Musical

Spielfreude pur: 300 Zuschauer genießen ganz großes Theater

Endlich wieder ein großes Ensemble im Teo Otto Theater: „Anatevka“ mit dem Theater Hagen und den Bergischen Symphonikern. Foto: Doro Siewert
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Endlich wieder ein großes Ensemble im Teo Otto Theater: „Anatevka“ mit dem Theater Hagen und den Bergischen Symphonikern.

Gemeinschaftsproduktion mit den Bergischen Symphonikern: Hagener Ensemble brachte das Musical Anatevka auf die Bühne.

Von Sabine Naber

Für einen wunderbaren Theaterabend sorgten das Theater Hagen und die Bergischen Symphoniker. Das Musical „Anatevka“ mit dem Fiddler on the Roof wurde auf der Bühne des Teo Ottto Theaters präsentiert. Und damit endlich wieder eine Vorstellung mit großem Ensemble, Chor, Ballett und wundervollen Melodien.

Schon das Bühnenbild von Alfred Peter – die hohen Häuser stehen eng beieinander, an einer Leine baumelt die Wäsche, hoch oben auf dem Fensterbrett sitzt ein Fiedler und stimmt das Publikum mit sanften Geigenklängen auf die Geschichte ein – ist imposant und lädt dazu ein, in eine andere Zeit, eine andere Welt einzutauchen.

„Ein Fiddler auf dem Dach - das klingt verrückt. Aber wir alle sind Fiedler auf dem Dach“, sagt gleich zu Beginn der Milchmann Tevje (Großartig: Ansgar Schäfer), der mit seiner Frau und fünf Töchtern in Anatevka, einem Schtetl im zaristischen Russland wohnt. Denn die Welt ist unsicher genug – das Zusammenleben von Juden und Christen wird immer öfter durch Gewalt und Pogrome getrübt.

Da sei es nur gut, dass es für alles Traditionen gibt, die Tevje gerne hochhält. Darin findet er Halt. Aber seine drei ältesten Töchter bringen sein Weltbild ordentlich durcheinander. Denn sie wollen sich ihren Ehemann selbst aussuchen. Obwohl ihnen die Mutter (Kristine Larissa Funkhauser) klarzumachen versucht, dass es bei Männern nicht ums Aussehen, sondern ums Einkommen geht.

Das gesamte Ensemble und die Musiker agieren mit einer so großen Spielfreude, dass es ein Genuss ist, zuzuhören und zuzusehen. Herrlich, wie jede und jeder um die eigene Position ringt und Tevje zwar von den Eskapaden seiner Töchter irritiert ist, aber nie den Humor verliert. Und es sich mit seinem Glauben auch nicht leicht macht. „Arm zu sein, ist keine Schande. Aber eine Ehre ist es auch nicht“, erklärt er Gott im Zwiegespräch. Um dann gleich davon zu träumen, einen Hof voller Enten, Gänse und Hühner zu haben – wenn er einmal reich wär.

Melancholie und Optimismus wechseln sich ab, bis der Wachtmeister verkündet, dass die jüdischen Bewohner das Schtetl auf Anweisung des Zaren verlassen müssen. Voller Trauer verabschieden sich die Juden von Anatevka und bereiten die Auswanderung vor. Ein Theaterabend, für den es von den rund 300 Gästen viel Applaus gibt.

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