CDU-Politikerin

Seniorenbeirat: Vorsitzende Elke Rühl hört auf

Elke Rühl hört als Vorsitzende des Seniorenbeirats auf, macht aber in der Politik weiter. Archivfoto: Daniel Dresen
+
Elke Rühl hört als Vorsitzende des Seniorenbeirats auf, macht aber in der Politik weiter.
  • Frank Michalczak
    VonFrank Michalczak
    schließen

CDU-Politikerin tritt als Spitzenkandidatin für die Bezirksvertretung Süd an.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Sechs Jahre lang stand Elke Rühl (CDU) an der Spitze des Seniorenbeirats, der die Interessen der Remscheider ab 60 Jahren vertritt. Nun ist für sie Schluss: Bei den Beiratswahlen am 13. September werde sie nicht wieder antreten. Ihr kommunalpolitisches Engagement setzt sie jedoch fort. „Ich werde für die Bezirksvertretung Süd erneut kandidieren. Mein Stadtbezirk liegt mir sehr am Herzen“, erklärt die Vorsitzende der Senioren Union.

Elke Rühl war von 2004 bis 2010 Remscheider Landtagsabgeordnete und hatte zwischen 1998 und 2014 einen Sitz im Stadtrat. Danach wandte sie sich im Seniorenbeirat vor allem der politischen Arbeit für die ältere Generation zu. „Sicherlich war die Eröffnung des Seniorenbüros ein Meilenstein“, blickt sie auf die vergangenen sechs Jahre zurück. In der Anlaufstelle finden bei der städtischen Mitarbeiterin Annette Mores Ratsuchende niederschwellige Hilfe – bei unterschiedlichen Themen des Alltags. Dass dies möglich wurde, sei auch dem Zusammenspiel mit den übrigen Beiratsmitgliedern zu verdanken. Und da spiele es keine Rolle, wo sie politisch zu verorten seien, ob etwa bei der Senioren Union oder bei der SPD-Arbeitsgemeinschaft AG 60 plus. Am 13. September treten sie und andere Gruppierungen gegeneinander an und werben um das Vertrauen der Remscheider über 60 Jahre.

Dass es die Älteren während der Corona-Krise besonders schwer hatten, will Elke Rühl bei einem der letzten Treffen des aktuellen Seniorenbeirats thematisieren. Die vergangenen Monate waren für sie vielfach von Einsamkeit und fehlenden sozialen Kontakte geprägt. Was ist nötig, um älteren Menschen einen Weg aus der Isolation zu weisen? Wodurch kann Alltagshilfe geleistet werden? Das seien Fragen, die im Raum stünden. „Es wird eine Sondersitzung geben, mit Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und dem Sozialdezernenten Thomas Neuhaus“, kündigt Elke Rühl an, die den Seniorenbeirat für den 29. Juni einberuft. 2020 werden für alle ab 60 weitere Freizeitaktivitäten entfallen – bei den Wochen der älteren Generation. „Wir haben uns die Entscheidung in Absprache mit der Stadtverwaltung nicht leicht gemacht“, erklärt Rühl. „Es ist in über 40 Jahren das erste Mal, dass sie nicht stattfinden. Aber die Gesundheit geht nun einmal vor.“

Remscheid: Wochen der älteren Generation entfallen wegen Corona

Bei den Fahrten ins Blaue, die bei den Aktionswochen traditionell Remscheids Sozialverbände starten, sitzen die Teilnehmer, eng in den Bussen zusammen. Aber auch bei anderen geplanten Veranstaltungen – von der Vaillant-Betriebsbesichtigung bis hin zum Salonkonzert – sei es schwer, sämtliche Auflagen zu erfüllen.

2021 soll es die Wochen der älteren Generation aber wieder geben, wobei der Beirat auf das Organisationstalent von Elke Rühl verzichten muss. Dass sie auf die Mitarbeit verzichte, liege an Zeitgründen. „Es ist eine Aufgabe, die sieben Tage in der Woche in Anspruch nimmt – wenn man alle Termine wahrnimmt.“ Das gilt für die Arbeit in Remscheid und in den überörtlichen Gremien, wie dem Landesseniorenbeirat. So will sie Prioritäten setzen und diese liegen im Engagement für den Südbezirk. Sie tritt dort als Spitzenkandidatin ins Rennen.

Standpunkt

frank.michalczak@rga-online.de

Ein Kommentar von Frank Michalczak

In den sechs Jahren ihrer Amtszeit betonte die Vorsitzende Elke Rühl (Senioren Union) immer wieder, wie wichtig ihr das Zusammenspiel mit den übrigen Mitgliedern des Seniorenbeirats ist. Ein Beispiel dafür ist Inge Brenning von der AG 60 plus der SPD, die sich für das Seniorenkino im Westdeutschen Tourneetheater stark machte. Der Programmnachmittag wurde zum vollen Erfolg – ebenso wie das Seniorenbüro, das Älteren Rat und Tat verspricht. Dahinter steckt die Einsicht, dass eine Interessenvertretung nur dann stark ist, wenn sie an einem Strang zieht. Parteischarmützel sind dabei kontraproduktiv und schaden nur dem gemeinsamen Anliegen, etwas für die älteren Menschen dieser Stadt zu bewirken. Diesen kommt nicht nur im Seniorenbeirat, sondern auch bei der Kommunalwahl eine zentrale Bedeutung zu. Die Älteren sind es, die das Geschehen in Remscheid aufmerksam verfolgen und fleißig ihre Stimme abgeben. 

Die Herzen der Senioren zu gewinnen, wird daher ein Schlüssel zum Erfolg sein – und zwar für alle, die OB, Ratsmitglied oder Mitglied einer Bezirksvertretung werden wollen.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Corona: Inzidenz bei 5,4 - Sterberate in Remscheid steigt um 9,2 Prozent
Corona: Inzidenz bei 5,4 - Sterberate in Remscheid steigt um 9,2 Prozent
Corona: Inzidenz bei 5,4 - Sterberate in Remscheid steigt um 9,2 Prozent
Remscheider nach Diebstahl festgenommen
Remscheider nach Diebstahl festgenommen
Remscheider nach Diebstahl festgenommen
Verzögerung: Terrassen auf der Alten Bismarckstraße sollen erst ab Spätsommer entstehen
Verzögerung: Terrassen auf der Alten Bismarckstraße sollen erst ab Spätsommer entstehen
Verzögerung: Terrassen auf der Alten Bismarckstraße sollen erst ab Spätsommer entstehen
Live-Blog:  Diese Straßen sind noch gesperrt - Bürgerhilfe wird heute im Remscheider Rathaus ausgezahlt 
Live-Blog: Diese Straßen sind noch gesperrt - Bürgerhilfe wird heute im Remscheider Rathaus ausgezahlt 
Live-Blog: Diese Straßen sind noch gesperrt - Bürgerhilfe wird heute im Remscheider Rathaus ausgezahlt 

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare