Alexander Schmidt war wieder in der Eifel

Sechs Gespanne voller Spenden aus Remscheid für Flutopfer

Die Menschen kamen mit Schubkarren zum Verteilpunkt in Schuld. Foto: Schmidt
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Die Menschen kamen mit Schubkarren zum Verteilpunkt in Schuld.

Für Alexander Schmidt (67) war bereits am 19. Dezember Heiligabend. Denn am vierten Advent konnte der Lenneper für Glückstränen bei den Menschen in Schuld sorgen.

Remscheid. Das Eifel-Städtchen sieht auch fünf Monate nach der Flutkatastrophe immer noch verheerend aus. Anstatt nur mit seinem Subaru plus Anhänger brachen der Remscheider, sein Freund Jürgen Schreiber aus Radevormwald und die weiteren ehrenamtlichen Helfer mit sechs Autos samt Anhängern Richtung Eifel auf. Die Resonanz auf den RGA-Aufruf war riesig. „Ich bin völlig überwältigt, wie viele Geld- und Sachspenden zusammengekommen sind. Vielen Dank an alle Spender“, sagt Alexander Schmidt, der bis zu seinem Ruhestand die gleichnamige Kfz-Werkstatt an der Ringstraße geführt hat. Heute ist er Lehrlingswart bei der Kreishandwerkerschaft.

Der Nachwuchs liegt ihm am Herzen. Daher verteilte er in Schuld auch speziell Schokolade an die Kinder. „Sie waren erst schüchtern, wollten nur ein Teil aus der Tüte nehmen. Aber als ich sagte, sie könnten gern mehr mitnehmen, nahmen die Kinder anderen Kindern etwas mit.“ Toilettenpapier, Deos, Duschgel, Werkzeuge, aber auch Umschläge mit Geld verteilten die Helfer an etwa 100 Flutopfer, die teils mit Schubkarren kamen und die Spenden unter den Nachbarn aufteilten. Die Gebäudereinigung Moritz spendete Wischmops, Reinigungsmaschinen und Putzmittel. „Die Heizöfen und Radiatoren wurden uns wieder aus den Händen gerissen.“ Senioren brachten sie die Spenden teilweise direkt nach Hause. „Es sind viele Tränen geflossen.“

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Es war das zwölfte Mal, dass Alexander Schmidt in Schuld war. Waren die Menschen anfangs noch zurückhaltend, seien mittlerweile Freundschaften entstanden. „In einem der kaputten Häuser haben die Menschen ein Büfett mit Würstchen und Kaffee für uns gemacht. Das war unglaublich.“ Anfang 2022 will der Lenneper wieder in die Eifel fahren. „Es darf nicht aufhören“, sagt er. -mw-

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