Zusammenschluss

Sensburg wird Partnerkreis

Lothar Krebs, Thomas Neuhaus und Helmuth Tomscheit (v.l.) wollen sich dafür einsetzen, dass die Partnerschaft zu dem polnischen Landkreis lange lebendig bleibt. Foto: Siebel
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Lothar Krebs, Thomas Neuhaus und Helmuth Tomscheit (v.l.) wollen sich dafür einsetzen, dass die Partnerschaft zu dem polnischen Landkreis lange lebendig bleibt.

Das polnische Ministerium hatte zwar bis Freitag noch nicht offiziell eingewilligt. Das neue Partnerschaftskomitee für eine Städtepartnerschaft mit dem polnischen Kreis Mragowo (früher Sensburg) sieht das Vorhaben, sich mit dem ostpreußischen Landkreis fest zu verpartnern, dadurch aber nicht gefährdet.

Von Anja Carolina Siebel

„Die Polen sind auf uns zugekommen und wirklich daran interessiert“, betont Lothar Krebs, der mit dem Partnerschaftsbeauftragten Thomas Neuhaus und Helmuth Tomscheit, Kreisgeschäftsführer der Kreisgemeinschaft Sensburg, das Bündnis lebendig machen will.

Am Sonntag, 16. August, dem Tag der Vereine in Remscheid, soll die Urkunde unterschrieben werden. Landrat, Bürgermeisterin und eine Tourismusbeauftragte aus Mragowo reisen dazu nach Remscheid an.

Die Patenschaft mit dem ehemaligen Sensburg besteht seit 1954. Sie ist ein Zusammenschluss der geflüchteten, vertriebenen und nach dem Zweiten Weltkrieg in den Westen übergesiedelten deutschen Bewohner des früheren Kreises Sensburg in Ostpreußen und deren Nachkommen.

Seit ihrer Gründung pflegt die Kreisgemeinschaft Beziehungen zu der Region bei Allenstein. „Wir haben viele Kontakte, auch zu dort noch lebenden Deutschen, Verwandten und Freunden“, sagt Helmuth Tomscheit. Regelmäßige Treffen finden im Rathaus Lüttringhausen statt.

„Wir möchten eine lebendige Partnerschaft mit regem Austausch.“
Thomas Neuhaus

Die eingetragene Partnerschaft soll das Verhältnis zu Mragowo festigen. „Wir möchten, dass das eine lebendige Verbindung mit regem Austausch wird“, wünscht sich Thomas Neuhaus. Der Sozialdezernent bekleidet ab sofort das Amt des Partnerschaftsbeauftragten und freut sich als solcher in naher Zukunft auf eine Reise mit seiner Familie nach Masuren: „Ich habe auch ostpreußische Wurzeln; mich interessiert diese Region.“

2002 hatte Remscheid unter Federführung von Lothar Krebs den ersten Anlauf für eine eingetragene Partnerschaft gemacht. „Es gab einen Ratsbeschluss“, erinnert sich der SPD-Politiker.

Aus Polen kam seinerzeit aber keine Reaktion mehr. Im Oktober 2012 flammte der Kontakt wieder auf: „Die Polen baten uns sogar, das Ganze aufleben zu lassen.“ Die Kreisgemeinschaft Sensburg war sofort bereit, diese Verbindung aktiv mitzugestalten. „Für uns war das selbstverständlich, die Sensburger, die jahrzehntelang diese Freundschaft pflegen, da aktiv werden zu lassen“, unterstreicht Thomas Neuhaus. Künftig soll es gegenseitige Besuche, die Teilnahme an Festen in beiden Teilen sowie einen Austausch sämtlicher Generationen geben. Die Kooperation mit Mragowo ist die fünfte feste Partnerschaft, die Remscheid dann inzwischen pflegt.

HINTERGRUND

KREIS Die Stadt liegt etwa 60 km östlich von Olsztyn (Allenstein) am Rand der Masurischen Seenplatte im früheren Ostpreußen. Das Stadtgebiet ist umgeben von der Landgemeinde Mragowo. Außer kleinen Teilen, im Norden und Süden, ist der heutige Kreis Mra;gowo weitgehend mit demjenigen vor Beendigung des 2. Weltkrieges identisch.

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