Pandemie

Stadt: Homeoffice verändert Arbeitswelt

Arbeiten von zu Hause ist auch bei vielen Remscheider Arbeitgebern längst zum Alltag geworden. Symbolbild: Christian Beier
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Arbeiten von zu Hause ist auch bei vielen Remscheider Arbeitgebern längst zum Alltag geworden.
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Im Rathaus arbeiten 580 Mitarbeiter von zu Hause aus – Auch Sparkasse, Volksbank und Polizei intensivieren Angebot.

Von Andreas Weber, Sven Schlickowey und Frank Michalczak

Remscheid. Vergangene Woche appellierten Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam mit den Ministerpräsidenten, wenn möglich von zu Hause zu arbeiten. Wann immer es geht, soll wegen der Pandemie Homeoffice möglich sein, um Kontakte und somit Ansteckungsgefahren zu reduzieren. Viele Arbeitgeber, auch in Remscheid, bieten ihren Mitarbeitern diese Möglichkeit inzwischen.

In der Remscheider Stadtverwaltung nutzen dies 580 von 1200 Mitarbeitern, für die Homeoffice in Frage kommt, berichtet Personalchef Jörg Biermann. Er sieht dabei einen steigenden Trend. „Vor der Pandemie, im Januar 2019, hatten sich 91 Kollegen für die Tele-Arbeit entschieden. Beim ersten Lockdown, im April 2020, waren es 280. Jetzt sind es mehr als doppelt so viele.“

„Es gibt viele Kollegen, die die neue Flexibilität schätzen.“
Thomas Wingenbach, Sparkasse

Biermann rechnet damit, dass sich die Arbeitswelt bei der Stadtverwaltung durch dieses Angebot nachhaltig verändern wird. „Dadurch wird in vielen Fällen die Vereinbarkeit von Familie und den Beruf gestärkt. Wir haben schon 2015, also fünf Jahre vor der Pandemie, Tele-Arbeit ermöglicht.“ Und in den allermeisten Fällen funktioniere die Technik. Hindernisse gebe es jedoch, wenn bei den individuellen Aufgabengebieten Datenschutzbelange berührt würden oder Spezialsoftware im Einsatz sei.

Zudem gibt es natürlich auch Tätigkeiten, die nicht aus dem heimischen Büro möglich sind. „Ein Geldautomat beispielsweise lässt sich nicht aus dem Homeoffice befüllen, eine Filiale nicht von zu Hause aus betreiben“, betont Kristina Hellwig, Pressesprecherin der Volksbank im Bergischen Land. Deswegen seien bei dem genossenschaftlichen Institut nach wie vor viele Kollegen in den Niederlassungen vor Ort im Einsatz.

Rund ein Drittel der 350 Mitarbeiter würden derzeit mobil von zu Hause arbeiten, berichtet Hellwig: „Das war schon im Frühjahr so, über die Sommermonate ist die Inanspruchnahme dieser Möglichkeit etwas zurückgegangen und jüngst wieder gestiegen.“ Einige seien dauerhaft im Homeoffice, andere tauschten regelmäßig mit Kollegen vor Ort, das hänge von den Umständen und dem Aufgabengebiet ab. Eines gelte aber bei allen: „Es klappt gut.“

Auch bei der Stadtsparkasse, wie Pressesprecher Thomas Wingenbach sagt. Wie die Volksbank konnte die Sparkasse auf Erfahrungen vor Corona zurückgreifen: „Wir haben bereits vor Beginn der Pandemie einen Teil unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für das mobile Arbeiten ausgestattet. Das kam uns zugute.“

Inzwischen bestehe für rund 60 Prozent der Belegschaft die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten. „Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die die neue Flexibilität schätzen, genauso gibt es diejenigen, die sich auf die Rückkehr an den Arbeitsplatz freuen“, so Wingenbach. Doch vor allem Mitarbeiter mit Kindern würden das mobile Arbeiten nutzen. „Wir unterstreichen dadurch unser Selbstverständnis, ein familienfreundlicher Arbeitgeber zu sein.“

Rund 1640 Mitarbeiter sind bei der Kreispolizeibehörde Wuppertal beschäftigt. „Es gibt Bereiche, in denen Homeoffice möglich ist, wie zum Beispiel in der Verwaltung, Vorrang hat aber, dass der Dienstbetrieb uneingeschränkt aufrecht erhalten werden muss“, macht Polizeisprecher Stefan Weiand klar. Auf einer Polizeiwache wie in Remscheid Personal von daheim aus arbeiten zu lassen, geht nicht.

Die Spielräume aber, die es gebe, würden sorgfältig geprüft und genutzt. Und so sei man im täglichen Bürobetrieb auch bestrebt, in den einzelnen Räumlichkeiten zu entzerren, damit möglichst ganz wenige Mitarbeiter in einem Raum zusammensitzen und den Abstandsregeln Genüge getan werden könne, meint Stefan Weiand.

In unserem Live-Blog finden Sie alle Informationen rund um das Coronavirus in Remscheid. Der Blog wird laufend aktualisiert.

Telearbeit

2019 gab es bei der NRW-Polizei einen Paradigmenwechsel, den Telearbeits-Erlass, der laut Innenminister Herbert Reul der Idee folgte: „Die Work-Life-Balance wird für unsere Mitarbeiter immer wichtiger. Um attraktiv zu bleiben, müssen wir bei der Arbeitsorganisation flexibler werden.“ 1 000 Telearbeits-PCs wurden angeschafft. Die Daten bleiben auf dem Dienstcomputer im Büro und werden auf dem Telearbeits-Rechner lediglich „gespiegelt“. Damit bleibt die Sicherheit der Daten gewährleistet.

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