Auszeichnung

Sophie-Scholl investiert in die Zukunft

Unter anderem für die Hochbeete, die gemeinsam mit Schülern gebaut wurden, gab es die Auszeichnung. Schulleiter Michael Pötters, die Biologielehrer Peter Koch und Petra Zimmerlin (v. l.) freuen sich. Weitere Projekte zum Thema Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit laufen bereits. Foto: Michael Schütz
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Unter anderem für die Hochbeete, die gemeinsam mit Schülern gebaut wurden, gab es die Auszeichnung. Schulleiter Michael Pötters, die Biologielehrer Peter Koch und Petra Zimmerlin (v. l.) freuen sich. Weitere Projekte zum Thema Natur, Umwelt und Nachhaltigkeit laufen bereits.
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Die Gesamtschule auf dem Hohenhagen ist erneut für ihre nachhaltigen Projekte ausgezeichnet worden.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Einzelne Himbeeren wachsen noch am Strauch, die Minze duftet verführerisch: Bunte Hochbeete zieren den Schulhof der Sophie-Scholl-Gesamtschule. Die Schüler haben sie gebaut, betreuen die Pflanzen, gießen sie – mit ein wenig Hilfe der Lehrer. Die Jugendlichen entscheiden, was sie anbauen möchten. „Bisher sind die Hochbeete auch noch nicht von den Schülern zerstört worden“, freut sich Biologielehrer Peter Koch. Für diese nachhaltige Naturerfahrung auf dem Schulhof ist die Bildungseinrichtung auf dem Hohenhagen nun erneut ausgezeichnet worden.

Zum zweiten Mal hat die Schule von der Natur- und Umweltschutzakademie NRW (NUA) in der Kampagne 2016- 2020 das Siegel „Schule der Zukunft – Bildung für Nachhaltigkeit“ erhalten. Es prangt nun am Haupteingang direkt neben der ersten Auszeichnung für die Kampagne 2012-2015. Nachhaltigkeit ist hierbei kein sperriges Wort, sondern gelebter Alltag und übergeordnete Mentalität in der Sophie-Scholl-Schule. „Unser Anliegen ist es, die Schüler mitzunehmen und zu motivieren. Das klappt nur durch engagierte Kollegen“, sagt Schulleiter Michael Pötters. Sein Dank geht an Biologielehrer Peter Koch und Petra Zimmerlin, Lehrerin für Biologie, Naturwissenschaften und Hauswirtschaft. Ihre Projekte haben der Gesamtschule erneut das Siegel eingebracht.

Neben den Hochbeeten, deren Betreuung die Sechstklässler stets an die neuen Fünftklässler weitergeben, war die NUA-Jury von zwei Ernährungsprojekten aus der Gruppe Zimmerlin angetan: Da ist zum einen die Müsli- und Snackbar, die sogar von der Barmer Krankenkasse gefördert wird. Schüler der Klassen 5 bis 10 arbeiten hier in eigenen Gremien: Es gibt ein Verkaufs-, ein Werbe-, ein Finanzteam. „In der Pause rühren die Schüler zum Beispiel den Teig für die Vollkornwaffeln, die sie an der Bar verkaufen“, erklärt Petra Zimmerlin. Im Angebot sind auch vegetarische Vollkornwraps. Auch die Eltern helfen. Es gibt Dienstpläne und Arbeitsverträge. Oft wird das gerettete Gemüse der Remscheider Foodsaver verwendet und zu leckeren Gerichten weiterverarbeitet. Natürlich gibt es auch ein eigenes Kompostsystem. „Die Schüler, die hier mitmachen, werden ausgezeichnet. Ihr Engagement erscheint auch auf dem Zeugnis.“ Wegen Corona dürfen die Barleute derzeit aber nicht öffnen.

Beim zweiten ausgezeichneten Ernährungsprojekt arbeiten Sechst- bis Zehntklässler in der „Projekt-AG Kochen“ zusammen. Aktuell drehen sie nach Unterrichtsschluss einen Film zum Thema Hygiene. Hintergrund: Wer Lebensmittel für andere verarbeitet, wird vom Gesundheitsamt belehrt.

„Wir bilden hier die Menschen der Zukunft aus.“
Peter Koch, Biologielehrer

„Dieser Film ist aber nicht altersadäquat“, sagt Zimmerlin. Daher drehen die Schüler für andere Schüler einen neuen.

Schulgarten, Streuobstwiese, Schulobst für die fünften Klassen, Klimaschutzbuch in Kooperation mit der Verbraucherzentrale oder Wildkräuterexpedition auf dem Schulhof mit dem Nabu – die Liste der Projekte ist lang. „Und sie greifen alle ineinander. Das ganze Schulleben ist auf Nachhaltigkeit ausgelegt“, sagt Peter Koch. Deshalb ist dieser Aspekt auch fest in den Lehrplänen verankert. „Wir lassen die Schüler entscheiden. Das dauert zwar manchmal etwas länger, aber über diese Eigeninitiative kann man erst die Herzlichkeit dahinter entwickeln“, sagt Petra Zimmerlin.

Und auch die Eltern packen mit an: Viermal im Jahr trifft sich ein Arbeitskreis und klopft die nächsten Ziele ab. Eines gibt es bereits: Am 24. und 31. Oktober bauen Schüler, Lehrer und Eltern Gabionenbeete auf dem Schulhof. „Denn nur, wer Natur versteht, wird sie auch schützen“, sagt Peter Koch. „Schließlich bilden wir hier die Menschen der Zukunft aus.“

Die Schule

Am 1. August 1990 wurde der Unterricht in der zweiten Remscheider Gesamtschule, die damals noch ohne Namen war, aufgenommen – an der Leverkuser Straße in Lennep. Im Oktober 1990 beschloss der Rat der Stadt einen Neubau auf dem Hohenhagen. Der erste Spatenstich erfolgte 1994, ein Jahr später wurde Richtfest gefeiert. 1994 erhielt die Schule den Namen der NS-Widerstandskämpferin Sophie Scholl. Heute hat die Gesamtschule 1300 Schüler und 130 Lehrer.

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