Rätsel

Mysteriöses Spiel um ein Attentat in Müngsten

Unsere Autorin Julia Catarina Wodara (M.), Mitspielerin Annika Drewes (r.) und Spielentwicklerin Sandra-Janine Schneider beim Start der Tour, dem Schaberger Bahnhof. Foto: Michael Strahlen
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Unsere Autorin Julia Catarina Wodara (M.), Mitspielerin Annika Drewes (r.) und Spielentwicklerin Sandra-Janine Schneider beim Start der Tour, dem Schaberger Bahnhof.

Outdoor-Rätselabenteuer für das Bergische Land – RGA-Mitarbeiterin wagt den Selbstversuch

Von Julia-Catharina Wodara

Solingen. Mit „Die Wegfinder“ entwickelte Sandra-Janine Schneider die ersten Outdoor-Rätselabenteuer für Solingen, weil „dort nicht viel los ist“. Eigentlich. Denn die monatelang geplanten Touren sollen nun genau das Gegenteil beweisen: Denn anders als die bekannten Indoor-Escape-Rooms, binden „Die Wegfinder“ vor dem „Konzept, eine bereits bekannte Stadt auf eine neue Weise kennenzulernen“, aktiv das Umfeld der Stadt in ihre Rätsel ein – sowohl ihre Landschaft als auch ihre Lokale. Das Abenteuer, das wir erleben werden, führt uns zum Schaberger Bahnhof – ein „Attentat auf Müngsten“ wird uns angekündigt; allein unser Verstand und unser Smartphone können zur Hilfe eilen und den notwendigen Entschärfungscode auflösen. Der RGA wagte den Selbstversuch.

Das Wetter ist eisig und regnerisch – „viele Leute kaufen sich jetzt Gutscheine und bewahren sie für den Frühling auf“, sagte Schneider zu Beginn unserer Reise, und ich kann zunächst schnell nachvollziehen, wieso. Doch vielleicht trägt gerade der graue Winter zu der Atmosphäre bei, die so ein geplantes Attentat braucht? Nichtsdestotrotz, aus pragmatischer Sicht wird schnell klar: Der explizite Hinweis, dass auf wettergerechte Kleidung geachtet werden sollte, ist ein wichtiger.

Für alles Andere ist gesorgt: Ein Rucksack voll mit Rätselutensilien, vom Kugelschreiber und Notizblock bis hin zu kleinen Überraschungssäckchen, wartet darauf, von uns entdeckt zu werden; alles ist einheitlich und sorgfältig bedruckt – ein langwährendes Andenken für diejenigen, die die Gegenstände nach der Tour behalten möchten, gleichzeitig aber auch ein Angebot für mehr Nachhaltigkeit: Denn alternativ wartet am Ende der Reise eine kleine Box darauf, die Rucksäcke erneut entgegenzunehmen und sie für die nächsten Abenteuer bereitzumachen.

„Ich habe Inspiration aus Rätselbüchern“, erklärt Schneider uns; und die Tour liest sich tatsächlich wie eine Mischung klassischer Rätselaufgaben, die mithilfe der Umwelt zu neuem Leben erwachen: Rechenaufgaben verstecken ihre Zahlen in Treppenstufen, codierte Klänge müssen zu ihrem Ursprungsort verfolgt werden.

Eiseskälte raubt den Mitspielern die Konzentration

Irgendwann zeigt jedoch auch die Dezemberkälte ihre Wirkung – auf unterschiedliche Weise: Mir raubt sie die Konzentration; meine Mitspielerin Annika Drewes hingegen wirkt umso motivierter, die Rätsel schnellstens zu lösen – wie unterschiedlich der Umgang mit der Situation ausfallen kann, macht es vielleicht umso bedeutsamer, dass die Rätseltouren für beliebig große Gruppen geeignet sind.

Als das Haus Müngsten in greifbare Nähe kommt, atmen wir dennoch beide auf. „Am Anfang habe ich erst die Tour mit all den Rätseln gemacht und danach bei den Unternehmen nachgefragt – das war nicht so schlau“, sagte Schneider zu ihren ursprünglichen Problemen mit der Einbindung lokaler Geschäfte. Unsere Freude darüber, jetzt doch einen kleinen Gutschein für das Restaurant in unserem Rucksack zu entdecken, ist deshalb besonders groß.

Für einen Moment lenkt uns dieses Versprechen, der Kälte kurz entkommen zu können, von unserer eigentlichen Mission ab – doch das Spiel holt uns immer wieder in seine virtuelle Realität zurück; erinnert uns daran, niemandem zu trauen, und lässt so auch völlig neutrale Gesichter zu potenziellen Feinden werden – oder Komplizen. Die Tour ist für zweieinhalb Stunden angesetzt – ein endgültiges Zeitlimit gibt es aber nicht. Nur die Warnung: „Ihr werdet am Ende schon sehen, ob die Menschen gestorben sind.“ Vor diesem Hintergrund scheint es eine schlechte Wahl gewesen zu sein, in Ruhe einen Kaffee im Haus Müngsten zu genießen – dass die Angestellten jedoch über das Rätsel informiert sind und nahezu mitspielen, gibt der Situation genug Mysteriöses, um diese Entscheidung vor uns selbst zu rechtfertigen.

Vielleicht ist es gerade diese Stärkung, die uns letztlich auch den Code entziffern und das Attentat erfolgreich verhindern lässt. Und schließlich – als kleines vorweggenommenes Geheimnis – erhalten wir dafür gleich noch einen Gutschein, mit dem wir uns jetzt nicht nur vom Abenteuer ausruhen, sondern auch dafür belohnen können.

Geheimnisvolle Erkundungen

Derzeit laden zwei Abenteuer von „Die Wegfinder“ zu einer geheimnisvollen Erkundung Solingens ein: Das „Attentat auf Müngsten“ kann für 25 Euro pro Person gespielt werden, „Das Spiel ums Leben“ – die städtischere der zwei Varianten quer durch Ohligs – für 20 Euro pro Person. Termine sind online buchbar:

diewegfinder.de

Alternativ gibt es auch Wertgutscheine. Bestellungen gehen telefonisch unter Tel. (0 15 73) 7 55 64 11 oder per E-Mail:

hallo@diewegfinder.de

Für Januar sind bereits zwei weitere Rätsel in Planung – eins davon im malerischen Gräfrath. Weitere Informationen zu den Touren gibt es in den sozialen Medien und auf der Internetseite.

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