§218 Strafgesetzbuch

Schwangerschaftsabbruch: Pro familia kämpft für Frauen

Der § 218 sollte aus dem Strafgesetzbuch raus, so die Forderung – Beratungen wieder vor Ort und telefonisch

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Die Corona-Lockerungen bekommt nun auch die Beratungsstelle pro familia zu spüren: „Jetzt können die Menschen wieder raus – und teilen sich auch mehr mit“, erklärt Leiterin Carmen Manstein. „Wir merken: Paare kommen jetzt wieder mit dringenden Anliegen und möchten schnell beraten werden“, ergänzt Diplom-Psychologin Kerstin Hohs, die für die Paar- und Sexualberatung zuständig ist. Sie und ihre Kolleginnen beraten teilweise vor Ort in der Winkelstraße 2a und auch noch digital. „Gerade in der Konfliktberatung ist es wichtig, dass es in Notlagen Face-to-Face-Beratung gibt. Es hat einfach eine andere Qualität.“

2020 hat pro familia 1017 Beratungsfälle erfasst, 2019 waren es 956. Mehr als 600 Mal leistete das Team Hilfe per Telefon. Nun nehmen die Beratungen wieder Fahrt auf. Wir erklären, was pro familia aktuell umtreibt.

Kampagne: 1871, also vor 150 Jahren, wurde im Reichsstrafgesetzbuch der § 218 eingeführt. Pro familia nimmt dieses Datum zum Anlass, eine Debatte anzustoßen – wie auch die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt sowie Frauenbüros in ganz Deutschland. „150 Jahre Kriminalisierung sind genug! Schwangerschaftsabbruch – Recht statt Verurteilung“ fordern sie. Denn ein Abbruch ist per Gesetz auch im Jahr 2021 noch strafbar – und wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. „Wir wünschen uns eine konstruktive Auseinandersetzung in Gesellschaft und Politik über die Form einer Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs“, betont pro familia. Das Recht auf Selbstbestimmung stehe im Mittelpunkt. „Die Frau kann in der Schwangerschaftskonfliktberatung mit uns ihre Entscheidung selbst treffen. Wir sind nur die Zwischenstelle“, betont Kerstin Hohs. „Manchmal müssen wir aber Dinge gerade rücken. Frauen werden unter anderem durch Fake-Fotos im Internet völlig verunsichert.“ Sollte am Ende die Entscheidung für einen Abbruch stehen, darf pro familia an Ärzte verweisen.

Info-Abende für werdende Mütter: Diese starten wieder Anfang des Jahres 2022. Es gibt jedoch eine Telefonsprechstunde zu Elterngeld, Elternzeit & Co.: immer freitags von 10 bis 11.45 Uhr.

Termine: Sexualpädagogische Gruppenveranstaltungen können unter Berücksichtigung der aktuellen Corona- Verordnung wieder stattfinden. Bei Interesse bitte melden. Das monatliche Angebot der Fachanwältin für Familienrecht findet weiterhin jeden zweiten Mittwoch im Monat statt.

Kontakt: pro familia, Winkelstraße 2a, Tel. 97 33 03, E-Mail: remscheid@profamilia.de

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