Meine erste Platte

Sie hätte gerne Udo Jürgens live erlebt

Sylvia Tarhan ist musikalisch breit aufgestellt. Ihr Spektrum reicht von Michael Jackson bis zur Klassik.
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Sylvia Tarhan ist musikalisch breit aufgestellt. Ihr Spektrum reicht von Michael Jackson bis zur Klassik.

Sylvia Tarhan ist in einem musikalischen Elternhaus aufgewachsen.

Von Peter Klohs

Remscheid. Sylvia Tarhan weiß nicht mehr genau, wie sie zu ihrer ersten Platte kam. Als wahrscheinlich gilt, dass sie die Single vom Vater geschenkt bekam. Und dass ihr Bruder damit zu tun hat. Dieser bekam Klavierunterricht vom Vater. Die dabei zu hörenden Melodien haben Sylvia Tarhan, sie war noch keine drei Jahre alt, in den Schlaf gewogen, müssen somit die ersten Musikeindrücke ihres Lebens gewesen sein.

Das Elternhaus war musikalisch geprägt: Der Vater spielte am Klavier „Peter und der Wolf“. „Und ich saß, wenig älter als drei Jahre, unter dem Instrument und hörte zu. Der Vater spielte auch Operettenmelodien. Meine Mutter spielte Geige, und wir machten Hausmusik. Meine Eltern verfügten über eine Vielzahl an Platten, LPs und Singles.“ Und ihre erste Platte war ursprünglich Bestandteil des elterlichen Plattenschranks.

„Ananas aus Caracas“ heißt das Werk, eine sogenannte EP (zwei Lieder auf jeder Plattenseite), und man hört Musik der 50er-Jahre, diese einmalige Mischung aus Schlager, Weltmusik und ein klein wenig Jazz, wie sie wenig später auch Hazy Osterwald spielte. Das Ananas-Lied singt ein gewisser Vico Torriani, ein auch in Deutschland berühmter Sänger, der späterhin einige Jahre die Fernsehshow „Der goldene Schuss“ moderierte.

Sylvia Tarhan erinnert sich lebhaft daran, wie sie mit dem Bruder den Text mitsang. „Eines Tages entdeckten wir, dass sich die Geschwindigkeit, mit der man die Platten abspielte, verändern ließ. Und das Ananas-Lied machte uns unbändigen Spaß, wenn wir es auf 78 Umdrehungen ablaufen ließen und mit Micky-Maus-Stimmen dazu sangen.“ Die Platte ist noch immer in ihrem Besitz. Leider ist das Cover mit der Zeit verschollen.

Sie hat schon als Kind viele Konzerte besucht

Mit zu ihren ersten Platten gehört die von Miguel Rios gesungene 9. Symphonie von Beethoven: „Song of Joy“. Ein Trompetenkonzert von Albinoni ist genau so dabei wie Stephan Remmlers „Alles hat ein Ende…“ Aber auch die Beatles gehörten zu den Gruppen, denen sie zuhörte. Besonders liebt sie „Michelle“ aus dem Jahr 1965.

Schon als Kind hat Sylvia Tarhan viele Konzerte besucht. „Zumeist Orgelkonzerte“, erinnert sie sich. „Die Stadtkapelle von Rottenburg am Neckar, wo ich aufwuchs, war ein gutes Orchester. Für Mädchen gab es damals keinen eigenen Chor, weshalb ich unbedingt ein Junge sein wollte. Manchmal habe ich mich als Junge ausgegeben, um in einem Chor mitsingen zu können. Einmal hätte es sogar beinahe geklappt.“

Heutzutage genießt sie es sehr, im Chor zu singen. „Und zwar bei den Mixed Generations, die Christoph Spengler leitet.“ Darüber hinaus liebt sie Musicals. „My fair Lady hat mich sehr geprägt“, weiß sie. „Oder die West Side Story von Leonard Bernstein mit diesem unglaublichen Lied ‚Maria‘.“

Was sie nicht mag, ist überlaute Musik, gleich welcher Art. „Melodien sind in der Musik unabdingbar“, erklärt Sylvia Tarhan ihre Auffassung. „Deshalb tue ich mich auch mit der modernen Klassik schwer. Ich höre dann lieber Bach, Mendelssohn, Beethoven oder Rheinberger. Udo Jürgens hätte ich gerne live gesehen, Roger Cicero ebenso. Aber das hat sich nie ergeben.“ Und sie bedauert, dass sie die Michael-Jackson-Zeit „ein bisschen verpasst“ hat. „Was ich von ihm kenne, gefällt mir schon.“

Zur Person

Sylvia Tarhan wurde 1957 in Tübingen geboren, wuchs in Rottenburg am Neckar auf und lebt seit 1982 in Remscheid. Sie ist Kirchenmusikerin im Gesamtverband der evangelischen Kirchengemeinden Alt-Remscheid und war viele Jahre lang Kantorin der Kirche bei der Stiftung Tannenhof. Mit der „Morgennote“ leitet sie einen eigenen Chor, der regelmäßig Konzerte gibt.

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