Handlungskonzept Sicherheit und Ordnung

Stadt Remscheid möchte KOD weiter stärken

Bei seinen Streifen setzt der KOD unter anderem E-Bikes ein, auch Uniformen und eigene Fahrzeuge sind längst selbstverständlich. Nun könnte der Ordnungsdienst weiter aufgerüstet werden, zum Beispiel mit einem Diensthund. Archivfoto: Roland Keusch
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Bei seinen Streifen setzt der KOD unter anderem E-Bikes ein, auch Uniformen und eigene Fahrzeuge sind längst selbstverständlich. Nun könnte der Ordnungsdienst weiter aufgerüstet werden, zum Beispiel mit einem Diensthund.

Viele Bürger wünschen sich, dass der Kommunale Ordnungsdienst mehr Präsenz zeigt.

  • Das Handlungskonzept Sicherheit und Ordnung wird in die politischen Gremien eingebracht.
  • Auch einen Diensthund sieht das Konzept vor.
  • KOD stehe nicht in Konkurrenz zur Polizei, sagt KOD-Leiter Daniel Pfordt.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Wie viel KOD will Remscheid? Und wie viel KOD braucht Remscheid? Im Rahmen des Handlungskonzepts Sicherheit und Ordnung, das in diesen Tagen in die politischen Gremien der Stadt eingebracht wird, kommt dem Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) eine besondere Rolle zu. Die städtische Behörde soll, so wünschen es sich viele Bürger, mehr Präsenz zeigen und besser ansprechbar sein, um die Sicherheit in der Stadt zu erhöhen – die objektive wie die subjektiv wahrgenommene.

Eine Aufgabe, für die Daniel Pfordt, Leiter des KOD, seine Abteilung gut gerüstet sieht: „Wir sind in den letzten fünf, sechs Jahren zu einer professionellen Einheit geworden“, sagt er. Das zeige sich unter anderem nach außen durch das einheitliche Auftreten. Und nach innen durch die zahlreichen Schulungen, mit denen die Mitarbeiter auf ihre Aufgaben vorbereitet werden. Auch ein Verdienst von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz, wie Pfordt sagt: „Der OB hatte ein gutes Händchen, den KOD zur richtigen Zeit zu stärken.“

Nun sollen aber die nächsten Schritte gemacht werden. Oder beibehalten werden, so wie bei der Leitstelle, die am Beginn der Coronazeit quasi über Nacht aus dem Boden gestampft wurde. „Die einzurichten, das hatte ich mir ohnehin für dieses Jahr vorgenommen“, sagt Daniel Pfordt. „Ich hatte nur nicht gedacht, dass ich das an einem Tag machen muss.“ Aus dem Provisorium, so sieht es das Handlungskonzept vor, soll nun eine feste Einrichtung werden, auch um den Bürgern als Schnittstelle zum KOD zu dienen.

„Wir sind nicht die Polizei und wollen es auch nicht werden.“

Daniel Pfordt über den KOD

Auch einen Diensthund sieht das Konzept vor, der ab 2021 mit auf Streife gehen soll. „Ein Kollege ist im Diensthundesport aktiv“, berichtet Pfordt. So sei man auf die Idee gekommen. Bevor das Tier seinen Dienst antritt, seien aber noch weitere Schulungen und eine Prüfung bei der Polizeihundestaffel notwendig. „Das stand wegen Corona zuletzt ein wenig hinten an.“

Remscheid: Rund 45 Mitarbeiter hat der Kommunale Ordnungsdienst

All das stehe in keinerlei Konkurrenz zur Polizei, betont Daniel Pfordt: „Wir sind nicht die Polizei und wollen es auch gar nicht werden.“ Vielmehr habe jede Behörde ihre eigenen Aufgaben – darunter auch solche, die eigentlich schon immer bei der Kommune gelegen hätten, die Polizei aber mangels Alternativen übernommen habe, Ruhestörungen zum Beispiel.

Inzwischen stehe der KOD aber fünf Tage die Woche und eingeschränkt auch am Samstag für solche Aufgaben zur Verfügung, sagt Pfordt. Auch regelmäßige Streifen seien längst obligatorisch. Zudem werde die Nummer der Leitstelle, die Tel. 16 90 00, sehr gut von der Bevölkerung angenommen.

Sei noch mehr gewünscht, eine längere Erreichbarkeit nachts oder Einsätze am Wochenende und an bestimmten Feiertagen, müsse der KOD entsprechend ausgestattet werden, auch personell. „Wir nehmen das gerne wahr. Aber wenn wir es wahrnehmen, dann mit der richtigen Ausstattung.“

Rund 45 Mitarbeiter habe seine Abteilung derzeit, berichtet Pfordt, inklusive der Verkehrsüberwachung. In einem ersten Schritt habe die Verwaltung für die Politik ermittelt, was damit möglich ist. Über eine mögliche Aufstockung hätte dann der Stadtrat zu entscheiden.

Dass manchen die Entwicklung des KOD zu schnell gehen könnte, glaubt deren Leiter nicht. „Warum sollte man da Sorgen haben?“, fragt er. „Das würde ja bedeuten, dass man der Ordnungsbehörde misstraut.“ Auch die erweiterte Ausrüstung mit Schutzweste und demnächst Diensthund sei eine sinnvolle Entwicklung, sagt Pfordt. „Wer glaubt, dass das übertrieben ist, den lade ich ein, mal mit mir zusammen um 23 Uhr in eine fremde Wohnung zu gehen, um den alkoholisierten Bewohnern zu sagen, dass sie die Musik leiser drehen sollen.“

Hintergrund

Der KOD nimmt Aufgaben der Gefahrenabwehr wahr und kümmert sich dabei um Themen wie Ruhestörungen, Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz, Trinkgelage und aggressives Betteln. Dabei darf er auch Personalien feststellen, Personen durchsuchen, Platzverweise aussprechen und Menschen in Gewahrsam nehmen.

Daniel Pfordt, Leiter des Kommunalen Ordnungsdienstes, spricht im Interview über Teamgeist, Verstöße und Ermessensspielraum seiner Mitarbeiter.

Mehr als 120 Kontrollen hat der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) seit Februar im Parkhaus am Hauptbahnhof durchgeführt. „Der KOD ist dort hochaktiv“, betonte Ordnungsamtsleiter Jürgen Beckmann.

Die Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) gehen seit vergangenem Jahr auch mit zwei Pedelecs auf Streife. Sie sollen die Präsenz der Ordnungskräfte an Orten erhöhen, wo diese schlecht mit dem Auto hinkommen.

Standpunkt: Uniform und Information

sven.schlickowey@rga-online.de

Von Sven Schlickowey

Der im Workshop erarbeitete Bürgerwunsch ist klar: Viele Menschen wünschen sich eine verstärkte Präsenz von Ordnungskräften in der Stadt, auch des Kommunalen Ordnungsdienstes. Mit dessen Auf- und Ausbau holt sich die Stadt zum Teil Aufgaben zurück, die eigentlich schon immer bei ihr lagen, und entlastet so auch die Polizei. Vielen Menschen dürften sich zudem wohler dabei fühlen, bei bestimmten Anliegen städtische Mitarbeiter, statt die Polizei anzurufen. 

Es entsteht aber auch eine neue Situation für die Bürger. Der Umgang mit der Polizei ist seit Jahren erprobt, Ordnungsdienste wie der KOD sind ein eher neues Phänomen. Wer ist das, der da in Dunkelblau auf Streife geht? Wie wurden die Mitarbeiter ausgebildet? Welche Befugnisse haben sie? Und welche Aufgaben? Neben Uniformen, Fahrzeugen und dem geplanten Diensthund sollte die Stadt auch in die Information der Bevölkerung investieren, um Missverständnissen und Vorurteilen vorzubeugen. Das wäre sicherlich für Bürger wie für KOD-Mitarbeiter eine gute Investition.

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