Leidenschaft

105 Mal das Deutsche Sportabzeichen: Sport prägt Leben eines Ehepaars

Ute und Reiner Quanz präsentieren in ihrem Garten, in dem jeder seinen Zuständigkeitsbereich hat, die jeweilige Urkunde für das Erreichen des 50. beziehungsweise 55. Sportabzeichens.
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Ute und Reiner Quanz präsentieren in ihrem Garten, in dem jeder seinen Zuständigkeitsbereich hat, die jeweilige Urkunde für das Erreichen des 50. beziehungsweise 55. Sportabzeichens.

Ute und Reiner Quanz haben jeweils 50 beziehungsweise 55 mal das Sportabzeichnen erfolgreich abgelegt. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Von Peter Klohs

Remscheid. Die Anforderungen, die Sportlerinnen und Sportler für das Deutsche Sportabzeichens erbringen müssen, sind nicht ohne. Und mit jedem weiteren Lebensjahr werden sie mühsamer. Das Ehepaar Ute und Reiner Quanz, sie Jahrgang 1945, er 1939 geboren, hat gemeinsam inzwischen 105 Sportabzeichen errungen. Und ihr Ehrgeiz ist im Alter nicht geringer geworden.

„Ich bin jetzt seit 60 Jahren in der Leichtathletikabteilung des RTB, des Reinshagener Turnerbunds“, erzählt Ute Quanz. „Eine Freundin hat mich 1962 in den Verein mitgenommen. Wir wohnten in Clarenbach, und oft fuhren wir mit dem Bus nach Reinshagen. Manchmal gingen wir auch zu Fuß. Auf jeden Fall war ich früher Mitglied im Verein als mein Mann.“

Reiner bestätigt das. „Ich wurde dann 1963 Mitglied der Leichtathletikabteilung. Ich war auf Langstreckenlauf spezialisiert, alles zwischen drei und fünf Kilometer. Marathon war mir dann doch zu lang. Und Ute war eine Sprinterin und Weitspringerin.“ Die Beiden kannten sich aber schon durch den Schulbesuch vorher. „Der Sport war nicht ausschlaggebend, dass wir später geheiratet haben“, berichtet Reiner Quanz. „Das ist keine RTB-Ehe.“

80-jährige Remscheiderin hat 30 Mal das goldene Sportabzeichen erhalten

Über die Jahre hat sich die Struktur des Vereins verändert. „Das soziale Leben hat auch viel im RTB stattgefunden“, erinnert sich Ute und erzählt von den immer freitags stattfindenden Stammtischen und den wechselnden Abteilungen, die den Verein tragen. „Als die Wettkämpfe dann immer weniger wurden, haben wir angefangen, das Sportabzeichen zu machen.“

Wobei sich Ute Quanz nicht gerne an ihr erstes Sportabzeichen erinnert. „Es war furchtbar“, sagt sie, „weil ich nicht schwimmen konnte. Damals waren aber noch 200 Meter Schwimmen Voraussetzung. Ich habe mich da irgendwie durchgekämpft und eine Menge Wasser geschluckt. Es war richtig ‚buäh‘“. Nach dieser Erfahrung pausierte sie einige Zeit. Aber der Sport ließ sie nie los. Inzwischen hat sie 50 Sportabzeichen gesammelt.

Trainiert wird immer freitags im Stadion Reinshagen

Reiner, dem man anmerkt, dass er sich seit langer Zeit fit hält, sagt wie nebenher: „Es macht natürlich etwas aus, wenn man immer Sport getrieben hat. Aber man sagt ja auch: Sportler leben nicht länger, sie sterben nur gesünder.“ Er hat 55 Sportabzeichen errungen.

Das Ehepaar lässt in seinen sportlichen Ansprüchen nicht nach. „Wir sind am nächsten Sportabzeichen dran“, sagen sie. „Einige Übungen sind schon erledigt, manche stehen noch an. Das wären dann die Abzeichen 51 für Ute und 56 für mich“, fügt Reiner an. „Solange, wie es uns gut geht, machen wir weiter. Man kann in unserem Alter ja nur von Jahr zu Jahr denken. Alles andere wäre vermessen.“

Also geht es immer freitags ins Stadion Reinshagen, um zu trainieren. Das ist so gut wie ein Gesetz. „Geburtstagsfeiern im Freundeskreis dürfen nicht auf einem Freitag stattfinden“, sagt Reiner Quanz, „da haben wir keine Zeit.“ Aber er, der leidenschaftlich gerne E-Bike fährt, gibt auch zu: „Um das Sportabzeichen in Gold zu erreichen, muss ich mich schon richtig anstrengen.“ Und wenn es einmal kein goldenes Sportabzeichen sein sollte, wäre das keine Katastrophe für das Paar. Während der Lockdown-Phase ist er Fahrrad gefahren, sie ist gewalkt.

Außerhalb des Sports arbeiten Ute und Reiner Quanz gerne in ihrem 900 Quadratmeter großen Garten am Haus an der Damaschkestraße. „Wir haben uns die Aufgaben im Garten aufgeteilt“, berichtet Ute. „Da hat jeder seine Zuständigkeit.“

Und wenn es mit dem Sport nicht mehr gehen sollte, hat das Ehepaar damit wenig Probleme. „Es gibt noch genug, was man machen kann.“

Überzeugte Remscheider

Ute und Reiner Quanz sind überzeugte Remscheider. „Noch schlimmer“, scherzt Reiner Quanz, „die Eltern waren es auch.“ Er war Inhaber einer kleinen Werkzeugfabrik in Ehringhausen. 2006 verkaufte er das Unternehmen. Ute hat gelegentlich bei der Verrechnung der Löhne und Gehälter ausgeholfen. Das Paar hat zwei Kinder, die auch sportlich, aber nicht in einem Sportverein sind. Die Anforderungen des Deutschen Sportabzeichens: deutsches-sportabzeichen.de

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