Förderung

Sozialer Wohnungsbau soll angekurbelt werden

Der Markt für Sozialwohnungen – wie hier in Klausen – soll durch Förderung angekurbelt werden.Foto: Roland Keusch
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Der Markt für Sozialwohnungen – wie hier in Klausen – soll durch Förderung angekurbelt werden.

Fachdienstleiter spricht von vielversprechenden Gesprächen mit Gewag und Investoren

Von Andreas Weber

Remscheid. Der soziale Wohnungsbau in Remscheid soll kräftig angekurbelt werden. Im Sozialausschuss verkündete Carsten Thies, Leiter des Fachdienstes Soziales und Wohnen, dass die Bemühungen der Stadt „in die richtige Richtung“ gehen. Zuvorderst nannte Thies dabei „vielversprechende Gespräche mit der Gewag“.

In Zeiten eines dramatisch absinkenden Bestandes an Sozialwohnungen in den nächsten zehn Jahren um 85 Prozent sei es dringend notwendig, den mit 6234 Mietwohnungen größten hiesigen Anbieter von Wohnraum ins Boot zu holen, erklärte Thies dem RGA. Zumal die Gewag ja ein kommunales Unternehmen sei. „Wenn die Gewag vorangeht, wäre das ein wichtiges Zeichen, um auch anderen Immobilienbesitzern die Förderung des Landes schmackhaft zu machen.“

Zielsetzung ist eine Modernisierung aus dem Bestand heraus. „Uns erscheint das sinnvoller, als auf der grünen Wiese weiteren Beton neu zu bauen“, meint Carsten Thies. Zwei Drittel des Wohnraumbestandes in Remscheid ist in die Jahre gekommen und älter als 1970. Und die gilt es, auf den neuesten Stand zu bringen. Zuvorderst die Leerstände. Insgesamt zwischen sieben und acht Prozent der Wohnungen in Remscheid sind nicht vermietet, sagt Thies. Diese könnten als Erstes angepackt werden.

Remscheid: Landesprogramm verspricht attraktive Konditionen

Nicht nur von der Gewag vernimmt die Stadt positive Signale, auch mit mehreren Immobilienbesitzern werden Gespräche geführt, die vor Ausbruch der Pandemie im März begonnen worden waren. „Wir werden den Faden zu fünf Investoren jetzt wieder aufnehmen und intensivieren“, teilte Carsten Thies den Kommunalpolitikern mit.

Das Landesprogramm für Wohnraumförderung verspricht attraktive Konditionen. Dazu zählen nicht nur zinsfreie Darlehen, sondern auch Tilgungsnachlässe, die mittlerweile bei über 20 Prozent liegen. Außerdem profitieren die Vermieter davon, dass die sogenannte Bewilligungsmiete für öffentlich geförderte Wohnungen, das Pendant zum Mietspiegel für den freien Wohnungsmarkt, für Remscheid gestiegen ist. Die Stadt ist seit Anfang 2020 neu eingestuft, liegt nun bei 5,80 Euro pro Quadratmeter statt 5,30 Euro.

Momentan existieren noch rund 4300 Sozialwohnungen in Remscheid, die zu über 90 Prozent ausgelastet sind. Ihre Zahl wird aber stark sinken, wenn nicht gegengesteuert wird. 2021 sollen es unter 3000 sein und 2024 unter 2000, weiß Carsten Thies. Rechnerisch läge der Sozialwohnungsbestand in Remscheid bei diesem Abwärtstrend 2042 bei Null.

Mit einer neuen Gestaltung des Friedrich-Ebert-Platzes soll der Umbau der Innenstadt beginnen. Doch die Pläne sind umstritten in der Remscheider Ortspolitik.

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