Sprechtheater

Diese Serien-Stars kommen am Sonntag ins Teo Otto Theater (Mit Verlosung)

Carsten Heyes, Lukas Sauer und Ulrike Frank (v. l.) in einer Szene des Foley-Krimis „Ein gemeiner Trick“.
+
Carsten Heyes, Lukas Sauer und Ulrike Frank (v. l.) in einer Szene des Foley-Krimis „Ein gemeiner Trick“.

Bekannte Schauspieler zeigen den Krimi „Ein gemeiner Trick“.

Ulrike Frank (53) lebt in Berlin.

Das Gespräch führte Melissa Wienzek

Frau Frank, Sie spielen seit fast 20 Jahren die Katrin Flemming bei „Gute Zeiten schlechte Zeiten“ (GZSZ). Warum haben Sie die Dreharbeiten unterbrochen?
Ulrike Frank: Für die Tournee mit „Ein gemeiner Trick“. Das Theaterspielen ist eine weitere Leidenschaft von mir: Ich stehe gern vor der Kamera und auf der Bühne. Ich konnte mir nun fünf Wochen Auszeit von „GZSZ“ nehmen, um mit dem Krimi „Ein gemeiner Trick“ auf Theatertournee zu gehen. Ich bin dankbar, dass mir die „GZSZ“-Produktion das ermöglicht. Sie weiß, wie viel mir das bedeutet.
Was ist für Sie als Schauspielerin der besondere Reiz, Theater zu spielen, im Gegensatz zum TV-Dreh?
Frank: Zum einen sind die Spielarten ganz unterschiedlich: Vor der Fernsehkamera kann ich sehr klein und fein arbeiten, da ist ein Augenaufschlag, eine Kopfbewegung schon sehr aussagekräftig. Auf der Bühne muss aber alles sehr viel größer sein, damit man es im zweiten Rang auch noch versteht. Theater lebt vom Zusammenspiel mit dem Publikum, es ist ein einzigartiger Livemoment – und ich bin froh, dass wir alle gemeinsam wieder nach der langen Pause Theater erleben können.
Warum ist das gerade jetzt besonders wichtig?
Frank: Man erhält Inspiration, Denkanstöße. Man ist eine Weile lang in einer anderen Welt, kann den Alltag vergessen. Die Welt ist, wie sie ist, aber wir haben es in der Hand, sie zu gestalten. Daher ist wichtig, dass Theater weiter existiert – gerade jetzt in diesen schwierigen Zeiten.
Was reizt Sie so sehr an „Ein gemeiner Trick“, dass Sie dafür sogar „GZSZ“ unterbrechen?
Frank: Es handelt sich um eine Kriminalkomödie, bei der übrigens Marion Kracht, selbst erfahrene Schauspielerin, ihr Regiedebüt feiert. Das Tolle ist: Das Stück für drei Personen ist lustig, spannend, dramatisch, emotional, und es gibt ganz viele Wendungen und Überraschungen - und das bis zum Schluss. Und: Nach der Vorstellung kommen wir drei, die man aus dem Fernsehen kennt, ins Foyer. Man kann uns dort treffen, Fotos mit uns machen, und wir geben gern Autogramme.
Müssen Sie eigentlich trainieren, bevor Sie auf die Bühne gehen?
Frank: Ja. Die Stimme besteht aus Muskeln, diese müssen immer trainiert werden, gerade vor so einer Tournee, wenn man jeden Abend spielt. Und da jedes Haus anders ist, in dem wir spielen, muss man sich stimmlich und körperlich auf jedes Haus einstellen.
Wie machen Sie das? Haben Sie ein Ritual?
Frank: Wir drei haben alle unsere eigenen Übungen, um uns warm zu machen. Wir verschwinden dann immer zwei Stunden vorher in den Garderoben, schminken uns. Da hört man dann Atemübungen, ich singe zwei bis drei Lieder.
Welche?
Frank: Da ich viel Musical gespielt habe und mein Mann Marc Schubring Musicalkomponist ist, singe ich den Musicalsong „Lucky“, dann „Popular“ aus „Wicked“ und einen Song meines Mannes aus seinem Musical „Mata Hari“. Was genau, ist noch geheim, denn es wird erst im März uraufgeführt. So begleitet mich mein Mann auch auf Tournee. Wir sehen uns ja fünf Wochen nicht.
Und wie wärmen Sie den restlichen Körper auf?
Frank: Auf der Bühne. Wenn alles eingerichtet ist, stelle mich in die Mittee, nehme den Raum auf, mache Aufwärmübungen. Es ist immer ein spannender Moment, wenn man in ein neues Haus kommt, so wie jetzt in Remscheid. Hier war ich noch nie, nur in Wuppertal bei Pina Bausch.
„Ein gemeiner Trick“ ist ein Sprechtheater, kommt also ohne opulente Kulissen, Tanz oder Musik aus. Was ist die besondere Herausforderung dabei für Sie?
Frank: Es ist ein Kammerspiel, das keine großen Showeffekte hat, sondern sich ganz auf Emotionen, Witz und Dramatik konzentriert, handgemachte Theatermagie. Unser Spiel kommt hier stark zum Tragen. Wir können in die Vollen gehen.
Wie lange geht Ihre Tournee noch?
Frank: Bis 27. November. Wir haben letztes Jahr im Herbst Premiere mit dem Stück gefeiert. Tatsächlich ist es so gefragt, dass wir im Herbst 2023 nochmal auf Tournee gehen.
Das heißt, Katrin Flemming ist dann wieder nicht bei „GZSZ“ zu sehen?
Frank: Ja, „GZSZ“ muss dann wieder kurz auf mich verzichten. Sie überlegen schon, wohin sie Katrin Flemming dann schicken. Ich muss aber zugeben: Ich freue mich jetzt auch schon wieder auf „GZSZ“.
Wann entdeckten Sie Ihre Leidenschaft fürs Schauspiel?
Frank: Ich bin durch die Musik und durchs Tanzen zum Schauspiel und zum Theater gekommen. Mein Großvater war Pianist, ich habe gesungen und Querflöte gespielt. Dann kam das Tanzen. Meine Schwester und ich waren verrückt nach Ballett. Als das Abitur näher rückte, stellte sich die Frage: Was möchte ich machen? Ich studierte dann an der Folkwang-Universität Musical. Damals wurde der Studiengang neu eingeführt. Es waren vier harte, tolle, lehrreiche Jahre, in denen ich viel Handwerkszeug gelernt habe. Dann ging es in Richtung Schauspiel, dann mehr Kamera, irgendwann kam die Anfrage von „GZSZ“. Ich bin heute noch froh, dass ich ja gesagt habe.
Warum?
Frank: Erst war es eine Gastrolle, die auf vier Monate angelegt war. Jetzt bin ich fast 20 Jahre dabei, „GZSZ“ gibt es seit 30 Jahren. Es hat sich stetig verändert, dadurch ist es immer aktuell geblieben. Ich finde: „GZSZ“ ist von der Soap zur Serie geworden, was die Qualität der Geschichten, der Schauspieler, der Inszenierung und der Kameratechnik angeht. Wir brauchen keinen Vergleich scheuen mit wöchentlichen Serien. „GZSZ“ ist nicht ohne Grund die erfolgreichste Serie im deutschen Fernsehen.

Karten / Verlosung

Die Vorstellung: Unter der Regie von Marion Kracht zeigt das Ensemble TourErleben am Sonntag, 20. November, 18 Uhr, im Teo Otto Theater „Ein gemeiner Trick“ von David Foley. Karten gibt es für 25 Euro, Jugendticket 5 Euro, im Vorverkauf. Die Darsteller Ulrike Frank („GZSZ“), Lukas Sauer („Unter Uns“) und Carsten Hayes („V wie Vendetta“) geben danach im Foyer Autogramme und stehen für Fotos bereit.

Verlosung: Wir verlosen exklusiv 2 x 2 Karten. Dazu bis Donnerstag, 15 Uhr, eine E-Mail schreiben an: melissa.wienzek@rga.de

Barauszahlung, Rechtsweg, Umtausch ausgeschlossen. Verlagsangehörige dürfen nicht teilnehmen. Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Alle Datenschutzrichtlinien hier.

Zur Person

Nach ihrem Schauspiel-, Gesangs- und Tanzstudium an der Folkwang-Hochschule Essen stand Ulrike Frank (53) auf Bühnen in Deutschland und der Schweiz, unter anderem in „Jimmy Dean“, „Hair“, „Lucky Stiff“ und „Emil und die Detektive“. Sie wirkte bei CD- und Hörspiel-Produktionen mit und steht seit 1995 in zahlreichen Film- und TV-Produktionen vor der Kamera, zum Beispiel bei „Soko Leipzig“, „Ein Fall für Zwei“, „Hinter Gittern“ sowie als Gräfin Orsina im Kinofilm „Emilia“. Parallel stand sie immer wieder auf der Bühne, so 2005 in der Uraufführung von Rolf Hochhuths „Familienbande“ am Theater Brandenburg, oder als Françoise Gilot in „Picassos Frauen“. Ihre erste Serien-Hauptrolle spielte die gebürtige Stuttgarterin 1999 in der Pro7-Serie „Mallorca“. 2018 spielte sie die Hauptrolle in „Kasimir und Kaukasus“ am Berliner Schlosspark Theater. Seit 2004 ist Ulrike Frank einem großen Publikum als Katrin Flemming in der RTL-Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ bekannt. Mit „Ein gemeiner Trick“ feiert sie ihr Tourneetheater-Debüt. Sie lebt mit ihrem Mann Marc Schubing in Berlin.

Lesen Sie auch: Alleestraße: Ehepaar schenkt Kindern Fahrten auf dem Karussell

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Weihnachtsmarkt: Lüttringhausen rückt eng zusammen
Weihnachtsmarkt: Lüttringhausen rückt eng zusammen
Weihnachtsmarkt: Lüttringhausen rückt eng zusammen
Wo ist dieses Foto 1960 entstanden?
Wo ist dieses Foto 1960 entstanden?
Wo ist dieses Foto 1960 entstanden?
Knutschkugel Pasa sucht einen Platz an der Sonne
Knutschkugel Pasa sucht einen Platz an der Sonne
Knutschkugel Pasa sucht einen Platz an der Sonne
S 7: Diese Fahrten fallen heute aus
S 7: Diese Fahrten fallen heute aus
S 7: Diese Fahrten fallen heute aus

Kommentare