Mein erstes Auto

Sein erstes Auto fährt Doc Esser heute noch

Heinz-Wilhelm „Doc“ Esser dreht bis heute mit dem alten Opel Admiral seine Runden. Den Wagen, der 1966 erstmals zugelassen wurde, kaufte der Mediziner, als dieser bereits als Oldtimer galt. 

Dr. Heinz-Wilhelm Esser liebt alte Wagen. Sein verbeulter Opel Admiral, Jahrgang ‘66, gefällt ihm immer noch.

Von Sabine Naber

Heinz-Wilhelm Esser, auch als „Doc Esser“ bekannt, ist ein Fan von alten Autos. Deshalb fährt er heute noch sein erstes Auto, einen silberfarbenen Opel Admiral, Jahrgang 1966. Den hatte er sich gekauft, als er 32 Jahre alt war.

„Ich habe ihn in Essen einem Mann abgekauft, der meinte, er hätte zu viele Autos. 7000 Euro habe ich bezahlt. Und bin mit dem Wagen so oft liegengeblieben, wenn ich durch die Gegend gegondelt bin“, erzählt der Arzt, der seit vier Jahren im Remscheider Sana-Klinikum arbeitet.

„Seit ich im Bergischen Land bin, habe ich auch erstmals Winterreifen kaufen müssen“, sagt Esser, der immer guter Laune zu sein scheint. Auch, wenn sein Telefon während der kurzen Kaffeepause alle paar Minuten klingelt, jemand seinen Rat braucht, ein anderer wissen will, wohin der gerade eingeliefert Patient gebracht werden soll. Gleichbleibend freundlich erklärt er, was getan werden muss. Auch wenn er erzählt, dass der Admiral schon ordentlich „verdöscht“ ist und inzwischen mal ein neues „Kleid“ verdient hätte: „Ich frage mich allerdings auch immer wieder, ob das wirklich nötig ist. Man könnte es ja auch Patina nennen“, erklärt er. Und mit Blick auf den Spritverbrauch: „Der schluckt natürlich viel zu viel. Grünen-Vorsitzender kann ich mit diesem Auto nicht mehr werden.“

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Als er mit 19 Jahren aus seiner Heimatstadt Mönchengladbach zum Studium nach Köln kam, da habe er fast nie ein Auto gebraucht. Er sei mit dem Fahrrad unterwegs gewesen oder sei bei einem Freund mitgefahren. Auch heute hat die Familie, zu der neben Frau Esser noch drei Kinder gehören, Fahrräder in der Garage stehen. „Aber eins der Kinder hat dann doch keinen Bock, Fahrrad zu fahren. Dann cruisen wir – hinter dem Rücken der Mama – schon mal durch Köln.“ Seine Frau habe das Auto allerdings nur gerne gefahren, als sie schwanger war: „Da hatte sie ja genug Platz auf dem Fahrersitz.“

Musikkollegen und Instrumente passten in den Wagen

Früher sei er überall hingefahren mit dem Admiral, den er „Dayli-Car“ nennt. Auch in den Urlaub. Allerdings hatte das Auto die Angewohnheit, überraschend stehenzubleiben. „Ich glaube, der ADAC hat mich gehasst“, scherzt Doc Esser. Die Kurven müsse man mit diesem Auto sehr großzügig fahren, weil es ziemlich hin und her schwinge. „Ich glaube, der Bremsweg ist achtmal so lang wie bei modernen Autos.“

Der Oberarzt im Sana-Klinikum ist Lungenfacharzt und Kardiologe. Zunächst habe er nur Medizin studiert, um seine Eltern zu beruhigen. „Gleich nach dem Staatsexamen habe ich die Medizin an den Nagel gehängt, bin als Profi-Musiker zehn Jahre lang unterwegs gewesen. Unsere Band hat 1999 sogar einen Plattenvertrag gekriegt.“ Auch in diesen Jahren – Esser bezeichnet sie als wilde, schöne Zeit – hat der Admiral gute Dienste geleistet. Da hätten neben den Musikerkollegen auch alle Instrumente problemlos reingepasst. Esser spielte Akkordeon und Gitarre, gründete Punk-Bands und hat später noch in verschiedenen Combos Musik gemacht.

MEIN ERSTES AUTO

MITMACHEN In der Reihe „Mein erstes Auto“ stellen wir Remscheider vor, die ihre Geschichte zu ihrem ersten Fahrzeug erzählen möchten. Mitmachen kann, wer Erinnerungen teilen möchte – und idealerweise ein Foto von seinem ersten Auto hat.

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Erst 2003 sei er sesshaft geworden. „Ich wollte eigentlich nach Hamburg, aber meine Frau bestand auf Köln.“ In Köln hat er im „Klösterchen“, einem Krankenhaus in der Südstadt gearbeitet, bevor er nach Remscheid und zum WDR kam. Dort steht er im Gesundheitsmagazin vor der Kamera. Und er wird häufig eingeladen, sein medizinisches Wissen in Vorträge weiterzugeben. Und sportlich ist der Arzt schon unterwegs, bevor sein sicherlich Arbeitstag beginnt: „Frühmorgens gehe ich erstmal schwimmen“, sagt er gut gelaunt.

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