Buch

Showmaster nimmt mit auf autobiografische Lebensreise

Wolf Haumann hat über sein Leben vom Kriegskind zum Showmaster ein Buch geschrieben. Foto: Roland Keusch
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Wolf Haumann hat über sein Leben vom Kriegskind zum Showmaster ein Buch geschrieben.

Wolf Haumann berichtet offen und schonungslos über sein Leben.

Von Stephanie Licciardi

Remscheid. „Mein Leben habe ich durch das Verfassen des Buches noch einmal gelebt“, sinniert der fast 80-jährige Wolf Haumann. Auf der Terrasse seines Hauses in der grünen Idylle im Westen Remscheids blickt er ins weitläufige Tal. Nur das Rattern der S 7 unterbricht die Stille. Während der Corona-Pandemie kam Wolf Haumann die Idee, seine Lebensgeschichte aufzuschreiben, denn „alt genug bin ich ja nun, um einen Blick zurückzuwerfen“, wie er lachend sagt. „Ich bin ein Glückskind. An einem Sonntag geboren, das kann nur Glück bringen. Und das hatte ich immer irgendwie, sowohl privat als auch beruflich.“

Wolf Haumann erblickt 1941 das Licht der Welt in Breslau. Seine Eltern Martha und Leo ziehen ihn und seine Brüder Ebi und Harri trotz der widrigen Umstände im Krieg groß. Seine Kindheit ist über-schattet von Flucht und Vertreibung, die Familie geht nach Bayern. „In Kelheim wohnten wir die ersten Jahre“, berichtet der Autor. Diese Jahre sind schwer, die Brüder sind erwachsen und aus dem Haus; die Eltern mit sich und den Nachkriegswirren beschäftigt.

Ende der 1950er-Jahre kommt der damals 17-Jährige nach Remscheid. „Wir wollten ursprünglich zur Halbschwester meines Vaters, Tante Luzie, ziehen, die in Köln lebte“, verrät er. Köln, das Mekka der kölschen Gemütlichkeit, ist wie geschaffen für den großstädtisch geprägten Vater. Rem-scheid war zunächst eine große Enttäuschung für den Jungen, weil er sein über alles geliebtes Hündchen Lumpi nicht mitnehmen durfte. Die Hauswirtin duldete keine Haustiere.

Nach erfolgreicher Ausbildung als Außenhandelskaufmann in einem Import-Export-Betrieb und in einer internationalen Logistik-Organisation, gelingt ihm der Wechsel in den Maschinenbau.

Die Autobiografie steckt voller Überraschungen

In seiner Autobiografie nimmt Haumann die Leser mit auf eine spannende und ereignisreiche Reise durch sieben Jahrzehnte, die keine der üblichen Klischees bedient, dafür aber voller Überraschungen und glücklicher Wendungen steckt. Nach seiner Pensionierung führten ihn Zufälle, wie der quer einsteigende Journalist und Moderator bekennt, ins kreative Milieu. Ein Casting beim Sender RTL ebnet den Weg ins Showbusiness und mündete schließlich in einer Serie als Talkmaster („Der mit dem Wolf spricht“).

Auch gesanglich und tänzerisch ist das Multitalent aktiv und wagte sich an manches Duett mit Fachwerk-Frontfrau Bianca Rosa Klever. 16 Jahre lang gestaltete Haumann als freier Journalist das „Bergischen Wochenende“, bis es im Dezember 2019 eingestellt wurde. Sein Talk-Format könnte bald ein Comeback feiern, entsprechende Angebote liegen vor. Denn Wolf Haumann wäre nicht Wolf Haumann, wenn es nicht immer irgendwie weiterginge. „Wer weiß, was noch so alles kommt. Let’s wait and see!“

„Mein langer Weg vom Kriegskind zum Showmaster“ ist im Paramon-Verlag, Berlin erschienen und für 18 Euro unter der ISBN 978-3-03830 bestellbar.

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