Wegen Corona-Krise

Stadt prüft, Schlossumbau zu schieben

Nach der Sanierung von Besucherzentrums in der alten Schule, Grabentorhaus und Bergfried sind jetzt noch Arbeiten an Hauptgebäude, Kapelle, Burgtor und Zwingertor geplant. Diese sollen aber auf Wunsch von Schlossbauverein und Gastronomen verschoben werden. Archivfoto. Uli Preuss
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Nach der Sanierung von Besucherzentrums in der alten Schule, Grabentorhaus und Bergfried sind jetzt noch Arbeiten an Hauptgebäude, Kapelle, Burgtor und Zwingertor geplant. Diese sollen aber auf Wunsch von Schlossbauverein und Gastronomen verschoben werden.

Betreiberverein und Gastronomen wollen 2021 nutzen, um ein finanzielles Polster zu schaffen.

Von Andreas Tews

Die Corona-Krise hat spürbare Folgen für den Schlossbauverein und die Betriebe, die auf Schloss Burg ihr Geld verdienen. Darum bitten die Protagonisten die Stadt Solingen, die für 2021 geplanten Sanierungsarbeiten am Hauptgebäude (Palas) um ein Jahr zu verschieben. So wäre es möglich, dass sich Schlossbauverein und Gastronomen vor der zweieinhalbjährigen Sanierung ein finanzielles Polster schaffen. Bei der Stadt sichert man eine Prüfung zu.

Von März bis Dezember waren laut Paul Clemens, Geschäftsführer der Schloss-Burg-Gastronomie, alle Samstage mit Veranstaltungen oder Feiern ausgebucht. „Wir waren am Höhepunkt“, berichtet er und spricht von einer Auslastung von 85 Prozent. Dann sei die Corona-Krise gekommen und habe diese Entwicklung gestoppt.

Dies tut weh, weil sich Schlossbauverein und Gastronomie 2020 finanziell für die kommenden Jahre rüsten wollten. Für die Zeit der Sanierung befürchten sie Umsatzeinbußen. Doch statt 2020 ein Polster zu schaffen, hätten die Protagonisten mit Einbrüchen zu kämpfen. Wenn die weitere Sanierung tatsächlich 2021 komme, geraten die Organisatoren laut Gregor Ahlmann, Direktor des Museums auf Schloss Burg, von einer Durststrecke in die nächste.

Er bestätigt, dass der Schlossbauverein die Stadt darum gebeten habe, eine Verschiebung der aufwendigen Arbeiten an dem historischen Gemäuer zu prüfen. Dies bezieht er auf die Hauptarbeiten am und im Palas. Bei kleineren Arbeiten, so der Vorschlag von Schlossbauverein und Betrieben, könne man durchaus im Zeitplan bleiben. Ahlmann ist bewusst, dass eine Verschiebung nicht leicht umzusetzen wäre. „Allen ist klar: Dies wäre keine leichte Operation.“ Solingens Stadtdirektor Hartmut Hoferichter schließt ein solches Vorgehen nicht aus und sagt zu, es zu prüfen.

Der Bau- und Planungsdezernent kann aber keine Einschätzung abgeben, ob ein späterer Umbau des Hauptgebäudes tatsächlich zu bewerkstelligen sei. Nach seinen Worten seien viele Faktoren zu beachten. Zum einen werde die 32,5-Millionen-Euro-Sanierung von drei verschiedenen Ebenen mit Zuschüssen unterstützt: dem Bund, dem Land NRW und den drei Städten Solingen, Remscheid und Wuppertal als Eigentümerinnen. Vor allem der Bund und das Land haben Vorgaben für die Umsetzung gemacht und Fristen gesetzt.

Zum anderen gibt Hoferichter zu bedenken, dass die Bauabläufe – die Sanierung des Palas’ ist nur ein Teil der langjährigen Arbeiten auf Schloss Burg (» Kasten) – im Zeitplan aufeinander abgestimmt worden seien. Damit diese Abfolgen funktionieren, sei eine gewisse Reihenfolge einzuhalten.

Erschwerend komme hinzu, dass von dem Zeitplan Ausschreibungen und bestehende Verträge mit Planern abhängen. Insgesamt geht Hoferichter davon aus, dass die weiteren Arbeiten ganz oder gar nicht verschoben werden müssten. Den Palas als Einzelprojekt zu schieben, hält er nicht für umsetzbar.

Hoferichter spricht bei der anstehenden Prüfung von einem „komplexen Thema“. Bei allem Verständnis für den Schlossverein und die Betriebe macht er deutlich: „Das Gesamtprojekt darf nicht gefährdet werden.“ Auch Ahlmann rechnet nicht mit schnellen Ergebnissen der Prüfung. „Das wird dauern.“

Die Sanierung von Schloss Burg läuft seit 2016 und erfolgt in mehreren Abschnitten. Abgeschlossen sind die Arbeiten in der alten Schule, in der sich das Besucherzentrum befindet, am Bergfried und am Grabentorhaus. Weitere Arbeiten sind noch am Hauptgebäude, an der Kapelle sowie an Burgtor und Zwingertor geplant.

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