Versorgungsgrad

Seniorenbeirat kritisiert Ärzteversorgung in Remscheid

Der Seniorenbeirat befasste sich mit der Ärzteversorgung in Remscheid
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Der Seniorenbeirat befasste sich mit der Ärzteversorgung in Remscheid
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Viele Bürger klagen über lange Wartezeiten auf einen Termin. Das war nun auch Thema im Seniorenbeirat.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Mit der Patientenversorgung durch Hausärzte und Fachmediziner in Remscheid befasste sich der Seniorenbeirat in seiner Sitzung, die am Donnerstag im Rathaus unter dem Vorsitz von Gundula Michel (CDU) stand. Dabei wurde deutlich, dass ein Versorgungsgrad von 99,5 Prozent an Hausarztpraxen, die Sozialdezernent Thomas Neuhaus anführte, nicht zu den subjektiven Eindrücken in Remscheid passt.

Passend dazu: Seniorenbeirat diskutiert Beschwerden über Sana-Klinikum

Das jedenfalls machte Axel Behrend (Linke) deutlich. Nahezu täglich kämen Menschen in das Büro seiner Partei, die sich über lange Wartezeiten auf einen Termin beklagten oder keinen Arzt fänden, schilderte Axel Behrend die Lage. „Ich selber habe kürzlich einen Termin mit dem Augenarzt vereinbart. Den habe ich bekommen – im nächsten April“, beschrieb der Linken-Politiker eigene Erfahrungen. Ähnliches habe er bei der Suche nach einem Orthopäden erlebt. Und: Insbesondere in Lennep spitze sich bei den Hausärzten die Lage zu, hieß es im Beirat. Eine weitere Praxisschließung stehe bevor.

Versorgungsgrad wird nicht pro Stadtteil ermittelt

Sozialdezernent Thomas Neuhaus zeigte Verständnis dafür, „dass es subjektiv einen Mangel gibt“. Der Versorgungsgrad werde von der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein auf der Grundlage des NRW-Schnitts ermittelt. „In manchen medizinischen Bereichen liegt rechnerisch sogar eine Überdeckung von 240 Prozent in Remscheid vor“, erklärte er im Beirat.

Nicht ermittelt werde der Versorgungsgrad bezogen auf einzelne Stadtteile. „Da müssen die Lenneper auch mal nach Remscheid kommen“, stellte Neuhaus fest – was nicht unkommentiert blieb. „Wenn ich einen Arzt benötige, muss ich schnell an ihn herankommen“, erwiderte Axel Behrend.

Es gebe dabei allerdings ein grundsätzliches Problem, stellte der Dezernent heraus: „Das ist der Fachkräftemangel, der sich längst auch in der Medizin zeigt.“ Zudem habe die Bereitschaft nachgelassen, eine eigene Praxis zu eröffnen, weil sich in der Selbstständigkeit Beruf und Familie nur schwer verbinden ließen.

Kassenärztliche Vereinigung vermittelt Ärzte

Sein Tipp: Wenn es Probleme gebe, einen Arzt zu finden, helfe die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein weiter. Ihr komme eine Vermittlerfunktion zu, erläuterte Thomas Neuhaus. In Remscheid ist sie unter folgender Nummer zu erreichen: Tel. (02191) 1344 58.

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