Pandemie

Selbsttest gibt den Kirchgängern ein Stück Sicherheit

Corona-Test im Gemeindehaus St. Bonaventura: (v.l.) Anna Pietrzyk, ehrenamtliche Helferin und Andreas Nalecz, der einen Test macht. Ergebnis: negativ.Foto: Roland Keusch
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Corona-Test im Gemeindehaus St. Bonaventura: (v.l.) Anna Pietrzyk, ehrenamtliche Helferin und Andreas Nalecz, der einen Test macht. Ergebnis: negativ.

Die Katholische Kirchengemeinde hat sich nach langen Überlegungen für Präsenzgottesdienst entschieden

Von Sabine Naber

Remscheid. Wer einen Gottesdienst in den katholischen Kirchen in Remscheid besuchen möchte, muss sich einem Corona-Selbsttest unterziehen. „Damit ist das Infektionsrisiko so niedrig wie nie. Das gibt den Gottesdienstbesuchern ein entspanntes Gefühl“, ist sich Pfarrer Jürgen Behr von der Gemeinde St. Bonaventura sicher.

Im Vorfeld sei man „hin und her gerissen“, ob man die Heiligen Messen ausfallen oder als Präsenzgottesdient aufrechterhalten soll. „Zu Weihnachten gab es böses Blut, als wir sie ausfallen ließen. Deshalb haben wir uns jetzt für Teststationen im Gemeindehaus entschieden.“ Das habe ihnen zwar Kritik, aber auch viel Zustimmung gebracht.

Am frühen Samstagabend, eine Stunde vor Beginn der Sonntagvorabendmesse, konnten sich die Gläubigen im Gemeindehaus an der Hackenberger Straße testen lassen. Sechs Teststationen waren aufgebaut worden, Pfarrer Behr und zwei Ehrenamtlerinnen assistierten. „Manche tun sich ein bisschen schwer damit, wenn sie es zu Hause machen. Wir bereiten hier alles vor, erklären Schritt für Schritt, wie es gemacht wird“, schildert Behr den Ablauf. Andreas Nalecz ist der Erste an diesem Samstagabend.

Er desinfiziert seine Hände, setzt sich an einen Tisch in der Teststation und packt den Selbsttest aus. „In der vorigen Woche habe ich mir hier für mich und meine Frau so einen Test abgeholt und es zu Hause gemacht. Aber heute fehlte die Zeit“, sagt er. „Ich versuche, jede Woche in die Messe zu gehen. Da finde ich es richtig, sich vorher zu testen. Schließlich sitzt man mit anderen zusammen. Es besteht immer die Gefahr, sich zu infizieren“, weiß Andreas Nalecz. Nach rund 15 Minuten Wartezeit bekommt er von Ehrenamtlerin Anna Pietrzyk die Info, dass sein Test negativ ist.

„Die Hauptsache ist, dass ich die Messe besuchen kann.“

Rosa Dittrich, Kirchgängerin

Der Tisch in der Teststation wird desinfiziert, alles wird für den nächsten Testwilligen bereitgestellt. Als nächstes kommt die Lenneperin Rosa Dittrich, die sich bereits zu Hause getestet hatte. Sie will sich nur schnell ein vorbereitetes Formular abholen, auf das sie ihren Negativtest einträgt, bevor sie den Gottesdienst besucht. „Das Testen geht einfach. Die Hauptsache ist, dass ich die Messe besuchen kann.“

„Die Situation erfordert es. Und ich finde es sehr gut, dass der Test hier kostenlos angeboten wird“, bekräftigt Siglinde Kutscher. Sie gehe zu jedem Gottesdienst in die Kirche und fühle sich jetzt sicherer als vorher. „So ein Test hat einen weiteren Vorteil“, weiß Anna Pietrzyk. Nach der Ostermesse hätten ihr einige Gottesdienstbesucher gesagt, dass sie mit ihrem Negativtest noch die Familie besuchen können.

„Uns liegt an den Präsenzgottesdiensten. Gleichzeitig wollen wir den Menschen Sicherheit geben, denn die Zahlen in Remscheid steigen“, fasst es Diakon Rony John zusammen. Klar, es habe Kritiker gegeben. Aber die, die sich testen ließen, hätten es gut gefunden. „Machen wir wieder alles zu oder kriegen wir es hin? Das haben sich alle Beteiligten gefragt. Auch im Pfarrgemeinderat war man sich unsicher, wie es weitergeht“, schildert Sabine Barenberg vom Pfarrbüro die Situation. Dann habe man sich für kurze Wege und Hilfestellung bei den Tests und damit für den Präsenzgottesdienst entschieden.

„Wir laden zu diesen Selbsttest so lange ein, bis der Inzidenzwert unter 100 liegt“, sagt Pfarrer Behr. Für die nächste, spätestens die übernächste Woche kündigt er Videobotschaften für die Gläubigen an. Wer samstags um 18 Uhr die Sonntagvorabendmesse oder sonntags um 10 Uhr die Messe besuchen will, braucht einen Test, der nicht älter als zwölf Stunden sein darf.

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