Eine Geistliche macht sich Gedanken

„Seid wachsam!“: Die Welt bewusster und engagierter gestalten

Was bedeutet Wachsamkeit?

Von Anita Königsmann, Gemeindereferentin an St. Suitbertus Remscheid

Remscheid. „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ ist eines der beliebtesten Lieder, die in der Adventszeit, die kommenden Sonntag beginnt, wieder in den Kirchen gesungen werden. Wachsamkeit ist ein Thema, das die Adventszeit durchzieht. Immer wieder wird in den biblischen Lesungen dieser Zeit aufgerufen: „Seid wachsam!“

Wachsam zu leben, heißt einerseits, aufmerksam für die eigene Lebenswirklichkeit zu sein. Es bedeutet, aufmerksam mit sich selbst und seinem Leben umzugehen. Wachsamkeit fordert unsere Sinne und unsere Präsenz. Es ist wichtig, wenn ich bewusst leben möchte, aufmerksam zu sein und innezuhalten. Der Alltag ist ja oft davon geprägt, dass wir funktionieren und unsere Aufgaben abarbeiten: in der Familie, im Beruf und auch in der Freizeit. Zum Innehalten bleibt oft keine Zeit. Wer nicht wachsam lebt, läuft Gefahr, irgendwo wachzuwerden, wo er mit seinem Leben nicht hinwollte. Deshalb ist es wichtig, sich von Zeit zu Zeit sich zu fragen, was mir wirklich wichtig ist in meinem Leben. Was bewegt und berührt mich? Woraus lebe ich? Wachsamkeit hilft mir, die Quellen, aus denen ich Kraft schöpfe, nicht aus dem Blick zu verlieren.

Andererseits ist Wachsamkeit gesellschaftlich eine notwendige Haltung, damit wir uns nicht in einer Gesellschaft wiederfinden, die wir so nicht wollen. Unsere Gesellschaft und unsere Demokratie brauchen Menschen, die wachsam und kritisch hinterfragen und sich zu Wort melden.

So kann man den Aufruf der Adventszeit zur Wachsamkeit auch als einen Ruf verstehen, diese Welt bewusst und engagiert zu gestalten. Wenn die Adventszeit in diesem Sinne für uns zu einer besinnlichen Zeit würde, könnten wir alle davon profitieren.

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