ausbildungsstellen zu vergeben sind. Nachdem in der ersten Bewerbungsphase die Nachfrage eher gering ausfiel, meldeten sich zuletzt 33 Kandidaten, die beim KOD beginnen wollen. Sie erhalten über die Lehrzeit hinaus die Perspektive, festes Teammitglied beim Ordnungsdienst zu werden.

Denn: Sechs zusätzliche Stellen werden bis 2023 in der Abteilung geschaffen – auch um den Erwartungen und dem Sicherheitsempfinden der Remscheider Bevölkerung Rechnung zu tragen, wie Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke immer wieder anführt. Sie sieht einen „Wunsch nach mehr Präsenz des KOD“ in der Öffentlichkeit.

Nicht nur in diesem Zusammenhang müsse sich die Stadtverwaltung immer neuen Anforderungen bei der Personalplanung stellen, erklärt Lars Fischer. Ein anderes Beispiel dafür ist die Suche nach Personal für die städtischen Kindergärten, die den wachsenden Betreuungsbedarf abdecken müssen. Die Zahl der Ausbildungsstellen steigt in diesem Bereich von 8 auf 16 an.

Wie wichtig es ist, diese und andere junge Menschen langfristig an den Arbeitgeber Stadtverwaltung zu binden, unterstreicht Personalchef Jörg Biermann – nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass zahlreiche Kollegen in den kommenden Jahren den Ruhestand erreichen. „Auch deshalb bieten wir individuelle Karriereplanung an.“ Dazu trägt die weitergehende Qualifikation über die Ausbildung hinaus bei, wenn dies von den Mitarbeitern gewünscht beziehungsweise von den Vorgesetzten empfohlen wird. „Dabei kommen unter anderem ein berufsbegleitendes Studium oder zusätzliche Lehrgänge infrage“, sagt Biermann, der insgesamt 2300 Mitarbeiter bei der Verwaltung zählt – inklusive der Technischen Betriebe. 260 Stellen seien im vergangenen Jahrzehnt abgebaut worden. Andere kamen dazu – unter anderem durch die Übernahme der Flüchtlingsbetreuung, um die sich bis 2019 der Verein BAF kümmerte. Rund 100 Mitarbeiter wechselten damals zur Verwaltung. | Standpunkt

Ausbildung

Weitere Informationen über die Ausbildung bei der Remscheider Verwaltung gibt es auf der städtischen Internet-Seite. Auf der rechten Seite befindet sich dazu die Rubrik Stadt als Arbeitgeber. Dort werden neben den Ansprechpartnern auch sonstige Stellenausschreibungen aufgelistet.

www.remscheid.de

Standpunkt

frank.michalczak@rga.de

Ein Kommentar von Frank Michalczak

In Zeiten der städtischen Finanzkrise wurden Hunderte Stellen bei der Stadtverwaltung abgebaut. Es galt seit 2010, Personalkosten zu sparen. Die Folgen sind spürbar: Weniger Service, lange Wartezeiten auf einen Termin im Ämterhaus oder bei den Baugenehmigungen lassen sich hierfür als Beispiele anführen. Dass freiwerdende Stellen nicht mehr automatisch besetzt wurden, führte auch dazu, dass dem Rathaus junge Mitarbeiter verloren gingen. Und: Viele Kollegen, die blieben, stehen in den nächsten Jahren vor dem Eintritt in den Ruhestand. Daher ist es höchste Zeit, dass die Verwaltung darauf setzt, die Zahl der Ausbildungsstellen zu erhöhen. Diejenigen, die nun bei der Stadt anfangen, haben auch wieder die sichere Perspektive, nach der Lehrzeit übernommen zu werden – etwa beim Kommunalen Ordnungsdienst. Zudem ist klar, dass der personelle Aderlass ein Ende finden muss. Ansonsten gerät die Verwaltung in die Gefahr, ihre Aufgaben nicht mehr wahrnehmen zu können. Die Konsequenzen würden dann weit über den bereits beklagenswerten Serviceverlust hinaus reichen.

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