Projekt

Palliativausweis dokumentiert den Willen des Patienten

Susanne von Dreusche (l.) vom SAPV-Team Bergisch Land und Notärztin Dr. Susanne Jakobeit mit dem Palliativausweis. Foto: Doro Siewert
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Susanne von Dreusche (l.) vom SAPV-Team Bergisch Land und Notärztin Dr. Susanne Jakobeit mit dem Palliativausweis.

Der Palliativausweis wurde gemeinsam von SAPV-Team, Gesundheitsamt und Sana Klinikum entwickelt.

Von Sabine Naber

Remscheid. Dr. Susanne Jakobeit ist lange Jahre im Notarztwagen unterwegs gewesen und weiß, dass es im Ernstfall oft ganz schnell gehen muss. „Da ist es für den Patienten, die Angehörigen und auch für die Einsatzkräfte leichter, wenn alle wichtigen Informationen zur Hand sind, um Entscheidungen im Sinne des Patienten zu treffen“, macht die Wipperfürther Hausärztin, die eine Zusatzausbildung im Bereich Palliativmedizin gemacht hat, deutlich. Gemeinsam mit Susanne von Dreusche, Mitarbeiterin der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV), stellte sie jetzt den Palliativausweis des Bergischen Landes für den Notfall vor. Entwickelt wurde er mit Unterstützung des Sana Klinikum.

„Bei einer Fortbildung der AOK wurde der Palliativausweis der Stadt Essen vorgestellt. Dort hatte man damit schon gute Erfahrungen gemacht. Wir haben den Ausweis dann entsprechend unseren Bedürfnissen gestaltet“, sagt Susanne von Dreusche.

Gedacht sei er für Menschen am Ende ihres Lebens. „Ziel eines Arztes ist es ja, das Leben zu verlängern, zu verbessern. Aber wenn das auf Grund einer unheilbaren Krankheit oder eines unheilbaren Zustandes nicht mehr möglich ist, dann erleichtert es, wenn der Wille des Patienten dokumentiert ist“, betont die Ärztin.

„Patienten erleben es als ganz große Erleichterung, wenn rund um die Uhr jemand erreichbar ist in einem SAPV-Team.“

Susanne von Dreusche, SAPV-Team

Allerdings ersetzt der Palliativausweis nicht die Patientenverfügung. Ist eher ein schnelles Dokument, auf dem alles Wichtige steht. Oft könne sich der Betroffene selbst gar nicht mehr äußern, manchmal könnten auch Angehörige nicht alle Fragen zu Medikamenten oder den behandelnden Ärzten beantworten. Und dem Patienten gebe es Sicherheit, wenn er weiß, dass sein letzter Wille berücksichtigt und nichts über seinen Kopf hinweg entschieden werde.

Der Ausweis des Palliativnetzwerkes des Bergischen Landes hat die Größe eines Impfausweises. Er enthält Informationen zur Krankheit, zu Allergien, zum behandelnden Palliativteam, zum gesetzlichen Betreuer und den nächsten Angehörigen. Ausstellen können ihn der behandelnde Palliativarzt der Station im Krankenhaus, der Onkologe, der Hausarzt oder der behandelnde SAPV-Arzt gemeinsam mit dem Patienten. Mit einer Unterschrift und einem Stempel wird er zu einem offiziellen, rechtsgültigen Dokument.

Der Patient steht im Vordergrund, aber oft ist es auch für die Angehörigen eine Herausforderung, denn Palliativmedizin ist ein Prozess. „Sie erleben es als ganz große Erleichterung, wenn rund um die Uhr jemand erreichbar ist in einem SAPV-Team, zu dem jeweils Ärztinnen und Ärzte dazu gehören“, macht Susanne von Dreusche deutlich.

Den Patientinnen und Patienten soll es in Ihrer letzten Lebensphase möglich werden, in ihrer gewohnten Umgebung zu leben. Es hat sich ein Förderverein der ambulanten Palliativversorgung Team Bergisch Land gegründet, um Menschen, die sich in schweren Lebenssituationen befinden zu helfen und zu unterstützen.

Ziel des Vereins ist es, letzte Wünsche zu erfüllen, bei menschlichen Notsituationen zu unterstützen, Medizinprodukte anzuschaffen und die Weiterbildung von Mitarbeitern.

Hintergrund

Die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) Team Bergisch Land, ist für Remscheid zuständig, aber auch für die umliegenden Städte Wermelskirchen, Radevormwald, Hückeswagen und Wipperfürth. Sie ermöglicht es, Menschen mit einer unheilbaren und fortgeschrittenen Erkrankung durch leidenslindernde Behandlung in der häuslichen und vertrauten Umgebung begleitet zu werden.

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