Corona-Krise

Vor dem Schulstart bleiben Fragezeichen

Für 1013 Remscheider i-Dötzchen beginnen allmählich die Vorbereitungen auf den großen Tag. Schulrätin Brigitte Dörpinghaus wartet derweil auf Vorgaben der NRW-Landesregierung für den Schulstart. Archivfotos: Michael Sieber/Andreas Weber
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Für 1013 Remscheider i-Dötzchen beginnen allmählich die Vorbereitungen auf den großen Tag.

Für 1013 Remscheider i-Dötzchen beginnt ein neuer Lebensabschnitt.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. In knapp zwei Wochen beginnt für 1013 junge Remscheider ein neuer Lebensabschnitt. So viele i-Dötzchen gibt es 2020 in der Stadt. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen leichten Anstieg um 24 Kinder. Der Schulstart steht aufgrund der Corona-Pandemie unter besonderen Vorzeichen. „Man muss die neuen Erstklässler trotzdem gebührend empfangen“, betont Schulrätin Brigitte Dörpinghaus.

Die mehr als 1000 i-Dötzchen verteilen sich auf die 17 Remscheider Grundschulen und ihre 21 Standorte. „In den meisten Fällen hat die Anmeldung reibungslos funktioniert“, erklärt Dörpinghaus. Manche Eltern haben ihre Kinder jedoch für Schulen angemeldet, die sich nicht in der Nähe ihres Wohnorts befinden. Waren dort die Kapazitäten bereits ausgereizt, gab es Probleme. „Aber das sind Einzelfälle“, betont die Schulrätin.

Nun blicken Schüler wie Eltern gespannt auf den ersten Schultag. Der ist normalerweise ein Fest für die i-Dötzchen und ihre Familien. „In diesem Jahr wird vieles sicherlich eingeschränkter stattfinden, als wir das gewohnt sind“, sagt Brigitte Dörpinghaus. Empfang auf dem Schulhof? Eine Beschränkung der Begleiter pro Erstklässler? Das seien denkbare Optionen, um auf die Situation zu reagieren. Auf Regeln festlegen möchte sich die Schulrätin allerdings noch nicht. Signale aus Düsseldorf dazu stehen noch aus. „Sicherlich haben die Schulen schon Pläne in der Schublade. Sie warten aber noch auf die Vorgaben des Landes.“

„Man muss die Erstklässler gebührend empfangen.“
Brigitte Dörpinghaus, Schulrätin

Schulrätin Brigitte Dörpinghaus wartet derweil auf Vorgaben der NRW-Landesregierung für den Schulstart.

Gleiches gelte für die Frage, welche Regeln für den Schulbetrieb nach den Ferien überhaupt gelten. Zwar gebe es die deutliche Ansage, dass der Unterricht im üblichen Umfang starten soll. Definitive Vorgaben fehlen allerdings noch. „Wir hoffen darauf, dass sie uns bald vorliegen, um endgültig planen zu können.“

Bei der Organisation geht es auch um die Frage, wie viele Lehrkräfte vor Ort zur Verfügung stehen. Derzeit führt das Land dazu eine Abfrage durch. Dörpinghaus geht davon aus, dass einige Remscheider Pädagogen, die zur Risikogruppe gehören, weiter von zu Hause aus arbeiten. Allerdings habe das Land Mittel für Aushilfslehrer, die die Ausfälle in den Schulen kompensieren sollen, in Aussicht gestellt. Inwieweit Remscheid davon profitieren könnte, ist noch unklar.

Remscheid: Der Beginn der Schulzeit ist für Kinder ein bedeutender Schritt

Viele der offenen Fragen seien auch vom Infektionsgeschehen abhängig, sagt Dörpinghaus. Neben der Organisation des Präsenzunterrichts haben die Schulen zudem den Auftrag, Konzepte für das Lernen auf Distanz zu entwickeln. Die sollen im Bedarfsfall – etwa wenn eine Gruppe in häusliche Quarantäne muss – greifen.

Der Beginn der Schulzeit ist ein bedeutender Schritt für die Kinder. „Für die frisch gebackenen Erstklässler ist die Einschulung ein großer Tag“, bestätigt Dr. Andreas Schulz. Der Schulpsychologe ist stellvertretender Leiter der psychologischen Beratungsstelle der Stadt. Er rät Eltern mit Blick auf den ersten Schultag: „Unternehmen Sie nach Schulschluss etwas Schönes, um den neuen Lebensabschnitt entsprechend zu würdigen.“

Obwohl die Situation besonders ist, spricht sich der Experte dafür aus, den Fokus auf die Dinge zu legen, die ganz normal sind. Gleichzeitig wirbt er für Transparenz im Umgang mit dem Coronavirus: „Es hilft, offen zu erklären, warum man eine Maske tragen oder sich die Hände desinfizieren muss.“

Für die i-Dötzchen könnte es Schulz Einschätzung nach in den ersten Wochen im neuen Umfeld zu einer Herausforderung werden, dass ihre Kindergartenzeit holprig zu Ende gegangen ist. „Insbesondere im letzten Kindergartenjahr werden wichtige Fähigkeiten vermittelt“, erklärt er.

Nicht nur für die i-Dötzchen ist der Schulstart mit vielen Unbekannten verbunden. „Auch für ältere Schüler wird die Situation weiterhin anders sein, als sie gewohnt sind“, sagt Schulz. Welche Wirkung das langfristig auf die Kinder hat, vermag der Psychologe nicht zu sagen. „Es wird ihnen aber sicherlich lange im Gedächtnis bleiben“, betont er.

Im Februar, als Corona gefühlt noch ganz weit weg war, kamen viele Remscheider Erstklässler mit ihren Eltern zur Schulranzenparty. Dabei kam heraus, dass der Ergobag der beliebteste Schulranzen ist.

Anmeldungen

In der Januar-Sitzung des Schulausschusses berichtete die Verwaltung von 1010 Anmeldungen für die erste Klasse. Beispielsweise wegen Umzügen haben sich seitdem leichte Veränderungen ergeben. Einige Tendenzen sind jedoch klar: Die meisten Anmeldungen gab es für die beiden Standorte der KGS Menninghausen (98 Anmeldungen), die GGS Dörpfeld (89) sowie die KGS Franziskus (96). Bei den Grundschulen mit lediglich einem Standort hatte die GGS Reinshagen mit 75 Anmeldungen die Nase vorn. Es folgte die GGS Siepen (74).

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