Konzert

Solo-Schlagzeugerin begeistert mit Spielfreude und Energie

Die Bergischen Symphoniker mit Schlagzeugerin Vivi Vassileva (r.) im roten Kleid.
+
Die Bergischen Symphoniker mit Schlagzeugerin Vivi Vassileva (r.) im roten Kleid.

5. Philharmonisches Konzert der Bergischen Symphoniker.

Wer die Schlagzeugerin Vivi Vassileva ein Energiebündel nennt, untertreibt sogar noch. Die 300 Gäste im Teo Otto Theater konnten nur staunen über die Spielfreude der 28-Jährigen, die ihr ins Gesicht geschrieben stand. Und über den vollen Körpereinsatz, mit dem sie als Solistin in Avner Dormans „Frozen in Time“ agierte. Denn das 2007 uraufgeführte Konzert forderte ihr einen Percussionsrundlauf ab: Im rasanten Wechsel schlug sie Trommeln, Gongs und ein Dutzend Instrumente mehr an.

Im Dialog mit ihr verwandelten sich auch die Bergischen Symphoniker unter Leitung von Daniel Huppert in eine wahre Rhythmusmaschine. Ausgelassene Trommler waren auch der erste Anstoß für Vassilevas Musikerkarriere. Die erlebte die kleine Vivi an einem Strand in Bulgarien, dem Heimatland ihrer Eltern. Danach hatte das Erstinstrument Geige ausgedient. Schon mit 13 spielte sie Schlagzeug im Bundesjugendorchester. Es folgten mehrere Sonderpreise beim ARD-Musikwettbewerb, und am Mozarteum Salzburg studierte sie bei Martin Grubinger. Ihrer stilistischen Offenheit kommt „Frozen in Time“ entgegen, weil der israelisch-amerikanische Komponist hier Rhythmen aus aller Welt einbindet. Während das Orchester orientalische Melodien anstimmte, erkundete Vassileva in „Indoafrica“ Rhythmusfiguren von Südindien bis Java. Auf Marimba und Trommeln steigerte sie sich in Ekstase hinein und erntete spontanen Applaus.

Die Symphoniker stehen der Schlagzeugerin in nichts nach

Im Mittelteil „Eurasia“ erwuchs die Spannung aus hohen Streichertönen und der pochenden Basstrommel. Indem sich die Solistin auf Vibraphon und Glöckchen konzentrierte, veränderte sich das Klangbild noch einmal stark. Den Finalsatz „Americas“ kann man als Hommage an Dormans Wahlheimat verstehen. Die Einwürfe des Orchesters evozierten Jazz, Karibisches und Tango. Diese Collage unterlegte die Perkussionistin mit einem Gewebe aus krachenden Becken und Trommelwirbeln. Die Bravo-Rufe des Publikums ließen ihr Gesicht noch heller strahlen, und sie bedankte sich mit einer besonderen Zugabe. Es war eine virtuose Fingerübung auf zwei Plastikflaschen – ein Stück aus Gregor Mayrhofers „Recycling Concerto“, das Vassileva jüngst uraufgeführt hat.

Wandlungsfähigkeit zeigten erst recht die Bergischen Symphoniker. Kammermusikalisch leicht kam Couperins „Concert dans le goût théâtral“ daher. Rachmaninows Symphonische Tänze forderten eine große Besetzung. Am tänzerischen Schwung fehlte es dennoch nicht – dafür sorgte Hupperts präzises Dirigat. -dad-

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Park an der Marienstraße wird für  165.000 Euro umgebaut
Park an der Marienstraße wird für 165.000 Euro umgebaut
Park an der Marienstraße wird für 165.000 Euro umgebaut
H<sub>2</sub>O: Höhere Preise gelten ab heute
H2O: Höhere Preise gelten ab heute
H2O: Höhere Preise gelten ab heute
Maskenpflicht-Ende: Das sagen Fahrgäste in Remscheid
Maskenpflicht-Ende: Das sagen Fahrgäste in Remscheid
Maskenpflicht-Ende: Das sagen Fahrgäste in Remscheid
Tanzfabrik: Disco-Chef gibt einen aus
Tanzfabrik: Disco-Chef gibt einen aus
Tanzfabrik: Disco-Chef gibt einen aus

Kommentare