Sitte und Anstand als Fundament des Lebens

Das stand vor 25, 50, 75 und 100 Jahren im RGA

Remscheid -wey- 1996 Die untere Alleestraße gehört heute sicherlich zu den Sorgenkindern der Remscheider Stadtplaner. Dass es einmal so weit kommen wird, deutete sich schon vor 25 Jahren an. Am 22. Januar berichtet der RGA darüber, dass die dort ansässigen Einzelhändler erst unter der Schließung des Kaufhofes und dann unter der Abriss-Baustelle des dazu gehörigen Gebäudes leiden. Nur über eine Schotterpiste würden die Kunden die Geschäfte noch erreichen, ist in dem Artikel zu erfahren. Zudem seien die Mülleimer in dem Gebiet entfernt worden. „Und das bei dem Imbiss in dem Bereich“, wie ein Einzelhändler betont. Ständig sei man damit beschäftigt, Müll aus den Blumenkästen zu fischen. Heute ist diese Baustelle längst Geschichte. Viele der Einzelhändler allerdings auch. 1971 Immer noch vorhanden ist hingegen die Müllverbrennungsanlage in Wuppertal, die man heute korrekt Müllheizkraftwerk nennt. 1970 hatte sich Wuppertal zum Bau entschlossen, weil im dicht besiedelten Städtedreieck kein Platz für eine neue Deponie war. Und weil Remscheid im Prinzip das gleiche Problem hatte, bot sich eine Kooperation an. Am 26. Januar vor 50 Jahren berichtet der Tüpitter über die Ratssitzung, in der diese und drei andere Lösungen besprochen wurden. Viele Fragen seien noch offen, erfährt der Leser, doch als wirtschaftlichste Lösung erkannte man damals schon eine Beteiligung an der Wuppertaler Anlage. Und so kam es bekanntlich auch. 24,97 Prozent der ursprünglich 126 Millionen Mark teuren Anlage gehören heute den Remscheider Stadtwerken, 0,03 Prozent direkt der Stadt Remscheid.

1946 Dass Geld aber nicht alles regeln kann, erfährt der Leser des Amtlichen Mitteilungsblatt der Stadt Remscheid am 23. Juni vor 75 Jahren unter der Überschrift „Ernste Mahnung an Eltern und Erziehungsberechtigte“: Viele „Enttäuschungen und Bitternisse des Lebens“ blieben einem jungen Menschen erspart, bekomme er „eine anständige Erziehung und gute Kinderstube“ mit auf den Lebensweg, heißt es dort. Und: „Nicht, wie vielfach angenommen wird, die Geldbörse vermittelt diese, sondern die Familie.“ Um das zu erreichen, rät der Artikel, müsse man die jungen Menschen von Kinovorführungen, die „die jugendliche Phantasie vergiften“ sowie von „Gaststätten, Tanzlustbarkeiten und anderen für sie nicht bestimmten Veranstaltungen“ fernhalten. Denn: „Sitte und Anstand sind das Fundament des Lebens.“

1921 Und eine gute Ausbildung, Deswegen weist der Tüpitter am 26. Juni vor 100 Jahren auf einen Kurs „im Frauenschulraum des Lyzeums“ hin, bei dem werdende Mütter eine „Unterweisung in allgemeiner Körperpflege, Kleidungshygiene, Stilltechnik, Säuglingsverwahrung usw“ erhalten: „Es wird allen hoffenden Frauen, ohne Ansehung des Standes und des Berufes, die Teilnahme an den Beratungen im eigensten Interesse empfohlen“. Auch weil die Teilnehmer während und nach der Veranstaltung Gelegenheit hätten, „den Stadtarzt über alle einschlägigen Dinge zu befragen“.

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