Festival

Mit seinen Liedern will Florian die Seele berühren

Im Sommer baut er mit 17 Jahren am Leibniz sein Abitur: Florian Alexander Kurz möchte danach ein „Musikjahr“ einlegen und probieren, ob er mit seiner Leidenschaft seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Foto: Roland Keusch
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Im Sommer baut er mit 17 Jahren am Leibniz sein Abitur: Florian Alexander Kurz möchte danach ein „Musikjahr“ einlegen und probieren, ob er mit seiner Leidenschaft seinen Lebensunterhalt bestreiten kann.
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Ex-Acoustic-Arts-Sänger tritt beim Festival in der Uni-Halle erstmals solo auf. Leibniz-Schüler legt nach dem Abi ein „Musikjahr“ ein.

Von Andreas Weber

Kurz ist sein Nachname, „Shorty“ sein Spitzname. Dieser könnte auch eine Anspielung auf seine Länge sein. Mit seinen 1,95 Meter sticht Florian Alexander heraus. Nicht nur das Zentimetermaß weist den 16-jährigen Lenneper als auffällige Person aus, auch seine musikalischen Fähigkeiten sind beachtlich. Bis Ende 2017 sorgte er mit der Schülerband Acoustic Arts für Furore, jetzt versucht es der angehende Abiturient solo.

Sein erster großer Bühnenauftritt als Florian Alexander Kurz steht am 27. Januar beim 3. Bergischen Schüler-Rockfestival in der Wuppertaler Uni-Halle bevor. Gegen 18 Uhr wird der junge Sänger und Gitarrist zwei oder drei Stücke spielen, darunter mit Sicherheit eine Eigenkomposition. Seine ehemaligen Bandkollegen lassen ihn nicht allein. Sebastian Ziaja, Bennet Ribbeck und Lennart Büchner begleiten den Schlaks mit dem Haarzopf. „Es ist mein erster großer alleiniger Auftritt, da bin ich sehr froh über Unterstützung“, gesteht er.

Um den talentierten Singer/Songwriter muss einem aber auch so nicht bange sein. Seine Mutter Birgit weiß: „Auf der Bühne ist er wie ausgetauscht. Da wird aus meinem Sohn ein anderer Mensch.“ Einer, der auf seine Aufgabe fokussiert ist und in eine andere Welt abtaucht. Florian Alexander Kurz, Schüler des Leibniz-Gymnasiums, startete als Teenager mit Kumpels aus dem Rögy als 14-Jähriger früh durch. Acoustic Arts von Steven Mathauschek, Sebastian Ziaja und Florian Alexander Kurz ins Leben gerufen, entpuppte sich in Windeseile als Lenneper Boygroup.

2014 räumten sie beim 1. Remscheider Newcomer-Festival ab, rockten hernach die Uni-Halle. 2015 sicherten sie sich das Prädikat „best of bergisch“ bei einem Wettbewerb von Radio RSG. Um Aufmerksamkeit buhlen brauchten sie nicht. „Wir wurden im Radio gespielt, hatten viel Hype, schrieben Autogramme, machten Fan-Selfies ohne Ende und bekamen viele Anfragen“, erinnert er sich.

Als Pilot oder Profi-Musiker möchte er später einmal abheben

Der Erfolg flog ihnen zu. Nach dem Germanwings-Absturz am 24. März 2015 schrieben Acoustic Arts „Nie wieder“, eine Co-Produktion von Mutter und Sohn. Birgit Kurz steuerte den Text bei, Florian Melodie und Akkorde. „Nie wieder“ wurde im Januar 2016 als CD-Single veröffentlicht und bei einer Gedenkfeier des Joseph-König-Gymnasiums in Haltern am See zu Ehren der 16 verstorbenen Schüler und zwei Lehrerinnen live von Acoustic Arts performt.

Für die Feier zu 70 Jahre NRW erhielten sie eine Anfrage aus dem Büro von Hannelore Kraft. Vor dem Landtag spielte die Nachwuchsband als Vorband von Kasalla. 2017 war ein eher ruhiges Jahr für die Senkrechtstarter, die beim Weihnachtstreff auf dem Alten Markt in Lennep ihren letzten Auftritt hatten. „Einvernehmlich bei einem Döner beschlossen“, meint Florian. „Uns war klar, dass es ein Ende haben wird. Wir stecken im Abi-Stress, viele wollen danach studieren, ins Ausland gehen.“

Am 22. März wird Florian 17, exakt an seinem letzten Schultag. Danach beginnen die Prüfungen für den Abschluss am Leibniz. Kurz ist ein Jahr eher dran, weil er einst in der Grundschule ein Schuljahr ausließ. Nach dem Abi will er ein „Musikjahr“ einlegen, testen, was als Künstler geht. Wincent Weiss, Joris oder Philipp Poisel sind Typen, in deren Richtung es gehen könnte.

DAS ERSTE SOLO

ROCKFESTIVAL Seinen ersten kurzen Solo-Auftritt legt Florian Alexander Kurz (gegen 18 Uhr) am 27. Januar beim 32. Wuppertaler & 3. Bergischen Schüler-Rockfestival in der Uni-Halle hin. Beginn ist um 16 Uhr, das Ende gegen 23 Uhr. Karten kosten 12 Euro im Vorverkauf.

Das Poster über seinem Keyboard und den drei Monitoren in dem kleinen heimischen Tonstudio verrät: „Musik ist mein Herzschlag“. Neben anderen Weisheiten steht darauf genau das, was Florian möchte mit seinen Liedern: zu Tränen rühren, die Seele berühren. Viele Live-Auftritte sollen 2018/19 hinzukommen. Danach möchte er abheben, Pilot werden. Wenn nicht die Universal mit einem Plattenvertrag winkt.

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