Küppelstein

Spüren, wie es dem Körper geht, was er fühlt und tut

Die Performance-Installation konnten die Besucher nicht nur ansehen, sondern sie durften auch aktiv teilnehmen. Foto: Roland Keusch
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Die Performance-Installation konnten die Besucher nicht nur ansehen, sondern sie durften auch aktiv teilnehmen.

Die Akademie für Kulturelle Bildung hatte zur Performance-Installation „Our Body speaks to You“ eingeladen.

Von Sabine Naber

Remscheid. Die ersten drei Minuten bleibt es dunkel im Saal der Akademie für Kulturelle Bildung in Küppelstein. Nur schemenhaft sind die 14 Tänzerinnen und Tänzer der Performance-Installation zu erkennen. Einige stehen ruhig auf ihrem Platz, andere scheinen sich in Slow-Motion vorwärts zu bewegen, eine Tänzerin robbt auf dem Bauch langsam auf die Gruppe zu. „Minute drei – Korridore“, ist eine ruhige Stimme zu hören. Das Bild verändert sich, das Licht geht an, ein Videokünstler beamt Körper an die Wand, bevor die Stimme dazu auffordert: „Minute sechs – Wand wischen.“

Mit Rücken und Händen, Füßen und Armen werden die Wände gewischt, ein Tänzer liegt auf dem Boden, streicht das leicht raschelnde Papier glatt. „Our Body speaks to You“ – unter dieser Überschrift zeigten jetzt Teilnehmende der Performance-Qualifizierung ihr Projekt, ihre Installation, die sie gemeinsam mit Fabian Chyle, dem Leiter des Fachbereichs Tanz, an der Akademie einstudiert haben. Mehrere Wochen hatten sie dafür Körperbeobachtungen gemacht und sie in Tagebüchern festgehalten.

„Es ging darum, Wahrnehmungen festzuhalten, zu spüren, wie es dem Körper geht, was er fühlt und tut“, fasst es Chyle zusammen. Basierend auf diesen Beobachtungen entwickelte die Gruppe Ideen, die dann in Bewegungen umgesetzt wurden. „Wie passt mein Körper in die Gruppe oder auch in unsere Gesellschaft, wie gehe ich mit der Vergänglichkeit des Körpers um – solche Fragen wurden geklärt. Ein langer Ablauf, der sich über fünf Stunden zu einer Installation entwickelt hat“, macht Chyle deutlich.

Eine begehbare Installation, die sich die Gäste ansehen konnten, an der sie aber auch spontan teilnehmen durften. Jede Tänzerin, jeder Tänzer konnte auf seine eigene Art daran teilnehmen, sich frei bewegen, ein Ereignis im Sinne der Wirklichkeit zeigen.

Mit dabei der Videokünstler Till Schulz, der Teile der Performance an der Wand, über den Köpfen der Tanzenden, wiedergab, so dass der Blick des Zuschauenden zwischen den Bildern an der Wand und den Protagonisten im Saal hin und her ging.

Eine spannende, faszinierende Performance, die durch Musik und Geräusche untermalt wurde. „In meinem Mund macht sich ein metallischer Geschmack breit“ klingt es aus dem Off, einzelne Protagonisten werden in farbiges Licht getaucht, bevor sie auf der Projektionsfläche zu sehen sind.

Zu dieser Weiterbildung, die zweieinhalb Jahre dauert, sind Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem gesamten deutschsprachigen Raum in die Akademie gekommen. „Neben unserem Stammpublikum aus der Pädagogik sind auch Menschen aus dem sozialen und dem kulturellen Bereich dabei“, erklärt Fabian Chyle.

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