Mein Blick auf die Woche

So gelingen Verkehrswende und Klimaschutz nicht

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  • Axel Richter
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Mittwoch soll der Sprit billiger werden. Und wer will, kann ab dem 1. Juni mit dem 9-Euro-Ticket auch quer durch Deutschland fahren. Das geht nicht nur alles auf Kosten unserer Kinder. Es hilft auch nicht dem Klima. Schon gar nicht in Remscheid, sagt RGA-Lokalchef Axel Richter.

Für 9 Euro bis an die Nordsee und am Liebsten noch mit der Fähre bis auf die ostfriesischen Inseln: Das von Vater Staat bezahlte Billig-Ticket weckt so allerlei Begehrlichkeiten. Dass unsere Kinder und Enkel dafür die Rechnung zahlen, gerät da leicht in Vergessenheit.

Aber bitte: Die Bundesregierung hält es für geboten, die aktuellen Bürgerinnen und Bürger zu entlasten, weil die Pandemie und der Krieg in der Ukraine die Kraftstoffpreise antreiben. Ab Mittwoch nächster sollen die Autofahrer deshalb billiger tanken können, und es wird für die nächsten drei Monate eben jenes 9-Euro-Ticket gelten. Für die Pendlerinnen und Pendler soll es im Nahverkehr eine preiswerte Alternative sein und zugleich für den Klimaschutz mehr Menschen vom Auto auf Bus und Bahn umsteigen lassen.

Dass damit tatsächlich gewissermaßen zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden, muss allerdings bezweifelt werden. Jedenfalls in Remscheid.

Seit Wochen streichen die Stadtwerke ihre Fahrten auf den Buslinien in einem Ausmaß zusammen. Die Gründe dafür sind Krankheit und Personalmangel. Die Stadtwerke beziehungsweise deren Tochterunternehmen, die Elba-Omnisbusreisen, finden keine neuen Fahrer. Solange das so ist, wird der öffentliche Personennahverkehr freilich keine Fahrt aufnehmen, sondern ausgebremst. Und wir brauchen uns über so etwas wie eine Verkehrswende keine Gedanken zu machen.

Weit geringere Folgen zeigt der allgemeine Personalmangel derweil im Freibad Eschbachtal. Es fehlt an Schwimmmeistern, Aushilfen und Rettungsschwimmern. Das Bad wird in dieser Saison deshalb nur noch an fünf Tagen pro Woche geöffnet sein.

Nur in der Politik rückt irgendwie immer einer nach. Auf Rolf Haumann (Grüne), der in dieser Woche aus gesundheitlichen Gründen vom Amt des Lenneper Bürgermeisters zurückgetreten ist, folgt Susanne Fiedler in die Bezirksvertretung. Wer Haumann als Bürgermeister nachfolgt, ist offen.

Markus Kötter (CDU) habe gute Arbeit geleistet, attestierte Haumann seinem Vorgänger im RGA-Interview 2020. Warum er es dann macht und nicht weiter Kötter? Weil es eine neue Mehrheit gibt, antwortete Haumann. Was für ein schlechtes Argument. Gerade in der vom Ehrenamt getragenen Kommunalpolitik muss es darum gehen, wer es kann. Markus Kötter kann es. Ihn wieder ins Amt zu holen, wäre deshalb konsequent. Trotz linker Mehrheit.

Dass es so kommt, ist unwahrscheinlich. Ebenso unwahrscheinlich wie der Umstand, dass die große Politik die Sinnhaftigkeit ihres Entlastungspaketes noch einmal überdenkt. Immerhin: Auf die Ostfriesischen Inseln kommt der Urlauber vom Schlage schnäppchenjagender Sparfuchs nicht. Und das ist richtig so. Der Deckel, den wir unseren Kindern überlassen, ist längst voll.

Jetzt kümmern: Die Stadt fördert Solaranlagen.

Leere Theater: Publikum ist noch nicht aus der Pandemie zurück.

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