Alt-Remscheid

Stadt lehnt Sitzbänke vor Teo Otto Theater ab

Das Teo Otto Theater steht unter Denkmalschutz. Veränderungen rund um das Gebäude sind deshalb schwierig.

Kulturausschuss fordert mehr Aufenthaltsqualität vor dem denkmalgeschützten Gebäude.

Von Andreas Weber

Die Stadtverwaltung lehnt Sitzbänke vor dem Eingang zum Teo Otto Theater ab. Denkmalpflege, mögliche Feuerwehr-Rettungseinsätze und die Anfahrt für Taxis stünden dem entgegen, heißt es einer Vorlage für den Kulturausschuss.

Da das Theater denkmalgeschützt sei und auch der Vorplatz mit seinem 50er-Jahre-Erscheinungsbild, bei dem sich sogar die Pflasterung an der Stil vor 60 Jahren anlehne, dürfe das „frontale Erscheinungsbild nicht gefährdet werden“, urteilt die Stadt. Deshalb seien abknickbare Fahnenmasthülsen eingebaut worden, um das Originalerscheinungsbild der Fassade nicht zu gefährden.

Auch die Feuerwehr dürfe im Ernstfall bei Rettungen und Evakuierungen nicht zugestellt oder behindert werden. Außerdem sei der Vorplatz als Stellfläche für Taxis ausgewiesen. Nach den Vorstellungen fahren die Theater-Taxen (Sammeltaxen) direkt vor den Eingang und werden vorwiegend von älteren Theaterbesuchern in Anspruch genommen.

Mit der städtischen Stellungnahme gaben sich die Kulturpolitiker bei ihrer Sitzung im Röntgen-Museum nicht zufrieden. Inge Brenning (SPD) zeigte sich enttäuscht und fand, dass „die Antwort am Thema vorbeigehe“. Beatrice Schlieper (Grüne) pflichtete bei: „Der Eingang vor dem Teo Otto Theater könnte mehr Aufenthaltsqualität vertragen. So viel haben wir schließlich nicht davon in der Stadt.“

Die ablehnende Begründung der Stadt empfand Schlieper als „dahingehuscht und lapidar“. Dem widersprach Ausschussvorsitzender Karl-Heinz Humpert (CDU) energisch: „Die Verwaltung hat eine vernünftige Vorlage erstellt.“

Volker Leitzbach regt Überprüfung und einen Vor-Ort-Termin an

Als Kompromiss regte Humpert an, an anderer Stelle zwischen Theater und Allee-Center Sitzgelegenheiten zu platzieren. Mit dieser Idee konnte sich auch Stadtdirektor Sven Wiertz anfreunden, der explizit darauf hinwies, dass das Vorfeld des Theaters Bestandteil des Denkmalensembles sei. Der Vorschlag von Volker Leitzbach (SPD), vor Ort noch einmal eine Überprüfung vorzunehmen, wurde von Wiertz angenommen.

Dass sich die finanziellen Mittel für Ruhebänke vielleicht über Sponsoren darstellen ließen, wie es Beatrice Schlieper in den Raum warf, hielt Sven Wiertz für unwahrscheinlich: „Die Sponsoring-Möglichkeiten in unserer Stadt sind endlich.“

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