Kunst

Sein Holz stammt aus dem Röntgen-Haus

Johannes Küßner mit drei seiner Holzfiguren, die im Röntgen-Museum an der Schwelmer Straße zu sehen sind. Foto: Michael Sieber
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Johannes Küßner mit drei seiner Holzfiguren, die im Röntgen-Museum an der Schwelmer Straße zu sehen sind.

Der Tischler Johannes Küßner verarbeitet alte Eichenbalken zu ungewöhnlichen Skulpturen.

Von Elisabeth Erbe

Johannes Küßner stellt Holzskulpturen im Röntgen-Museum aus. Sie sind aus einem besonderen Material. Bei der Restaurierung des Geburtshauses von Wilhelm Conrad Röntgen wurden einige Eichenbalken freigelegt und abgetragen.

Johannes Küßner, von Beruf Tischler, arbeitet seit sechs Jahren mit diesen ausrangierten Balken und fertigt Skulpturen aus dem Material. Vor zwei Jahren eröffnete er seine „Galerie Rouge“ in der ehemaligen Seufzer-Bäckerei in der Lenneper Altstadt.

Seine Leidenschaft für Figuren aus Holz begann in einer Kirche in Norddeutschland. Es war Liebe auf den ersten Blick, denn seitdem entsteht eine Figur nach der anderen.

Das Holz aus dem Geburtshaus von Wilhelm Conrad Röntgen ist etwas ganz Besonderes. „Das sind Balken von 1781, die viel gesehen und gehört haben“, sagt der Tischler. „Hier wird die alte Geschichte neu belebt“, fügt er hinzu.

Mit Säge, Schleifgeräten und schnelldrehendem Elektrowerkzeug bearbeitet er das Holz. Die Löcher der Holzwürmer stören nicht, im Gegenteil. „Der Holzwurm hat für mich vorgearbeitet“, freut sich der Tischler. Danach dürfen die Figuren einige Zeit in seinem Wohnzimmer stehen, ehe sie in die Galerie oder auch ins Röntgen-Museum kommen.

Museumschef will die Holzfiguren in Leipzig zeigen

Jedes Stück Holz ist ein Unikat. Der Balken behält im unteren Bereich seine ursprüngliche Form, während der obere eine Figur oder einen Kopf darstellt. Die Figur „Ruhe“ gehört zu seinen Lieblingsstücken. „Weil sie so ruhig ist. Die anderen sind nicht so still.“

Einen besonderen Blickfang ist die Figur „Tiefe Wasser“. In der Mitte hat Küßner einen versteinerten Seeigel „als Herzstück“ eingebaut. Er ist sich sicher, dass die Gestalt „Nicht von dieser Welt“ männlich ist. „Das ist ein Er, das weiß ich einfach“, sagt Küßner überzeugt. Ein Bernstein veredelt das Gesamtbild und verrät die Kreativität des Künstlers. „Das ist eine Transformation der alten Geschichte“, erklärt Küßner.

Museumsdirektor Dr. Uwe Busch freut sich besonders über die neuen Exponate. 2017 plant er, die Holzfiguren auf dem Röntgen-Kongress in Leipzig auszustellen. „Vielleicht möchte ein Radiologe eine solche Figur in seine Praxis stellen“, sagt er. Einen Teil der Erlöse würde Küßner dem Geburtshaus „zurückgeben“. So schließe sich der Kreis.

Die Arbeiten am Geburtshaus gehen weiter. Zurzeit wird das Dach erneuert. „Wir arbeiten von innen nach außen“, sagt Busch. Es fehlt noch eine halbe Million für die Restaurierung. Fördergelder sind beantragt, reichen aber nicht aus. Geplant sind noch andere Aktionen, um Spender für das Geburtshaus zu gewinnen. Unter anderem sollen der radiologischen Welt die alten Schieferplatten angeboten werden.

Die Ausstellung der historischen Hölzer im Foyer des Museums an der Schwelmer Straße ist dauerhaft und kann jederzeit besichtigt werden.

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