Landfrau aus der Tackermühle

So gelingt das schnelle Karnevalsgebäck à la Rosi

So geht‘s: Rosi Paulusch (65) hebt die Mehl-Backpulver-Mischung für die Quarkbällchen unter.
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So geht‘s: Rosi Paulusch (65) hebt die Mehl-Backpulver-Mischung für die Quarkbällchen unter.

Die Landfrau aus der Tackermühle hat für den RGA Rezepte zusammengestellt. Die süße Sünde passt zum Kaffee oder zum Schnäpsken.

Von Melissa Wienzek

Wenn die Löcher aus dem Käse fliegen und der Bommerlunder eisgekühlt getrunken wird, darf eins nicht fehlen: ein gutes Gegengewicht. Für die private Karnevalsfeier daheim hat Landfrau Rosi Paulusch (65) exklusiv für den RGA zwei Rezepte zusammengestellt: Quarkbällchen und Rädergebäck. Das passt natürlich nicht nur zum Schnäpsken, sondern auch zum Kaffee. Oder zum Katerfrühstück am Tag danach.

In der Fritteuse dürfen die Bällekes dann so lange im Fett baden, bis sie goldgelb sind.

Den Teig für die Quarkbällchen hat sie schon vorbereitet. „Ihr werdet sehen, das geht ruckizucki“, sagt Rosi Paulusch, die alle nur als „Rosi“ kennen. Rosi ist in der Tackermühle 1 als Tochter von Landwirten geboren worden – und lebt heute noch dort mit ihrem Mann, die vier Töchter sind ausgezogen. Nachdem sie die Milchwirtschaft aufgegeben haben, kümmern sie sich nun um 120 Hühner und saisonal um Gänse. Seit über 20 Jahren ist Rosi schon bei den Landfrauen, war zuletzt im Vorstand aktiv. Wenn irgendjemand Geburtstag hat oder Gebäck gebraucht wird, ist Rosi zur Stelle. Sie wird gefragt, wenn es um den guten Geschmack geht.

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Und um die Expertise. Denn Rosi backt viel. Ihren ersten Apfelkuchen backte sie mit 8. Auch zum Rezeptbuch der Landfrauen hat die Remscheiderin Rezepte beigesteuert. „Ein Rührteig und ein Mürbeteig sollten grundsätzlich eine gute halbe Stunde bis Stunde gehen, damit sich das Mehl besser entfalten kann. Je besser ist es im Ausbacken“, weiß Rosi aus Erfahrung. Und: „Schwer reißende Teige rühre ich am Ende noch einmal mit dem Holzlöffel kräftig durch. Seht ihr, er wird puffig und wirft Blasen“, erklärt sie bei der Teigherstellung in ihrer Küche, in der es noch einen Herd mit Holzbefeuerung gibt. Sobald das Fett heiß ist in Topf oder Fritteuse (Tipp der Bäckerin: Löffel reinhalten und sehen, ob sich Blasen bilden, dann ist es heiß), kommen die Quarkbällchen ins heiße Bad. Abgestochen werden sie mit zwei Teelöffeln. „So werden es ganz natürlich geformte Bällekes.“ Wenn sie oben schwimmen und goldgelb sind, sind sie fertig. „Mein Opa hat sie immer Nonnenfürzchen genannt“, erzählt Rosi lachend. Nach dem Abtropfen dürfen sich die Bollebäuskes noch in Zimt-Zucker wälzen, fertig. Rosi hat Recht behalten – das ging wirklich ruckizucki.

Währenddessen bereitet Rosi den Teig für das Rädergebäck vor, das man auch Schürzkuchen oder Schleifen nennt. Mit einem Rädchen werden Streifen geschnitten und eingeschlitzt, dann das Ende durchgezogen, und ab geht‘s ins Fett.

Während die Quarkbällchen ihr Fettbad genießen, bereitet Rosi schon mal das Rädergebäck vor, das auch Räderkuchen oder Schleifen genannt wird. Letzteres kommt nicht von ungefähr: Nachdem die Bäckerin diagonal Streifen mit dem Teigrädchen abgetrennt hat, schneidet sie einen Schlitz in die Mitte, zieht das eine Ende durch – und es entsteht eine hübsche Schleife. Auch dieses Gebäck darf nun im Fett goldgelb ausbacken, schließlich ist die Fritteuse einmal heiß, und dann abtropfen. „Und jetzt schön mit Puderzucker bestäuben und auf einem Teller nett anrichten.“

Das Rädergebäck, ein Rezept von Rosis Oma, kommt in der Tackermühle übrigens gern zu Silvester auf den Tisch. „In einer Blechdose hält es sich dann bis Karneval.“

Die Rezepte

Quarkbällchen: Zutaten: 2 Eier, 150 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, 1 Prise Salz, Zitronenabrieb, 250 g Quark, 250 g Mehl, 1 TL Backpulver. Zubereitung: Eier, Zucker, Vanillezucker, Salz und Zitronenabrieb schaumig rühren, Quark zufügen. Mehl mit Backpulver mischen und unterheben. Frittierfett in Fritteuse oder im Topf auf 180 Grad erhitzen. Teig mit zwei Teelöffeln abstechen und Bällchen etwa 4 bis 6 Minuten goldgelb ausbacken. Mehrmals wenden. Wenn sie oben schwimmen, sind sie fertig. Mit Schaumlöffel entnehmen und in Zucker-Zimt-Mischung wälzen.

Fertig: Die Quarkbällchen und das Rädergebäck passen hervorragend zum Kaffee, aber auch zum Aufgesetzten. Oder zum Katerfrühstück.

Rädergebäck: Zutaten: 125 g Butter, 100 g Zucker, Zitronenabrieb, 1 Fläschchen Rum-Aroma, 3 Eier, 500 g Mehl, 1 TL Backpulver. Zubereitung: Weiche Butter mit Zucker, Eiern, Zitronenabrieb und Rum-Aroma schaumig rühren. Mehl nach und nach unterarbeiten. Teig auf Tischplatte etwa 1/2 Zentimeter dick ausrollen. Mit einem Teigrädchen diagonale Rauten-Streifen à 3 x 8 cm schneiden. Jeweils in der Mitte etwa 5 cm schlitzen, dann das eine Ende durch den Schlitz durchziehen. Ins heiße Fett (180 Grad) gleiten lassen, wenden, goldgelb ausbacken. Herausnehmen, mit Puderzucker bestäuben.

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