Größtes Bauprojekt der Stadt seit 25 Jahren

Schulgebäude soll im Juni 2022 fertig sein

Spatenstich für den Kolleg-Neubau: (v.l.) Kai Kaltwasser (Schulausschussvorsitzender), Burkhard Mast-Weisz (OB), Dirk Deutemann (Gebäudemanagement), Cornelia Berghaus-Biermann (Schulleiterin), Stefan Stolz (Industriebau Imetaal), Guido Handschmann (Planungsbüro SSP). Foto: Doro Siewert
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Spatenstich für den Kolleg-Neubau: (v.l.) Kai Kaltwasser (Schulausschussvorsitzender), Burkhard Mast-Weisz (OB), Dirk Deutemann (Gebäudemanagement), Cornelia Berghaus-Biermann (Schulleiterin), Stefan Stolz (Industriebau Imetaal), Guido Handschmann (Planungsbüro SSP).

Der erste Spatenstich für das Kolleg Wirtschaft und Verwaltung ist erfolgt.

Von Andreas Weber

Remscheid. Am Dienstagmittag erfolgte der Spatenstich für das teuerste Bauprojekt der Stadt Remscheid in den letzten 25 Jahren. Nach der Sophie-Scholl-Gesamtschule erhält das Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung für 30,3 Millionen Euro einen Neubau am Hauptbahnhof. Neben den Gleisen entsteht an der Schmalkalder Straße auf einer Grundstücksfläche von 10 681 Quadratmetern ein hochmoderner Schulbau. Vor den Sommerferien 2022 sollen die 1400 Schüler und das 66-köpfige Kollegium von der Stuttgarter Straße umziehen. Als Datum angepeilt ist der 24. Juni.

Das ambitionierte Bauvorhaben setzt die Industriebau Imetaal (Emmerich) schlüsselfertig um. Imetaal ist eine Tochter der Ten Brinke Group, die Remscheidern vom Umbau des Hertie-Kaufhauses in Lennep bekannt ist. Bevor er eine zu einer der vier Schippen für den symbolischen Startschuss im Baumatsch griff, erinnerte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz vor 30 geladenen Gästen kurz an die lange Standortdiskussion. Nachdem Neuenkamp und Alleestraße in einer vergleichenden Analyse ausgeschieden waren, fiel die Entscheidung für den schmalen Streifen unterhalb des Gewag-Hochhauses an der Freiheitstraße, dem Baufeld 6.

„Eine neue Schule mitzugestalten, erlebt man nur einmal im Leben.“
Cornelia Berghaus-Biermann

Der dreigeschossige Lernort liegt extrem zentral mit Sichtverbindung zum Hauptbahnhof. „Ich freue mich auf diese tolle Schule. Die Investition beweist, dass Politik und Verwaltung die Bildung als Schlüsselthema ansehen.“ Diese erfolgt in einer Zeit, in der sich die Stadt auch mit dem Schulentwicklungsplan beschäftigt und zum Beispiel darüber nachdenkt, wie der offene Ganztag in Grundschulen ausgebaut werden kann. „Für einen klugen Nachwuchs müssen wir die Voraussetzungen schaffen“, betonte Mast-Weisz bei trübem, regnerischen Wetter auf dem eingezäunten Areal.

Bauingenieur Stefan Stolz, Projektleiter bei Imetaal, lobte die Zusammenarbeit mit der Stadt, die zügig die Voraussetzungen für den Start geschaffen habe. Der Dank ging dabei auch ans Gebäudemanagement um Elke Ittig und Dirk Deutemann, die den Weg bereitet haben für das Gelände, auf dem seit Montag die Bagger rollen. 9500 Kubikmeter Erde werden vorab bewegt, der Boden wird gesiebt und aufbereitet. Abgetragen wurden zum Beispiel Asphalt und Kopfsteinpflaster.

Baureif soll das Grundstück im Februar/März kommenden Jahres sein. „Dann könnten die ersten Fundamente gelegt werden“, erklärt Stefan Stolz. Für Baustellenchef Pascal Kroisen (Imetaal) geht es damit richtig los. Das Kolleg, für dessen Architektur das Planungsbüro SSP AG (Bochum) verantwortlich zeichnet, setzt sich aus drei zueinander versetzten Baukörpern zusammen. Der überdachte Eingang mündet im Foyer, das durch großzügige Fensterflächen natürlich belichtet und inszeniert wird.

Angrenzend befinden sich Cafeteria mit einem barrierefreien Ausgang in den Schulhof. Prägend ist der langgezogene Riegel zwischen den Gleisen und der Wohnbebauung, der eine Trennung von den Stellflächen und dem teilweise für die Öffentlichkeit freigegebenen Schulhof ermöglicht. Auf Begrünung, Barrierefreiheit, Geothermie, Lärmschutz und Wohlfühlfaktor wurde bei der Planung viel Wert gelegt.

Beteiligt war auch das Berufskolleg. Erste Überlegungen zu einem Neubau kamen 2008 nach einer Qualitätsanalyse auf. Endgültig Aufbruchstimmung herrscht intern, seit das Baufeld 6 grünes Licht erhielt. Die Schule ist bei der Innengestaltung involviert. Leiterin Cornelia Berghaus-Biermann und Benjamin Thoss, Koordinator Schulentwicklung, sind sich einig: „Eine neue Schule mitgestalten zu können, erlebt man nur einmal im Leben. Es ist, als wenn man in sein eigenes Haus zieht.“ 

Hintergrund

Das neue Gebäude ersetzt den Altbau, der an der Stuttgarter Straße 13 im Jahr 1951 bezogen wurde und nicht mehr die räumlichen Bedingungen eines zeitgemäßen Unterrichts erfüllt. An manchen Stellen des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung scheint die Zeit seit den 60er Jahren stehengeblieben zu sein. Zwar steht das BWV aus gutem Grund nicht mehr im Maßnahmepaket für „Gute Schule 2020“, aber: „Die Stadt macht alles, was an Reparaturen notwendig ist“, lobt die Schulleitung.

Standpunkt: Es geht voran

Von Andreas Weber

Der äußere Rahmen war des Anlasses nicht würdig. An einem tristen Tag, bei dem die Gäste aus Politik, Verwaltung, von Baufirma und Planungsbüro auf der Baustelle in der Matsche wateten und zusahen, dass sie schnell ins warme Büro zurückkamen, durfte sich die Stadt über einen Startschuss freuen, der in Zeiten des Stillstandes für Aufbruch steht und Sonnenstrahlen verdient gehabt hätte.

andreas.weber@rga-online.de

Der Neubau des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung, bezeichnenderweise neben dem letzten größeren Neubau, dem Kino, beginnt. Quälend lange zog sich der Findungsprozess hin, nun soll es fix gehen. 19 Monate für ein Bauprojekt dieser Größenordnung ist sportlich, wird aber zu schaffen sein, wenn der folgende Winter nicht zu streng wird. 

Vom Dach des gegenüberliegenden P & R-Parkhauses am Hauptbahnhof wird das Kollegium des Kollegs ab sofort den Baufortschritt in Bildern dokumentieren. Der Countdown läuft. Das ist nicht nur für die Schullandschaft ein starkes Signal, eine Nachricht wie diese tut bei den ganzen Einschränkungen, zu denen Corona zwingt, einfach gut. Es geht nämlich voran. Wenn auch vorerst im Matsch. 

Die Entscheidung zum Standort des geplanten Corona-Impfzentrums wird noch einmal überprüft. Das bestätigte Thomas Neuhaus (Grüne), Leiter des städtischen Krisenstabs, auf RGA-Anfrage.

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