Die Woche

Sonst wird Remscheid bald selbst zum Bodendenkmal

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  • Axel Richter
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Für zukunftsträchtige Unternehmen ist Remscheid nach wie vor ein attraktiver Gewerbestandort.

Remscheid. Mit dem Wechsel der Stokvis Tapes Deutschland GmbH von Wuppertal ins Industriegebiet Jägerwald konnten die städtischen Wirtschaftsförderer in dieser Woche einen schönen Erfolg für Remscheid verbuchen. Das Unternehmen im US-Konzern Illinois Tool Works zieht mit seinen 100 Mitarbeitern an den einstigen Sitz der Firma Dönges und produziert dort künftig Klebeband-, Dichtungs-, Schutz- und Dämmungsprodukte unter anderem für die Luft- und Raumfahrt, die Auto- und Bauindustrie.

Das zeigt: Für zukunftsträchtige Unternehmen ist Remscheid nach wie vor ein attraktiver Gewerbestandort. Dafür sorgen eine optimale Anbindung an die Autobahn, gut ausgebildete Fachkräfte vor Ort und ein von jeher hohes Maß an unternehmerischer Innovationskraft.

Dennoch verabschiedeten sich in den vergangenen 25 Jahren mehr Unternehmen aus Remscheid, als sich neue Unternehmen ansiedelten. Förster & Krause, Magurit, Neuenkamp und schließlich Dönges heißen nur einige von ihnen. Der Grund dafür ist einleuchtend: Unternehmen brauchen Platz.

Doch einen Bauplatz zur Erweiterung fanden selbst Traditionsfirmen wie die vor mehr als 100 Jahren gegründet Firma Dönges nicht mehr in Remscheid, sondern nur noch in Wermelskirchen, Hückeswagen oder Radevormwald. Die Nachbarn profitierten stark von der Schwäche der einst stolzen Industriestadt, die für diejenigen, die sie einst groß gemacht hatten, keinen Platz mehr übrig hatte.

Lange wurde das im Rathaus nur mit Achselzucken quittiert. Heute gilt das Problem als solches erkannt. Doch die Verfahren dauern nach wie vor lange. Zum Beispiel für das Gleisdreieck in Bergisch Born. Dort haben die Artenschützer den Baumpieper erspäht, aber keine zulassungshemmenden oder -versagenden Hürden ausgemacht. Also könnte es losgehen. Doch, ach, auch die alten Römer sandalten womöglich einst durchs Gleisdreieck, weshalb nun auch noch nach einem Bodendenkmal zu suchen ist.

Um nicht missverstanden zu werden: Der Schutz der Umwelt und auch von Denkmalen ist wichtig. Allerdings sollten wir Remscheider beizeiten darauf acht geben, dass wir nicht selbst auf die Rote Liste der gefährdeten Arten geraten oder unsere eigene Stadt zum Bodendenkmal wird. Um das zu verhindern, ist die Ansiedlung von Unternehmen, die von der einen in die andere Stadt wechseln, ein schöner Erfolg. Ausreichend ist er nicht.

TOP Familie Woyke: Mutter Nicole und Vater Sascha lotsen neun Kinder durch die Pandemie.

FLOP Chaos um die Schnelltests: Die Schulen warten wieder vergebens.

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