Meine erste Platte

Sein Herz schlägt für Pink Floyd

Daniel Sieper mit seinen beiden ersten Platten. Die Abba-LP stibitzte er seiner Mutter.
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Daniel Sieper mit seinen beiden ersten Platten. Die Abba-LP stibitzte er seiner Mutter.

Daniel Sieper gehört zur Generation MTV.

Von Peter Klohs

Remscheid. Daniel Sieper hat zwei erste Platten. „Da ist zunächst mal die LP ‚Greatest Hits Vol. 2‘ der schwedischen Popgruppe Abba. Die habe ich im Alter von vier oder fünf Jahren meiner Mutter stibitzt“, erinnert sich der Remscheider. „Man kann also sagen, ich bin der Besitzer der Platte, aber nicht der Eigentümer.“ Seine Mutter, so Sieper weiter, habe vom Fehlen der Langspielplatte gar nichts mitbekommen. „Die erfährt wahrscheinlich erst jetzt davon und wird herzlich darüber lachen.“

Der Kopf des Unternehmens Bergisch Erlebnis, das zahlreiche Gästeführungen anbietet, hat zu Abba eine gefestigte Meinung. „Damals liebte ich die Musik, weil sie mir gute Laune bescherte. Es war und ist eine zeitlose Musik, was nur wenige Bands, die Beatles zum Beispiel, geschafft haben. Aber das Revival im vergangenen Jahr, das hätten sie lieber gelassen. Das war gar nicht meins. Eine Platte, von der man zwei Stücke hören konnte, der Rest war Langeweile. Ich erinnere mich lieber an Abba, wie sie vor der Trennung 1982 waren.“

Sieper ist überzeugt, dass seine Mutter die besagte LP entweder bei Radio Gerling oder bei Radio Weller gekauft hat. „Ansonsten lief zu Hause wenig Musik, und wenn, dann eher die Hitparade im ZDF oder Disco mit Ilja Richter. Ich etablierte dann, zum großen Leidwesen meines Vaters, MTV.“

Daniel ist durch die MTV-Zeit musikalisch geprägt worden, was einen Bogen hin zu seiner zweiten Platte schlägt: „MTV Greatest Hits“, mit musikalischen Beiträgen von Queen, den Pet Shop Boys, Crowded House und anderen. „Gott sei Dank war der harte Techno noch nicht erfunden“, seufzt Sieper. „Die CD habe ich im Zack Zack gekauft.“

Ein großer Konzertgänger war er nie

Er spricht voller Enthusiasmus über die damalige MTV-Moderatorin Kristiane Backer, die ihn sichtlich beeindruckt hat. „Die MTV-Musik traf mich in meiner Tanzschulzeit“, erinnert er sich. „Da war es mit 16 Jahren möglich, eine Disco zu besuchen.“ Ein selbst gebastelter Fisch bezeugt Siepers Tatkraft in der damaligen Zeit. „Wir hatten in der Tanzschule Wieber eine Beach-Party organisiert, und diese Fische waren im ganzen Saal verteilt.“

Aber sein Herz gehört einer ganz anderen Gruppe: Pink Floyd. Angefangen bei „The Wall“ über „Dark side oft he moon“ bis hin zu „Meddle“ besitzt Sieper jedes Pink-Floyd-Album. „Die alten Hits“, resümiert er, „würde ich mir heute nicht mehr anhören. Pink Floyd schon.“

Ein Konzertgänger ist Daniel Sieper nie gewesen. Er erinnert sich nicht an die wenigen Konzerte, die er besuchte. „Ich weiß gar nicht genau, warum das so ist“, sagt er, „aber ich habe Konzertbesuche auch noch nie vermisst. Aber mit meinem Sohn würde ich mal ein Konzert besuchen, hinten, in der letzten Reihe, wo man als peinlicher Vater nicht auffällt.“ Er lacht.

Er bekräftigt seine Abneigung gegenüber der Techno-Musik. „H.P. Baxxter und diese Leute“, schüttelt er den Kopf, „schlimm.“ Mit den Lebensjahren ist die Akzeptanz für die klassische Musik hinzugekommen. Auch Jazz kann er, vorzugsweise mit einem Glas Rotwein, mit Genuss hören. Und der Härtegrad der Musik endet dann für ihn bei Metallica. „Nach fünf Bier geht auch Schlager“, fügt er hinzu.

Angesichts seiner Vorliebe für Pink Floyd schüttelt Daniel Sieper über die aktuelle Popmusik den Kopf. „Das tut schon weh. Was schon genug sagt: An meine erste Platte erinnere ich mich noch gut. An meine letzte nicht.“

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