Entkriminalisierung

SPD Remscheid fordert die Legalisierung von Cannabis

Cannabis soll aus den strafrechtlichen Regelungen des Betäubungsmittelgesetzes herausgenommen werden. 
+
Cannabis soll aus den strafrechtlichen Regelungen des Betäubungsmittelgesetzes herausgenommen werden. 

Der Hanfverband schlägt einen Modellversuch im Bergischen vor.

Von Axel Richter

SPD-Chefin Christine Krupp fordert die Entkriminalisierung. Frank vom Scheidt ist Sprecher des Hanfverbandes Bergisches Land.

Remscheid. FDP und Grüne sind für die Legalisierung. Die SPD bleibt vorsichtiger im Umgang mit Cannabis und schlägt in den Gesprächen zur Bildung einer Ampel-Koalition in Berlin bislang nur eine „regulierte Abgabe“ an Erwachsene vor – und das nur in Modellprojekten. Die Remscheider Genossen gehen weiter. Sie bekennen sich bereits seit drei Jahren offen zur Tüte.

„Die Prohibition ist gescheitert“, sagt Christine Krupp, Vorsitzende des SPD-Kreisverbands. Nach Jahrzehnten des Verbots sei der Konsum von Cannabis ein Massenphänomen. „Die Entkriminalisierung muss kommen“, sagt ergo Christine Krupp: „Alles ist besser als das, was wir haben.“

2018 schlossen sich die Remscheider Genossen deshalb dem Entwurf eines Cannabis-Kontrollgesetzes der Grünen an. Der sah vor, Cannabis aus den strafrechtlichen Regelungen des Betäubungsmittelgesetzes herauszunehmen. Statt dessen sollte ein kontrollierter legaler Markt eröffnet werden. Der Vorschlag scheiterte im Bundestag ebenso wie, die Idee, das Bergische Land zu einer Modellregion zu machen.

Darauf hatte seinerzeit der Deutsche Hanfverband gesetzt. Die Lobbyorganisation von Cannabiskonsumenten wird geführt von dem ehemaligen Remscheider Georg Wurth. Sprecher der Ortsgruppe im Bergischen Land ist Frank vom Scheidt, für die Grünen Mitglied des Remscheider Stadtrates.

Psychiater warnt vor Cannabis-Freigabe: Kinder und Jugendliche bereiten Therapeuten Sorgen

„Alle drei Minuten wird ein Mensch wegen Cannabiskonsum vor ein deutsches Gericht gezerrt“, sagt vom Scheidt und spricht von einer „gigantischen Vergeudung von Ressourcen“. Würde Cannabis legalisiert, würde der Staat Milliarden Euro bei der Strafverfolgung einsparen und zugleich an Steuern einnehmen. Von zwei bis vier Milliarden Euro ist die Rede.

„Das Geld ließe sich zum Beispiel in die Präventionsarbeit investieren“, erklärt vom Scheidt, denn das bestreite keiner im Hanfverband: „Cannabis ist keine weiche Droge, sondern insbesondere für Jugendliche schädlich.“

Auch für den Remscheider Landtagsabgeordneten Sven Wolf (SPD) steht fest: Kommt es zu einer Freigabe, muss parallel dazu aufgeklärt werden. „Ich esse ja auch nicht jeden Tag tafelweise Schokolade“, sagt er. Wohl weiß er, dass der Vergleich hinkt, dennoch: „Der Umgang mit Suchtmitteln muss erlernt werden.“ Einen Modellversuch, wie seine Partei ihn vorschlägt, hält Wolf im Bergischen jedoch für unwahrscheinlich: „Dazu fehlt mir die Fantasie.“

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Polizeibeamter vom Hasten wird die Menschen vermissen
Polizeibeamter vom Hasten wird die Menschen vermissen
Polizeibeamter vom Hasten wird die Menschen vermissen
Für den Wertstoffhof braucht es auch weiterhin einen Termin
Für den Wertstoffhof braucht es auch weiterhin einen Termin
Für den Wertstoffhof braucht es auch weiterhin einen Termin
Vier Impfstellen sollen in Remscheid das Tempo erhöhen
Vier Impfstellen sollen in Remscheid das Tempo erhöhen
Vier Impfstellen sollen in Remscheid das Tempo erhöhen
Corona: AOK bietet Impfaktion auf Schützenplatz - Inzidenz bei 325,5
Corona: AOK bietet Impfaktion auf Schützenplatz - Inzidenz bei 325,5
Corona: AOK bietet Impfaktion auf Schützenplatz - Inzidenz bei 325,5

Kommentare