Die Woche von Axel Richter

An den Schulen geschah viel zu lange nichts

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axel.richter@rga-online.de

Lange hatten die Remscheider die 200er-Marke unterschritten.

Während Solingen und Wuppertal darüberlagen, ging die 7-Tage-Inzidenz vorübergehend sogar zurück. Das ist nun vorbei.

Mit den Ausbrüchen an drei Alten- und Pflegeheimen und einem zunehmenden Infektionsgeschehen an den Schulen steigen die Werte – und das, obwohl das Gesundheitsamt ackert, Kontakte nachverfolgt, Menschen in Quarantäne schickt und versucht, die Infektionsketten zu durchbrechen. Remscheid ist wieder Hotspot.

Gestern zog die Landesregierung für Hotspots die Reißleine und hob die Präsenzpflicht für die Schulen auf. Damit überraschte das Schulministerium Lehrer, Eltern und Schüler gleichermaßen. Wie schon so oft in der Pandemie. In zahlreichen Telefonaten mit verwirrten Eltern versuchten die Schulleiter gestern Ordnung ins sich anbahnende Schulchaos zu bringen.

Warum die unmittelbar Betroffenen über die geplanten Eingriffe in den Schulbetrieb regelmäßig kurz vor knapp informiert werden, dürfte ein Geheimnis der Ministerialbürokratie bleiben. Die Entscheidung selbst ist dagegen nachvollziehbar und mit einiger Wahrscheinlichkeit längst überfällig. Schule gilt nicht als Treiber der Infektion, hatte es lange geheißen. Dass das Gesundheitsamt allein gestern mehr als 80 Kinder in Quarantäne schickte, stützt diese These nicht. Außerdem: Irgendwo müssen die Infektionsherde glimmen, während das sonstige öffentliche Leben im Lockdown Light weitgehend heruntergefahren wurde.

Hätten die Entscheider in Düsseldorf also früher reagieren müssen oder gar dem Solinger Wechselmodell folgen sollen? Mit der innovativen Idee hatten die Nachbarn vor Wochen bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Bis Düsseldorf sie ihnen verboten hat. Dabei warben die Wissenschaftler, vom Robert-Koch-Institut bis zur Leopoldina, schon damals für eindämmende Maßnahmen.

Stattdessen geschah an den Schulen lange nichts, wenn man von der Einführung von Schnelltests absieht. In Remscheid wartet man noch darauf, während anderswo die eigenhändige Durchführung bei der Lehrerschaft für Fragezeichen sorgt.

Dabei ist die Identifizierung der Infektionsherde längst überlebenswichtig. Inzwischen reden wir nämlich nicht mehr „nur“ über mehr Infizierte, die sich oft symptomlos über ihr positives Testergebnis wundern. Sondern über den absehbaren Kollaps auf den Intensivstationen.

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