Prognose für die Feiertage

So stehen die Chancen für weiße Weihnachten in Remscheid

Der Turm der Lenneper Stadtkirche dürfte auch zu Weihnachten 2022 ohne Schneehaube bleiben.
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Der Turm der Lenneper Stadtkirche dürfte auch zu Weihnachten 2022 ohne Schneehaube bleiben.
  • Axel Richter
    VonAxel Richter
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2010 hatte es zuletzt richtig geschneit an den Feiertagen. Viele Remscheider wünschen sich Schnee zum Fest. Das sagt der Meteorologe.

Remscheid. Am zweiten Weihnachtstag 2021 hatte es ein paar wenige Schneeflocken gegeben. Immerhin. Denn weiße Weihnachten, die offiziell als solche gezählt werden, hatte es davor seit mehr als zehn Jahren nicht mehr gegeben. 2010 lag zuletzt Schnee an Heiligabend in Remscheid. Allerdings hatte der sich an den Festtagen bereits in eine matschige Pampe verwandelt.

Aussichten auf weiße Ansichten gibt es auch für dieses Jahr im Bergischen Land nicht. Im Gegenteil. Nur noch bis Sonntag dieser Woche bleibe es knackig kalt, berichtet Andreas Friedrich, Diplom-Meteorologe in Diensten des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach und sagt für die Zeit danach die landestypische Weihnachtserwärmung voraus. Schon Montag nächster Woche sollen es wieder 10 Grad plus sein.

Eine südwestliche Strömung bringt dann vergleichsweise warme Luft vom Atlantik. „Das bedeutet immer wieder Regen“, sagt Andreas Fiedrich. Für Eiseskälte bedürfte es stattdessen eines hereinschneienden Tiefs von Osteuropa. „Die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten ist also nicht so hoch“, sagt der Diplom-Meteorologe: „Da müsste schon viel passieren.“

Dass die Weihnachtstage im Novembergrau versinken, ist derweil alles andere als die Ausnahme. 2016 erstellte der Lenneper Hobbymeteorologe Daniel Pieper eine eigene Weiße-Weihnachten-Statistik. Die reichte zurück bis in Jahr 1930. Ergebnis: Nur neun Mal lag Schnee an Weihnachten in Remscheid. Das zeigten die alten Wetterkarten, die der Lenneper ausgewertet hatte. Danach gab es vor 2010 nur 1986, 1970, 1962, 1961, 1956, 1940, 1938 und 1935 Schnee an den Weihnachtstagen. Das voraussichtliche Weihnachtswetter 2022 würde also ganz dem Trend entsprechen.

Echte Weihnachtsromantiker werden es bedauern. Die Fahrer in ihren orangen Räum- und Streufahrzeugen sicher nicht. Keine Aussichten auf Eis und Schnee bedeuten nämlich auch keine Rufbereitschaft. Das heißt, die Männer der Technischen Betriebe dürfen das Weihnachtsfest mit ihren Familien verbringen.

Zu tun haben sie aktuell so einiges. Mit Beginn der kalten Tage rücken morgens um 5 Uhr die Fußtruppen auf die Bürgersteige aus, um – wo nötig – Granulat zu streuen. Eine Stunde früher starten die Streufahrzeuge. Am Dienstagmorgen waren zehn von ihnen unterwegs. Insgesamt können die Technischen Betriebe bis zu 19 Räum- und Streufahrzeuge und bis 100 Mitarbeiter ausrücken lassen, um die Straßen von Eis und Schnee zu befreien.

Ihre Lager sind gut gefüllt. Daniel Pfordt, Chef der Männer im Winterdienst, hat gerade erst 500 Tonnen Streusalz nachbestellt. Insgesamt lagern damit 1000 Tonnen Salz bei den Technischen Betrieben an der Nordstraße. Auch nach ihren Erfahrungen beginnt der eigentliche Winter im Bergischen erst im Januar / Februar.

Weiße Weihnachten wird es nach den Voraussagen der Wetterexperten dagegen immer seltener geben. „Die Wahrscheinlichkeit nimmt mit dem Klimawandel weiter ab“, sagt Andreas Friedrich vom DWD in Offenbach. „Das gibt es – wenn überhaupt – dann noch einmal deutlich seltener als alle zehn Jahre.“

Gebührenlage

Die milden Winter wirkten sich unmittelbar auch auf die Gebühren für die Straßenreinigung aus. Weil nicht nur an Weihnachten kein Schnee lag, sondern die Winter komplett in Novemberstimmung verfielen, blieben die Sätze stabil. Ob so weitergeht, werden die kommenden Wintermonate zeigen. Die Abfallgebühren bleiben derweil konstant. Die Technischen Betriebe konnten aus Überschüssen Rücklagen bilden. Sie sorgen für Stabilität.

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