Schulsozialarbeit unter neuen Vorzeichen

Schulsozialarbeit bleibt erhalten: Thomas Neuhaus. Foto: Roland Keusch
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Schulsozialarbeit bleibt erhalten: Thomas Neuhaus.

9,5 Stellen sind gesichert – Land NRW stärkt mit geänderten Richtlinien die Grundschulen

Von Andreas Weber

Die Schulsozialarbeit in Remscheid ist gesichert. 635 000 Euro werden 2022 zur Verfügung stehen. Im Jugendhilfeausschuss und Hauptausschuss wurden gestern die Weichen gestellt. Die 9,5 Stellen, die bislang finanziert wurden, bleiben erhalten. Das Land finanziert 380 000 Euro, die Stadt zahlt einen Eigenanteil von 95 000 Euro dazu, weitere 160 000 Euro fließen auf Antrag von SPD, Grüne und FDP für „mobile schulische Sozialarbeit“, um auch den besonderen Herausforderungen, die sich aus der Coronakrise für die Schüler ergeben, gerecht zu werden.

Unter dem Strich hat die Stadt 10 000 Euro mehr zur Verfügung als bislang. 625 000 Euro konnten 2021 in die Schulsozialarbeit BuT (Bildung & Teilhabe) investiert werden. Das Land NRW definiert aber seit diesem Jahr Schulsozialarbeit neu, ohne BuT als Schwerpunkt. Schuldezernent Thomas Neuhaus spricht nun von „klassischer Sozialarbeit“, die an den Schulen fest verankert sei und nicht außerhalb.

Die neuen Förderrichtlinien in Düsseldorf sehen eine Verschiebung der Arbeit vom Sekundar- in den Primarbereich vor. Erden Ankay-Nachtwein (SPD) fand die Stärkung der Grundschulen richtig, kritisierte jedoch, dass die Sek 1 vernachlässigt werde. Waltraud Bodenstedt (WiR) sprach gar von „Zerschlagung der sehr guten Arbeit in der Sek 1“.

Thomas Neuhaus bestritt dies vehement: „Zerschlagen wird nichts.“ Im Gegenteil: „Unser Fokus liegt darauf, jedes Kind in jeder Schule erreichen zu können.“ Positiv sei, dass bis auf vier Grundschulen und die vier Gymnasien – die alle einen niedrigen Schulsozialindex aufweisen – an den restlichen der 33 Schulen Sozialarbeit stattfände. Und dies zukünftig nicht mehr über die Bildungsberater BuT, wie sie offiziell heißen, sondern über Fachkräfte, die nicht nur Kinder aus einkommensschwachen Familien helfen, sondern nach den sozialen Anforderungen eines jeden Einzelnen. In den acht Schulen, die förderhin nicht dabei sind, wird die mobile Schulsozialarbeit anlassbezogen in Anspruch genommen werden können. Befristet sind die dafür zur Verfügung gestellten jährlichen 160 000 Euro auf zwei Jahre.

Bislang lief die Schulsozialarbeit über Die Verlässliche und die Kraftstation als Träger. Die werden sich im Rahmen einer erneuten Ausschreibung noch mal bewerben müssen. Die Stadt will damit am 24. Januar beginnen und hofft, die Zuschläge bis 31. März erteilt zu haben. Arbeitslos werden die Schulsozialarbeiter in der Übergangszeit nicht. Die insgesamt 55 000 Euro, die bei beiden Trägern monatlich anfallen, können über Leistungen im Sinne des Landesprogramms „Aufholen nach Corona“ reingeholt werden.

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