Konzert

Duo spielt im Finale beeindruckend schnell

Ob alleine oder mit seinem Duopartner Artur Pacewicz: Attila Szekely präsentierte ein sehr präzises Klavierspiel. Foto: Roland Keusch
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Ob alleine oder mit seinem Duopartner Artur Pacewicz: Attila Szekely präsentierte ein sehr präzises Klavierspiel.

Pianisten präsentierten Beethovens „Fünfte“.

Von Daniel Diekhans

Beethovens „Fünfte“ deuten die einen als „Schicksalssymphonie“, die anderen als „Siegeshymne“. In jedem Fall ist die Symphonie in c-Moll musikalisches Weltkulturerbe und schon ihr Auftakt – Ta-ta-ta-taaaa! – unverwechselbar. Und sie verliert nichts an Wucht und rhythmischer Kraft, überträgt man sie aufs Klavier.

Genau das tat das Duo Attila Szekely und Artur Pacewicz bei „Weltklassik am Klavier“ in der Klosterkirche. Die beiden Pianisten verbindet nicht nur die hervorragende Ausbildung an deutschen Hochschulen. Bei der Interpretation der „Fünften“ in der Fassung von Hugo Ulrich vereinten der Virtuose Szekely und der Tastenlyriker Pacewicz ihre Stärken – und die knapp 50 Gäste bedankten sich mit deutlichem Applaus.

Beim Auftakt, den jeder kennt, wechselte sich das Duo leichthändig ab. Die Dramatik des „Schicksalsmotivs“ gaben sie auch der Durchführung mit. Während Szekely die Begleitung übernahm, durfte sein Partner in weit ausholenden Läufen schwelgen. Mochten die Klangwellen auch verebben – gegen Ende des Kopfsatzes spielten sie umso energischer. Das „Andante maestoso“ stand dazu in größtmöglichem Kontrast. Statt wuchtigen Akkorden gestaltete man gemeinsam das sangliche Thema, mit dem sich der Komponist von seiner liebenswürdigen Seite zeigt. Die freien Variationen, die sich aus dem Thema ergeben, wurden in einem einzigen Spannungsbogen zusammengefasst. Noch enger verzahnte sich das Spiel zu vier Händen im dritten Satz, in dem beide wiederholt über Kreuz greifen mussten.

Flüssig interpretierten sie auch die kontrapunktischen Linien des Fugato-Teils. Hinein ging es ins Finale, bei dem das dramatisch-düstere Moll der Tonart C-Dur weicht. Den Triumphmarsch, der sich aus dem Stimmungswechsel ergibt, versahen die Musiker mit beeindruckend schnellen Tempi.

Viel Applaus gab es für die solistischen Programmpunkte

Großen Beifall gab es auch für ihre solistischen Auftritte. Pacewicz spielte drei Klavierstücke von Schubert. Die dichten Melodien kamen dem Lyrismus des Interpreten entgegen. Allerdings trübten einige Verspieler das Hörvergnügen. Einen besseren Eindruck machte Szekely, der sich Beethovens Sonate Opus 26 widmete. Glänzend fiel der vorletzte Satz aus – der „Trauermarsch auf einen Helden“. Präzise brachte der Solist die punktierten Noten. Genauso sicher ahmte er die Trommelwirbel und Fanfarenstöße eines Orchesters nach.

Das nächste „Weltklassik“-Konzert gibt es am 18. Oktober, 17 Uhr. Sofja Gülbadamova spielt Werke von Beethoven, Schubert und Mendelssohn.

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