Sieben Gastgeber bieten Tag für die Seele

Willkommen im Backhaus: Frank Ebbinghaus, Lena Heer, Sabine Laga und Irmela Boden (v. l.) begrüßten die Gäste in Lennep. Foto: Doro Siewert
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Willkommen im Backhaus: Frank Ebbinghaus, Lena Heer, Sabine Laga und Irmela Boden (v. l.) begrüßten die Gäste in Lennep.

Remscheider Initiativen stellten an ihren jeweiligen Standorten die Angebote vor

Von Sabine Naber

ReMscheid Sieben Vereine und Institutionen starteten am Samstag den Tag der seelischen Gesundheit – mit dem Ziel, ihre Arbeit vorzustellen und insbesondere auf die Situation und die Bedürfnisse psychisch erkrankter Menschen aufmerksam zu machen.

Beim Verein Seele in Not an der Hindenburgstraße standen die neuen Angebote im Mittelpunkt: „Wir sind gerade dabei, nach der langen Coronazeit wieder aktiv zu werden. Eben war beispielsweise ein junger Mann hier, der dankbar war, dass es in unserem Sonntagscafé wieder losgeht. Das sei für ihn und seine Partnerin immer ein Anlaufpunkt gewesen“, erzählt die Vorsitzende Monika Erdmeier. Mit dem Angebot Kinderseele schützen sei man erstmals eine Kooperation mit dem Zukunfts-Campus eingegangen. Es gehe darum, Kindern und Jugendlichen zwischen vier und 18 Jahren einen Raum zu geben, um über Sorgen und Nöte zu sprechen, wenn sie dies wollen. „Wir haben heute nicht viel Publikumsverkehr, konnten aber zahlreiche Vernetzungsgespräche mit anderen Institutionen führen“, betont die Vorsitzende. So wurde am Samstag auch das Programm des Netzwerkes kleine Helden vorgestellt.

Beim Ambulanten Hospiz an der Elberfelder Straße – die Mitglieder begleiten und beraten Menschen in ihrer letzten Lebenszeit, unterstützen und entlasten ihre Angehörigen – stand am Samstag ein Vortrag zum Thema Patientenverfügung an. „Bei einer Besucherin lag diese Verfügung schon ein Jahr lang zu Hause, sie hatte sie aber noch nicht ausgefüllt. Die Töchter würden sich mit der Verantwortung schwertun“, erzählt Koordinatorin Marlene Brockhaus. „Ich habe ihr gesagt, dass wir sie zu einer persönlichen Beratung, gerne auch gemeinsam mit den Töchtern, einladen, wenn sie das wünscht.“ Eine andere Zuhörerin wollte sich über das Thema informieren, hatte aber gleichzeitig Interesse an einer Mitarbeit im Hospiz. Wer wollte, konnte sich in den Räumen de Initiative auch anhand kleiner Video-Clips über die Arbeit und die Angebote informieren.

Zu einem Beratungsangebot zum Thema „Alter und Sucht“ hatte die Stiftung Tannenhof eingeladen. Dazu gab es einen Vortrag des stellvertretenden Ärztlichen Direktors Dr. Jörg Hilger.

Das Team von Augusta-Hardt-Horizonte hatte zu Mitmachaktionen ins Backhaus an der Sauerbronnstraße eingeladen. „Genesung begreifen“ – unter diesem Aspekt stellte Ergo-Therapeutin Lena Heer die mögliche Tagesstruktur der Bewohnerinnen und Bewohner vor. „Den ganzen Tag zu Hause sein, das geht nicht. Aber Arbeiten eben auch nicht. Bei uns wird ohne Druck gearbeitet, in individueller Geschwindigkeit“, stellt sie das Konzept vor. Im Backhaus hatte man sich mit Cake Pops, kleinen Kuchen am Stil, auf diesen Tag und die Besucher vorbereitet. „Es ist wichtig zu zeigen, dass wir die Dinge hier nicht nur für uns machen, sondern dass sie auch nach draußen gehen, im Café-Betrieb gebraucht werden“, weiß die Ergo-Therapeutin. Auch die anderen Arbeitsbereiche, beispielsweise im Garten, im Bereich der Verpackung und in der Holzwerkstatt, stellte sie vor. „Jeder kann sich aussuchen, wo er oder sie arbeiten möchte, was guttun könnte.“

Irmela Boden stellte im Backhaus das Netzwerk kleine Helden vor und betonte wie wichtig es ist, dass in der Gesellschaft kein Stigma über die seelische Gesundheit gelegt wird. „Unter sich bleiben, das finde ich nicht gut.“

Die Katholische Ehe-Familie-Lebensberatung hatte einen Online-Vortrag „Wie redest du mit mir“ vorbereitet, bei Pro Familia hieß das Thema „Vom Liebespaar zum Elternpaar“.

Teilnehmer

Mitgemacht haben: Ev. Stiftung Tannenhof, Ambulantes Hospiz, Kath. Ehe-Familien-Lebensberatung, Augusta-Hardt-Horizonte, Pro Familia, Seele in Not und das Netzwerk Kleine Helden.

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