Seniorenwohnungen in der Nachbarschaft

Stachelhausenpark wird Treffpunkt in Honsberg

Paul Etzelmüller, Wolfgang Zöller und André Sobiralski (v.l.) zeigen den neuen Eingang vom künftigen Platz zur Kraftstation. Foto: Roland Keusch
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Paul Etzelmüller, Wolfgang Zöller und André Sobiralski (v.l.) zeigen den neuen Eingang vom künftigen Platz zur Kraftstation.

Umbau der Kraftstation hat bereits begonnen. In Nachbarschaft zum neuen Platz könnten Seniorenwohnungen entstehen. Der Stachelhausenpark soll ein Treffpunkt der Honsberger werden.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Noch existiert der geplante Platz neben der Kraftstation nur in den Köpfen der Planer – ein Name zeichnet sich aber schon ab: Stachelhausenpark soll das begrünte Areal heißen, das sich als Treffpunkt an der Honsberger Straße entpuppt. Die Bezeichnung erzielte eine deutliche Mehrheit bei einer Umfrage, die das Büro Stadtkinder mit Sitz in Dortmund gestartet hatte. Es kümmert sich um die Umbaumaßnahmen in Honsberg und Stachelhausen: „Wir waren über die Beteiligung begeistert“, berichtet Mitarbeiterin Daniela Gaspar, die das Projekt fachlich begleitet. Über 70 Interessierte nutzten die Gelegenheit und stimmten im Internet über den Namen ab oder gaben Anregungen zu den Sportgeräten, die auf der Fläche aufgestellt werden sollen.

Andreas Huth, zuständiger Abteilungsleiter in der Bauverwaltung, weist darauf hin, dass sich demnächst interessierte Firmen um den öffentlichen Auftrag für den Bau des Platzes bewerben können. „Wir bereiten die Ausschreibung vor. Im Sommer sollten wir den Zuschlag erteilen können.“ Rund eine Million Euro werden die Kosten betragen.

Remscheid: Umbauprogramm West wird fortgesetzt

Es ist nach dem Bau des Neuen Lindenhofs, den Aussichtspunkten und der Boule-Bahn am Richard-Heinrich-Platz in Honsberg der nächste Schritt beim Förderprogramm, das unter der Überschrift Stadtumbau West vor rund zehn Jahren in Alt-Remscheid begann und nun fortgeführt wird. Noch im Februar wollen die Raumplaner vom Fachbüro Stadtkinder am Bauzaun, der das Gelände abgrenzt, auf das Projekt aufmerksam machen. „Wir wollen dort ein Banner befestigen“, kündigt Daniela Gaspar an.

Der neue Platz soll künftig Raum zum Verweilen bieten mit Bäumen, die Schatten spenden, mit reizvoller Aussicht ins Tal, mit Sitzstufen und Sportgeräten. Fertig soll das Ganze 2023 sein. Und: Auf der unteren Ebene der Kraftstation entstehen zum Areal hin drei Multifunktionsräume und sanitäre Anlagen. „Die Arbeiten sind im Gange. Unter anderem waren schon die Fensterbauer da“, berichtet Geschäftsführer Wolfgang Zöller. Zwei der drei Räume sollen auch externen Gruppen zur Verfügung gestellt werden – das kann der Seniorentreff ebenso sein wie die Mutter-Kind-Gruppe. „Im dritten Raum können wir unsere Angebote für Kinder endlich von den Angeboten für Jugendliche auf der oberen Etage trennen“, beschreibt Zöller einen Fortschritt für die Freizeiteinrichtung, die sich insbesondere an den Remscheider Nachwuchs wendet. Rund 330 000 Euro kostet die Frischzellenkur für die Kraftstation, die das Land NRW und die Stadt Remscheid finanzieren.

In Stachelhausen sollen verschiedene Wohnformen für Senioren entstehen

Doch auch in der Nachbarschaft in Stachelhausen soll sich einiges tun. Wie Baudezernent Peter Heinze auf RGA-Anfrage bestätigt, liege eine Bauvoranfrage vor. „Für das Gelände an der Destille Frantzen. Die Umsetzung würde Stachelhausen und Honsberg einen Riesenimpuls geben,“ zeigt er sich angetan von dem Bauvorhaben.

Aus einer Vorlage für die Ortspolitiker im Gesundheitsausschuss geht hervor, dass ganz unterschiedliche Wohnformen für Senioren entstehen sollen. Geplant sei eine Verbund-Pflegeeinrichtung mit 60 vollstationären Plätzen, eine Kurzzeitpflege für 14 Senioren sowie eine Demenz-Wohngemeinschaft für zwölf Menschen. Auch eine betreute Wohngemeinschaft mit zwölf Plätzen sowie acht Servicewohnungen werden für das Projektgebiet in Stachelhausen aufgelistet. Der Baubeginn solle 2022 erfolgen, die „angestrebte Fertigstellung“ sei Ende 2023.

Um wen es sich bei den Investoren handelt, will Peter Heinze nicht sagen. Nur so viel: „Sie wollen Teile des historischen Gebäudebestands erhalten.“ Zudem sei eine neue Wegeverbindung zur Freiheitstraße vorgesehen. „Das Ganze ist super.“

Hintergrund

Der neue Platz an der Kraftstation entsteht auf einem Gelände, in dem früher einmal das Straßenbahndepot und später die Kfz-Stelle ihre Standorte hatten. Die Betriebsgebäude wurden abgerissen. Anregungen zu weiteren Projekten oder Maßnahmen in Stachelhausen nehmen die Mitarbeiter des Planungsbüros Stadtkinder entgegen, Tel. (0 21 91) 209 12 77.

stadtumbau-rsh@ stadt-kinder.de

Standpunkt: Hoffen auf Happy End

Ein Kommentar von Frank Michalczak

frank.michalczak@rga.de

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig, das den Bebauungsplan für das Designer-Outlet-Center für unwirksam erklärte, führte nochmals eindrucksvoll vor Augen, dass Erfolgsgeschichten in Remscheid nicht unbedingt an der Tagesordnung sind – vorsichtig formuliert. Da ist die Nachricht geradezu wohltuend, dass sich in Stachelhausen vieles bewegt. Der neue Multifunktionsplatz bietet die Chance, dass sich Nachbarn begegnen. Er wird mit dem Akzent auf Bäume und sonstiges Grün einen ökologischen Effekt im dicht besiedelten Ortsteil erzeugen. Und: Er bietet die Möglichkeit, kleineren Veranstaltungen einen Raum zu bieten – vom Konzert bis zum Freiluft-Kino. Alles in allem also gut investiertes Geld der öffentlichen Hand. Und möglicherweise hat diese Verbesserung des Wohnumfelds auch dazu geführt, die privaten Investoren zu ermutigen, das Seniorenwohnprojekt in der Nachbarschaft voranzutreiben. Es wäre ein Riesenfortschritt, wenn auf die Bauvoranfrage eine Realisierung folgen würde – und mal wieder eine Geschichte mit Happy End.

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