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Sozialer Wohnungsbau kommt in Remscheid nicht so richtig in Schwung

Bemühungen laufen ins Leere: Carsten Thies.
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Bemühungen laufen ins Leere: Carsten Thies.
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    VonAndreas Weber
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Von den aktuell 4500 vorhandenen Sozialwohnungen könnte die Stadt bis 2030 auf 800 abstürzen.

Remscheid. Der Bestand an Sozialwohnungen in Remscheid nimmt rapide ab. Die Bemühungen den Markt anzukurbeln, laufen bislang ins Leere. Im Sozialausschuss zeichnete Carsten Thies, Fachdienstleiter Soziales und Wohnen bei der Stadt, ein pessimistisches Bild. Von den aktuell 4500 vorhandenen Sozialwohnungen könnte die Stadt bis 2030 auf 800 abstürzen, wenn nicht gegengesteuert wird.

Die Werbung für die Umwandlung von leerstehenden in sozial geförderte Wohnungen mit attraktiven Landeskonditionen läuft. Indes: „Wir werden nicht überrannt von Antragstellern“, formulierte es Thies vorsichtig. „Wir sind in den Medien mit dem Angebot gewesen, haben viele Wohnungseigentümer angeschrieben, die Rückmeldungen sind allerdings nicht wie erhofft.“ Dabei verspricht das von 2018 bis 2022 aufgelegte Landesprogramm für Wohnraumförderung günstige Konditionen mit zinsfreien Darlehen und Tilgungsnachlässen. Dies aber reicht offensichtlich nicht aus. „Wenn alles gut läuft, errechnen wir um die 120 modernisierte Wohnungen.“ Dazu zählt das Vömix-Projekt des stärksten Wohnungsbau-Partners der Stadt, der Gewag, im Agnes-Miegel-Weg und in der Kantstraße. Außerdem will ein Investor, der noch nicht genannt werden will, in Lüttringhausen in dieser Richtung tätig werden.

Für Carsten Thies ist trotz dieser Ansätze klar: „Unser erklärtes Ziel, den Wegfall von sozialem Wohnraum zu stoppen und umzukehren, werden wir so nicht erreichen.“ Im Sozialausschuss nannte Thies drei Gründe für die Ablehnung: Zum einen sind Investoren und Hauseigentümern die Laufzeiten bei der Sozialbindung oft zu lang, zum anderen sind die nicht Konditionen nicht gut genug.

Thies nannte auch eine weitere Komponente: die Menschen. „Immer wieder hören wir: Wir wollen diese Mieterschaft nicht. Aber: Wir reden hier nicht über Randgruppen, Wohnberechtigungsscheine gehen mitten durch die Gesellschaft, zum Beispiel Rentner, Alleinerziehende oder der Facharbeiter mit drei Kindern.“ Sozialdezernent Thomas Neuhaus sprach davon, dass die Stadt Remscheid die „örtliche Vertriebsgruppe für ein Finanzprodukt des Landes NRW“ sei. Er sah nicht schwarz bei dem Thema angesichts der bislang fruchtlosen Bemühungen, forderte aber, dass das Land NRW die Konditionen künftig noch attraktiver machen müsse, um Anreize zu schaffen.

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