Meine erste Platte

Sein erster Plattenkauf beruhte auf einem Missverständnis

Eine seltene Doppel-12-Inch von Iron Maiden, 1990 als Limited Edition erschienen, war die erste Scheibe, die Guido Dasbach kaufte. Heute wird sie auf der Plattform Discogs für knapp 25 Euro gehandelt. Foto: Roland Keusch
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Eine seltene Doppel-12-Inch von Iron Maiden, 1990 als Limited Edition erschienen, war die erste Scheibe, die Guido Dasbach kaufte. Heute wird sie auf der Plattform Discogs für knapp 25 Euro gehandelt.
  • Andreas Weber
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Apotheker Guido Dasbach kaufte sich als kleiner Junge von seinem Taschengeld eine Doppel-12-Inch von Iron Maiden - Metal ist er bis heute treu geblieben.

Remscheid. Wenn Guido Dasbach heute gefragt wird, wen er zu seinen musikalischen Favoriten zählt, fällt direkt der Name Psychotic Waltz. „Into the everflow“, 1992 erschienen, ist sein Lieblingsalbum. Damals wurden die amerikanischen Progressive-Metaller von der Fachzeitschrift „Rock Hard“ als Scheibe des Jahres in den Himmel gelobt. Die ersten Plattenkäufe des 41-jährigen Apothekers fielen in die Zeit Anfang der 90er. Psychotic Waltz war damals jedoch noch weit weg. Als Jugendlicher entdeckte Guido aber schon den Metal, inspiriert durch Mitschüler am Gertrud-Bäumer-Gymnasium.

Sein erster Kauf, bei Montanus aktuell im Allee-Center, beruhte auf einem Missverständnis. Der 13-Jährige ging davon aus, dass er sich von seinem Taschengeld eine richtige LP leisten würde. Dasbach ließ sich von der Optik leiten. Es waren die bei Iron Maiden üblichen Horror-Fantasy-Cover, die den Gymnasiasten köderten. Beim Aufklappen der Vinylscheibe stellte sich jedoch heraus, dass es sich um eine eher seltene Doppel-12-Inch handelte mit nur fünf Stücken und den Maiden-Klassikern „Run to the hills“ und „The number of the beast“ drauf, veröffentlicht von der Plattenfirma EMI als Edition zum 10. Band-Geburtstag.

Guido Dasbach erinnert sich, wie er daheim in der Flurstraße im Südbezirk stundenlang vor dem ins Auge springenden Teufelsbildnis saß und dieses bewundernd anschaute. Die Scheibe hat er bis heute aufbewahrt. Sie ist Teil einer großen Plattensammlung, die einen solchen Umfang besitzt, dass Dasbach einen Teil in den Keller ausgelagert hat. Als Schüler blieb er in einer Zeit, in der die CDs ihren Siegeszug auf dem Tonträgermarkt antraten, weitestgehend dem Vinyl treu. „Die LPs waren günstiger, weil viele, als die CD aufkam, ihre Scheiben verkauften. Deshalb kam ich durchaus günstig an Second-Hand-Nachschub ran.“

Der rabiateren Gangart blieb er treu. Seine Eltern waren damals noch guter Dinge, dass sich die Vorlieben auswachsen. Doch Guido blieb auf Kurs. Seine ersten Konzerte erlebte er im Wermelskirchener Bahndamm mit Voleander, die sich zum Teil aus GBG-Schülern rekrutierten, und bei einem Auftritt im Solinger Getaway mit Waltari und Genesis PO. Der Bahndamm war für Guido Dasbach stets Anlaufstelle. Dessen Hausband Skin of Tears folgte er sogar bei seinem Pharmazie-Studium in Braunschweig. und besuchte ein Konzert der Skate-Punker in Peine. Denkwürdig deshalb, beschreibt Dasbach, weil sich spät abends keine Rückkehrmöglichkeit zu seinem Studienort fand und er sich für die 25 Kilometer ein teures Taxi leisten musste.

Guido Dasbach empfiehlt die Speed-Metaller Messerschmitt

Nach einer Anstellung in Berlin kehrte Dasbach zurück nach Remscheid, wählte die Selbstständigkeit. Am 1. April 2012 übernahm er die Vieringhauser Apotheke von seinem Vater Bernd und leitet heute ein Geschäft, das ein Dutzend Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit beschäftigt. Zum Plattenhören bleibt da nicht mehr so viel Zeit. Gerne aber dreht er abends im Südbezirk als Spaziergänger eine Runde mit Kopfhörer und seinen Favoriten im Ohr, wie zum Beispiel die von ihm sehr geschätzten Remscheider Speed-Metaller Messerschmitt. Seinen Ausgleich findet Guido Dasbach aber auch mit Schallplatten an anderer Stelle. Im Hinterhof der Hastener Straße 136 zählt er zu denjenigen, die das Lager des Lions-Clubs betreuen.

Unter dem Dach einer Industrieimmobilie sammelt der Service-Club Bücher, Schallplatten und CDs für den guten Zweck. Kartons über Kartons stapeln sich dort und wollen sortiert werden. Einmal jährlich werden die gebrauchten Sachen in der Vorweihnachtszeit bei einem Basar im Allee-Center angeboten. Dieses Jahr kamen bei dem dreitägigen Verkauf 7000 Euro zusammen. Weniger als sonst, weil die Verkaufsfläche diesmal kleiner war als gewohnt.

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