Neuenkamp soll Sportzentrum werden

Sportplätze in Remscheid: Grünes Licht für Kunstrasen

Zeitnaher Umbau geplant: Der Aschenplatz in Hackenberg wird gedreht und mit einem Kunstrasen versehen. Foto: Doro Siewert
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Zeitnaher Umbau geplant: Der Aschenplatz in Hackenberg wird gedreht und mit einem Kunstrasen versehen.

Eine Studie der Uni Wuppertal sieht dringenden Handlungsbedarf für Hackenberg.

Von Andreas Weber

Remscheid. Den Sportplatz Hackenberg dringend aufwerten, die Fußballanlage Neuenkamp zu einem Sportzentrum weiterentwickeln. Dies sind zwei zentrale Empfehlungen der Uni Wuppertal zur Zukunft von Remscheids Sportplätzen, denen die Stadt jetzt folgen wird. Mit Spannung erwartet wurde in Politik und Sport die Neubewertung der Sportplatzentwicklungsplanung. Die 40-seitige, wissenschaftliche Expertise gilt als Grundlage für das weitere Vorgehen beim Sportplatzbau und -umbau.

So wird das Tennenspielfeld an der Sportanlage Hackenberg für 1,57 Millionen Euro zeitnah umgebaut als Ersatz für das geplante Sportzentrum, das an die offene DOC-Entscheidung gekoppelt wäre. Die Leichtathleten der LG Remscheid werden an der Nordseite des Platzes in Hackenberg zusätzliche vier 100-Meter-Bahnen erhalten, jedoch keine 400-Meter-Rundbahn.

Die LG Remscheid ist alarmiert: „Sollte das Röntgen-Stadion irgendwann wegfallen, entweder weil das DOC noch kommt oder die Fläche anderweitig genutzt wird, gibt es nur in Reinshagen eine vollständige Leichtathletikanlage“, kritisiert die LG in einer gerade veröffentlichten Pressemitteilung. Sich auf Reinshagen zu konzentrieren, sei zwar positiv und zweckmäßig, „wäre da nicht die Koppelung des einzige verbleibenden Naturrasens an die Spiele der 1. Mannschaften vom FCR und Amboss“.

„Umbau Neuenkamp macht Sinn, wenn der Platz sich mehr für den Freizeitsport öffnet.“

Expertise der Uni Wuppertal

Eine 400-Meter-Bahn um den Kunstrasen in Hackenberg zu legen, hätte ungefähr fünf Millionen Euro gekostet, erklärte Sportdezernent Thomas Neuhaus dem RGA. „Vor allem aber hätte es ein langes Planungsverfahren bedeutet. Genau das wollen wir vermeiden und der SG Hackenberg mit seiner tollen Jugendarbeit eine Lösung bieten, die dem Faktor Zeit Rechnung trägt.“

Oliver Wulff von der Uni Wuppertal attestiert in seiner Zusammenfassung auch Neuenkamp eine Zukunft. „Aus sportfachlichen Grünen“ sei eine Aufwertung des Standortes aufgrund der zu geringen Mannschaftszahl nicht erforderlich. Gerechnet wird generell mit 20 Teams, die auf einem Kunstrasen spielen. Die bereits früher angedachte Überlegung, den Fußballplatz des BV 1910 zu einem Sportzentrum aufzuwerten, könne aber „Sinn machen“, wenn sich der mit Kunstrasen ausgebaute Platz dem Freizeitsport noch mehr öffne und das Quartier Hohenhagen mit seiner Einwohnerdichte, den Kitas und Schulen einbeziehe.

Die Fachplanung für den Kunstrasen haben die Technischen Betriebe Remscheid (TBR) schon vorgenommen. 1,415 Millionen Euro sind veranschlagt. Zudem wird die Stadt das 14.542 Quadratmeter große Neuenkamper Areal für einen symbolischen Euro vom Remscheider SV erwerben. Nach der Grundstücksübereignung in Neuenkamp vom Eigentümer RSV an die Stadt Remscheid müssen zunächst Altlasten entsorgt werden.

Zudem legt der RSV in seiner Heimat am Fürberg los, nachdem am 29. Juli die Förderzusage vom Land über 1,354 Millionen Euro zum Bau eines Mehrzweckraumes an der Fürberger Straße 32 erteilt wurde. Die Stadt übernimmt dabei einen zehnprozentigen Eigenanteil in Höhe von 150.553 Euro.

In den letzten 15 Jahren hat die Stadt ihre Kunstrasenquote von 21,4 auf 75 Prozent gesteigert, heißt es in der Untersuchung der Uni Wuppertal. Mit Hackenberg und Neuenkamp käme sie fast an die 100 Prozent ran. Perspektivisch sieht Thomas Neuhaus auch für die Letzten, die auf Asche kicken müssen, den FC Klausen, eine Perspektive.

Zu dem Schluss gelangen die Wissenschaftler allerdings nicht. Aufgrund der geringen Auslastung und der „eher solitären Lage an der Stadtgrenze zu Wuppertal“, verbunden mit der fehlenden Anbindung an Schulen, spreche momentan nichts für einen Kunstrasen. Insgesamt zeigt sich Dezernent Thomas Neuhaus erleichtert. „Die Uni-Studie, ihre Ergebnisse und die daraus resultierenden Maßnahmen sind ein weiterer großer Schritt für unsere Sportplatzentwicklung, um die uns andere Städte beneiden.“

Die Ergebnisse der Forschungsstelle „Kommunale Sportentwicklungsplanung“ der Bergischen Uni werden heute im Sportausschuss (17.30 Uhr, Aula der Albert-Einstein-Schule) diskutiert.

Forschungsstelle

Die Forschungsstelle „Kommunale Sportentwicklungsplanung“ der Bergischen Universität Wuppertal wurde 2006 erstmalig von der Stadt Remscheid beauftragt. Nach einem Moderationsprozess zur Umsetzung der Handlungsempfehlungen (2010) erfolgte 2015/16 eine Fortschreibung der Sportentwicklungsplanung. Im Frühjahr dieses Jahres wurde die Forschungsstelle erneut gebeten, wichtige Grunddaten zu den Außenspielfeldern zu aktualisieren. Die Bestandsaufnahme in Remscheid erfasste 13 Großspielfelder, ein Jugendspielfeld sowie neun Kleinspielfelder.

Sportstätte wird instandgesetzt: Es fließt wieder Geld ins Röntgenstadion

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