Modernisierungsprogramm

Sportstätten: Alte Duschen sollen verschwinden

Den Abschluss des Modernisierungsprogramms bilden die Sportanlagen Hackenberg (im Bild), Am Stadtpark und Bliedinghausen.
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Den Abschluss des Modernisierungsprogramms bilden die Sportanlagen Hackenberg (im Bild), Am Stadtpark und Bliedinghausen.
  • Frank Michalczak
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Stadt plant Modernisierungsprogramm – Start soll an der Anlage in Struck erfolgen.

Remscheid. Zahlreiche Toiletten, Duschkabinen und Umkleideräume an den Remscheider Sportanlagen sollen in den nächsten Jahren Besuch von Handwerkern erhalten: Die Stadtverwaltung will die Sanierung der Sanitäreinrichtungen vorantreiben, wie Gebäudemanager Thomas Judt nun im zuständigen Fachausschuss darlegte.

In einem ersten Schritt nahm seine Abteilung eine Priorisierung vor. Ergebnis: Zunächst ist die Sportanlage Struck an der Reihe. Es folgen die Standorte Bergisch Born und Honsberg. Den Abschluss des Modernisierungsprogramms bilden die Sportanlagen Hackenberg, Am Stadtpark und Bliedinghausen.

Entscheidungsgrundlage seien diverse Faktoren gewesen, führte Thomas Judt aus. „Dazu zählt der allgemeine bauliche Zustand. Außerdem haben wir untersucht, ob es wegen der jeweiligen Wasserversorgung immer mal wieder Legionellenprobleme gegeben hat.“ Und: Auch die Zahl der Nutzer habe eine Rolle gespielt, die vom Sportamt erhoben wurde. Die Tendenz sei auch durch die neuen Kunstrasenflächen steigend. „Wir haben festgestellt, dass die Infrastruktur an den Sportstätten da nicht mehr mitkommt“, erklärte der zuständige Fachdienstleiter Martin Sternkopf den Ortspolitikern, die unter dem Vorsitz von Torben Clever (FDP) am Dienstagabend in der Albert-Einstein-Schule tagten.

500 000 Euro stehen für das Programm in einem ersten Schritt zur Verfügung. Ein Sonderfall stelle der Jahnplatz in Lüttringhausen dar, bei dem der Denkmalschutz eingeschaltet werden müsse. Hier gelte es, die „Kabinenstruktur“ zu verändern, wie Judt berichtete. Auch im Stadion Reinshagen gebe es eine Herausforderung, „Hier befinden sich Duschen und Umkleiden in der Tribünenanlage“, fügte der Gebäudemanager hinzu. Er verdeutlichte, dass Anbauten, mit denen mehr Platz verbunden sei kaum möglich sein werden, sondern lediglich eine Modernisierung der vorhandenen Infrastruktur.

Und selbst das werde finanziell nur schwer zu stemmen sein, erläuterte Thomas Judt. „Wir haben es im Bausektor teilweise mit Preissteigerungen von 30 bis 40 Prozent zu tun.“ Manches könne die Stadtverwaltung zwar in Eigenleistung leisten. Vielfach seien aber die Dienste externer Firmen nötig, die aber aktuell sehr gefragt seien.

Standpunkt von Frank Michalczak: Folgen der Schulden

frank.michalczak@rga.de

Investitionsstau. Dieser Begriff liegt wie ein Schatten über Remscheid. Der Zustand zahlreicher Straßen und Gehwege ist marode. Städtische Gebäude wie das Gesundheitsamt oder der Rathausanbau, sind längst aus der Zeit gefallen und gelten als energetische Katastrophe. Und auch die Sanitäranlagen an den Sportflächen hätte die Stadt schon längst in Schuss bringen müssen. Das konnte sie aber nicht: Es fehlten finanzielle Spielräume. Und auch bei dem Modernisierungsprogramm, das nun ansteht, kann nur die größte Not gelindert werden – gestreckt über die nächsten Jahre.

So ist auch dies ein Beispiel, wofür Remscheid im Aktionsbündnis „Für die Würde unserer Städte“ kämpft. Nur wenn die Kommune von der erdrückenden Schuldenlast befreit wird, besteht die Chance, langfristig und nachhaltig zu investieren.

Goldene Wasserhähne will niemand. Es geht um einen Mindeststandard und Sanierungen, die nicht nur einen ökonomischen, sondern auch einen ökologischen Mehrwert haben müssen.

Lesen Sie dazu auch: Sportplatz Hackenberg soll im Herbst fertig sein

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