Politik

Jürgen Hardt zieht überraschend doch in den Bundestag ein

Jürgen Hardt zieht nun doch über die Landesliste in den Bundestag ein.
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Jürgen Hardt zieht nun doch über die Landesliste in den Bundestag ein.

Überprüfung des vorläufigen Ergebnisses der Bundestagswahl ergibt Korrektur: CDU NRW mit 42 Sitzen im 20. Deutschen Bundestag vertreten – Jürgen Hardt zieht regulär über die Landesliste in den Bundestag ein.

Solingen/ Remscheid. Jürgen Hardt bleibt Mitglied des Deutschen Bundestags. Der Bundeswahlleiter stellte am Freitag in Berlin das amtliche Endergebnis vor, aus dem sich ein weiterer Sitz für die NRW-CDU im Parlament ergibt. Damit zieht die Landesliste der Partei bis zu Platz 22, auf den Hardt von seiner Partei gewählt worden war.

Grund seien falsch gemeldete Zahlen aus Schleswig-Holstein – die NRW-CDU erhält den Sitz wegen des Ausgleichs unter den Bundesländern. Seit Anfang Oktober wusste Hardt, dass es doch reichen könnte. „Wir hatten den Sitz nur hauchdünn verpasst.“ Aufgrund der Korrektur durch den Wahlleiter rückt der Wuppertaler nun nicht nach, sondern ist seit 26. September regulär gewählt. „Ich weiß es nur erst jetzt.“

Er und sein Büro haben sich darauf eingestellt, die Arbeit nahtlos fortsetzen zu können, berichtete Hardt am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wir sind jetzt zu zweit für den Wahlkreis im Bundestag. Ich hoffe, dass wir kollegial zusammenarbeiten“, betonte Hardt – auch wenn er sich angesichts des Wahlergebnisses darauf einstelle, Teil der Opposition zu sein. Diese Rolle wolle er „konstruktiv“ ausfüllen.

Hardt hatte das Direktmandat im Wahlkreis 103 (Solingen-Remscheid-Wuppertal II) deutlich an Ingo Schäfer (SPD) verloren. Auf gute Zusammenarbeit für die Region setzt Hardt auch in Bezug auf die weiteren Wuppertaler Abgeordneten, die allesamt Mitglieder der Parteien sind, die derzeit eine Ampelkoalition sondieren: Helge Lindh (SPD), Anja Liebert (Grüne) und Manfred Todtenhausen (FDP). „Wir Abgeordnete aus dem bergischen Städtedreieck sollten Anliegen wie bisher parteiübergreifend gemeinsam in Berlin vertreten. So haben wir die besten Chancen, erfolgreich zu sein.“

Hardt möchte gerne weiter im Bereich der Außen- und Sicherheitspolitik arbeiten. Er ist seit 2015 Außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und bleibe das kommissarisch, bis der neue Bundestag seine Ausschüsse gebildet hat.

Die vergangenen Tage seien ziemlich aufregend gewesen, vor allem für die Mitarbeiter, deren Verträge andernfalls Ende des Monats beendet worden wären. Hardt: „Im Berliner Büro ist bereits alles zusammengepackt. Doch wir haben Vorsorge getroffen, schnell wieder arbeitsfähig zu sein. Mein Team und ich freuen uns darauf, dass es ungebremst weitergeht.“ -bjb-

Standpunkt: Doppelt hält besser

Von Björn Boch

redaktion@rga.de

Es ist eine gute Nachricht für das Bergische, dass außer Ingo Schäfer nun auch Jürgen Hardt die Solinger und Remscheider – nebst Cronenbergern und Ronsdorfern – in Berlin vertritt. Das gilt umso mehr, weil Hardt, seit 2009 Mitglied des Bundestags, sich ein Netzwerk aufbauen konnte. Seine Stimme als Außenpolitischer Sprecher hat Gewicht bei CDU/CSU und darüber hinaus. Womit wir beim Problem wären: Nicht wenige haben seine klare Niederlage im Kampf um das Direktmandat auch damit erklärt, dass seine Präsenz im Wahlkreis zu gering war. Im Spagat zwischen den großen außenpolitischen Themen und der Kommunalpolitik zog das Bergische den Kürzeren, so Hardts Kritiker. Es wird daher spannend zu beobachten, welche Akzente Hardt, wahrscheinlich aus der Opposition heraus, setzen kann. Und wie Hardt und sein Nachfolger als Direktkandidat, Ingo Schäfer (SPD), ihre Zusammenarbeit gestalten. Parteigrenzen sollten zum Wohle der Region zu überbrücken sein. Es ist jedoch anzunehmen, dass beide 2025 wiedergewählt werden wollen. Das ist zwar noch lange hin. Doch das dann dritte Duell der beiden um das Direktmandat könnte die Zusammenarbeit belasten.

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