Prozess

Sozialarbeiter schlägt dem neuen Freund seiner Ex-Frau ins Gesicht

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Gericht verurteilte 44-Jährigen zu zehn Monaten Haft auf Bewährung.

Gericht verurteilte 44-Jährigen zu zehn Monaten Haft auf Bewährung.

Von Jana Peuckert

Remscheid. Mit zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung endete im Amtsgericht der Prozess gegen einen Sozialarbeiter. Der 44-Jährige hatte die Trennung von seiner Partnerin und vom gemeinsamen Sohn offenbar nicht verkraftet. Denn, als er dem neuen Freund seiner Ex-Frau auf dem Spielplatz an der Martin-Luther-Straße begegnete, soll er laut Staatsanwaltschaft auf seinen Rivalen zugestürmt sein, diesen zu Boden geschubst und auf ihn eingeschlagen und eingetreten zu haben.

Im Gericht gab der Angeklagte an, den Geschädigten angesprochen zu haben, dass er sich aus der Erziehung seines Sohnes heraushalten sollte. Sein Gegenüber, größer und schwerer, habe sich vor ihm aufgebaut. „Er hat mit seinem Körper gesprochen. Er ist auf mich zu. Er hat mich nicht ernst genommen. Er hat mir auf den Fuß getreten. Ich habe mich schon bedroht gefühlt“, erklärte der Angeklagte. Deshalb habe er den Rivalen weggeschubst. Dieser habe daraufhin mit Schlägen ins Gesicht des 44-Jährigen reagiert: „Da bin ich auf ihn zu und habe ihn an den Haaren gezogen.“

„Ich mache mir jetzt Vorwürfe, weil ich als Sozialarbeiter deeskalierend einwirken sollte.“ 

Angeklagter (44)

Mehrfach beteuerte er, den anderen nicht geschlagen und getreten zu haben. Sie seien zusammen zu Boden gefallen: „Ich habe seine Haare nicht losgelassen.“ Seit dem Vorfall sei er in psychologischer Behandlung. „Ich mache mir jetzt Vorwürfe, weil ich als Sozialarbeiter deeskalierend einwirken sollte.“

Der Geschädigte schilderte die Tat so: Der Angeklagte habe zu ihm gesagt, er sollte seine Frau in Ruhe lassen. Dann sei der erste Faustschlag des Angeklagten gekommen. Es seien weitere gefolgt, woraufhin der Geschädigte zu Boden gegangen sei. Dort habe ihm der 44-Jährige auch Tritte verpasst. Die Tat habe schwere Folgen für ihn, erklärte der 63-Jährige. Wie sich herausstellte, hatte er sich einen Splitterbruch an der Schulter zugezogen. Seither könnte er den Arm nicht mehr so bewegen wie vorher. „Es ist eine berufliche Beeinträchtigung vorhanden“, erklärte der Musiker. Das Gitarrespielen sei nur noch schwer möglich.

Die Ex-Freundin (41) erklärte, die beiden Männer wären sich auf dem Spielplatz begegnet: „Sie standen Nase an Nase, dann wurde es laut. Sie haben sich gerangelt.“ Der Angeklagte habe sowohl geschlagen, als auch getreten. Sie habe versucht, dazwischen zu gehen. Es sei ihr nicht gelungen. „Er war so in Rage.“

Für die Richterin stand am Ende fest: Der Angeklagte hatte geschlagen und getreten. „Zu Ihren Lasten spricht auf jeden Fall ihre Vorstrafe, der Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“, stellte die Richterin mit Blick auf die Vorstrafen fest. Ebenfalls schwer ins Gewicht fiele der angerichtete Schaden. Als Bewährungsauflage muss der Mann 1 500 Euro an den Verein für Bewährungshilfe zahlen.

Weil er sich nach vier Jahren Gefängnis Therapie und Arbeit aufbauen könne, setzte die Richterin eine Strafe zur Bewährung aus.

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