Angeklagt

Sohn leidet nach Schüssen unter Verfolgungsängsten

54-jähriger Vater ist wegen Totschlags in zwei Fällen angeklagt.

Von Dirk Lotze

Nach Schüssen auf ihn und seine Mutter durch den eigenen, getrennt lebenden Vater hat ein 25 Jahre alter Remscheider vor dem Landgericht ausgesagt. Der Mann bezeugte, er habe schon vor dem Angriff ständig Angst vor einem Erscheinen des Vaters (54) und möglicher Gewalt gehabt. Durch die dramatischen Geschehnisse vom Juni 2021 leide er an Verfolgungsängsten. Den Richtern sagte der Mann: „Die Zeit nach der Tat waren für mich ein Alptraum.“

Der Vater ist des versuchten Totschlags in zwei Fällen angeklagt und befindet sich in Untersuchungshaft. Er hat gestanden, auf seine Ex-Frau und seinen Sohn geschossen zu haben. Die Frau war nach Einkäufen zurückgekehrt, ihren Sohn hatte sie angerufen, damit er aus der Wohnung herunter kam und ihr beim Autoausladen hilft.

Der 25-Jährige berichtete: „Meine Mutter hat geklingelt und ich bin auf Schlappen runter gelaufen. Da habe ich sie schreien gehört.“ Auslöser dafür war laut anderer Aussagen, dass sie den Ex-Mann vor dem Haus bemerkt hatte, der sich ihr aufgrund eines Gerichtsurteils nicht nähern durfte. Der Sohn fügte hinzu: „Ich habe auf dem Weg nach unten an alle Türen gehämmert und ‚Hilfe!‘ gerufen.“

Sohn und Vater widersprechen sich bei möglichem Auslöser

Dem Geständnis des Vaters zufolge schoss er mehrere Male auf seine Ex-Frau und den Sohn. Beide erlitten gefährliche Verletzungen. Der 25-Jährige flüchtete mit einem Sprung durch ein Treppenhausfenster. Dabei verletzte er sich weiter. Der Vater brach den Angriff ab und flüchtete zunächst mit dem Auto der Ex-Frau, bei dem der Schlüssel steckte.

Der Sohn bezeugte den Richtern, er habe zwar körperlich Glück gehabt und vor allem Narben zurückbehalten. Seine Mutter habe länger als er über Schmerzen zu klagen gehabt. Er jedoch ängstige sich bis heute massiv, sobald er glaube, verfolgt zu werden.

Als möglichen Auslöser für die Attacke mit scharfen Schüssen vermutet der Sohn eine Auseinandersetzung 2018 oder 2019. Der Vater habe ihn gewürgt, er habe den Vater geschubst: „Da habe ich die Hand gegen ihn erhoben.“ Aus seiner Sicht steigerte sich der Angeklagte in diesen Vorfall hinein. Damit widerspricht der Sohn Angaben des Vaters. Der hatte in seinem Geständnis ausgesagt, der Sohn habe ihn um Eigentumswohnungen gebracht, die er als seine Altersvorsorge gedacht habe. Er habe ihm Geld vorenthalten und ihn in die Obdachlosigkeit getrieben. Der Prozess wird fortgesetzt.

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