50 Jahre

Sie sind Kleingärtner mit Leib und Seele

Reiner Johann mit Ehefrau Edeltraud und Renate Manne sind seit 50 Jahren begeisterte Kleingärtner. Foto: Roland Keusch
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Reiner Johann mit Ehefrau Edeltraud und Renate Manne sind seit 50 Jahren begeisterte Kleingärtner.

Das Ehepaar Edeltraud und Reiner Johann sowie Renate Manne mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.

Von Sabine Naber

Remscheid. Weil sie seit 50 Jahren einen Kleingarten in der Anlage des Kleingartenvereins am Stadtpark gepachtet haben, sind in diesem Jahr das Ehepaar Edeltraud und Reiner Johann sowie Renate Manne mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet worden.

„Das ist schon ein bemerkenswertes Jubiläum“, betonte Annette Keil, seit acht Jahren Vorsitzende des Vereins. Mit einem dicken Fotoalbum unter dem Arm kam Reiner Johann ins Vereinsheim und zeigte stolz die Bilder seiner „Wochenendvilla im Grünen“. Auch den Einzug in den Garten am 15. August 1970 hat der Laubenpieper per Foto dokumentiert. „Mein Mann wollte den Garten damals gar nicht. Aber inzwischen ist er längst der Erste, der drin ist“, erzählt Edeltraud Johann.

„Ich war 32 Jahre alt, als wir anfingen, hier zu buddeln“, sagt der Hobbygärtner und erinnert sich gut, warum er zunächst dagegen war. „Ich musste damals viel arbeiten. 48 Stunden in der Woche, das war doch normal zu dieser Zeit. Erst später habe ich Spaß an der Gartenarbeit gehabt.“

In der Familie seiner Frau hatte es immer einen Garten gegeben. „Ich kannte es nicht anders und habe immer gerne draußen rumgewuselt. Außerdem war es schön für die Kinder. Die sind hier groß geworden“, erzählt sie.

Auch für die beiden Töchter von Renate Manne war der Garten ein Paradies. „Wir wohnten damals in einer Mietwohnung hier ganz in der Nähe. Da hatten die Kinder keinen Auslauf. Deshalb haben mein Mann und ich den Garten angemietet. Und weil meine Mutter auch einen Nutzgarten hatte, war ich nicht so unbedarft, als es hier losging“, erzählt sie. Ihre Mädchen hätten oft Freundinnen aus dem Kindergarten und aus der Schule mitgebracht. „Die Kinder kamen dann gleich mittags hierher. Ich hatte dann gekocht, im Sommer stand für sie auch das Planschbecken bereit.“

Im Gartenheim wurden viele Feste gefeiert

Gemüse wurde angebaut, Blumen und Sträucher sorgten für einen bunten Garten. Vor rund 20 Jahren hat Renate Manne ihre Parzelle getauscht. „Alles haben wir neugestaltet. Und so ist es bis heute geblieben.“ In diesem Jahr habe sie vor allem schöne Kartoffeln und Brechböhnchen geerntet. „Der Rhabarber ist wegen der Trockenheit nicht gekommen“, bedauert sie. Viel Arbeit würde der Garten mit sich bringen. Auch heute noch, obwohl die Vorschrift, dass ein Drittel Nutzgarten sein sollte, nicht mehr so eng gesehen werde.

Gut kann sich Reiner Johann an das Jahr 1992 erinnern, als der Kleingarten ans Strom- und Wassernetz angeschlossen wurde. „Die Losverkäufe beim Sommerfest haben den Anschluss finanziell ermöglicht“, erzählt er. Und zeigt ein Foto von der ersten Waffel, die mit dem Strom gebacken wurde.

Für das Gartenheim hatte er, zusammen mit anderen Laubenpiepern, den Betonsockel gegossen. „In der kleinen Hütte haben wir wie die Heringe so eng zusammengesessen“, erinnern sich die Hobbygärtner. Inzwischen wurde das Gartenheim vergrößert, eine überdachte Terrasse kam dazu.

„Wir haben hier viel gefeiert. Einmal wurde um 11 Uhr zum Frühschoppen eingeladen. Der dauerte dann bis abends. Die Leute gingen erst, als es nichts mehr zu trinken gab. Die frische Luft und die Unterhaltungen mit den Nachbarn, das war immer das Beste“, betont Reiner Johann. Und erinnert sich, dass bei einem Gartenfreund ein Schild mit der Aufschrift „Letzte Kneipe vor der Autobahn“ hing.

Auch an einem Adventssonntag wird gefeiert. „Da bringt jeder etwas mit, dann wird es hier im Gartenheim ganz gemütlich“, schildert die Vorsitzende das Szenario, auf das Corona bedingt in diesem Jahr wohl verzichtet werden muss.

Kleingärten

Im Kleingartenverein Stadtpark sind zurzeit alle 34 Gärten verpachtet, es gibt eine Warteliste. Seit Corona, in einer Zeit, in der die Menschen weniger verreisen, würde die Nachfrage boomen. Mehr jüngere Leute interessieren sich für Kleingärten.

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