Klimaschutz

„Fridays for future“: 350 Schüler kommen zu Demo

Am Freitag appellierten schätzungsweise 350 Schüler an Verwaltung und Politik, bewusster mit der Umwelt umzugehen. Fotos: Doro Siewert
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Am Freitag appellierten schätzungsweise 350 Schüler an Verwaltung und Politik, bewusster mit der Umwelt umzugehen.

Teilnehmer stellen Forderungen an die Politik und wollen schnelle Beschlüsse sehen. Rat vertagt Entscheidung zum Klimanotstand.

Von Deniz Soyak und Leon Hohmann

Zwölf Punkte zum Klimaschutz stehen auf einem Forderungskatalog, den die Remscheider Schüler an die Lokalpolitik richten. Diesen stellten sie am Freitag bei einer „Fridays-for-future“-Demonstration vor dem Rathaus vor, an der schätzungsweise 350 Jugendliche teilnahmen. Sie übergaben das Papier an Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD).

Den Schülern ist die Zukunft der Erde wichtig. Mit ihrer Teilnahme wollen sie zeigen, dass jeder etwas an seinem Lebensstil ändern muss.

Es ist nach einer Versammlung im März mit gut 600 Teilnehmern die zweite Demo, die die Bewegung in der Stadt ausgerichtet hat. In der Zwischenzeit haben sich mehrere Schülersprecher an einen Tisch gesetzt und die Forderungen ausgearbeitet. Im Kern geht es ihnen dabei um einen klimaneutraleren Schulalltag.

Die Schülersprecher von GBG, EMA und Rögy übergaben einen Forderungskatalog mit zwölf Punkten an Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (r.).

Mit an diesem runden Tisch saß Daniel Pilz, Schülersprecher am Röntgen-Gymnasium, und erklärte: „Endlich ist das Thema auch in unserem Rat angekommen. In der Stadt wird darüber gesprochen.“ So könnten die Forderungen der „Fridays for future“-Bewegung erreicht werden. Dennoch sehen sie bisher nicht einen Durchbruch. Die Politiker sollten schneller Beschlüsse treffen, „statt sie immer wieder auf die nächste Tagesordnung zu verschieben“, ergänzte Seyda Sahan vom Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium (EMA). So hatte der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag die Entscheidung vertagt, ob er den Klimanotstand in Remscheid ausrufen soll. Dies rief bei David Schichel (Grüne) Empörung hervor.

Oberbürgermeister unterstützt die jungen Demonstranten

Bei ihrer Demo sprachen die Schüler auch Themen an, die die gesamte Republik betreffen. Seydan Sahan rief zu den Teilnehmern von Rögy, EMA, Albert-Einstein-Schule (AES), Gertrud-Bäumer-Gymnasium (GBG) und Sophie-Scholl-Gesamtschule: „Wer nicht hüpft, der ist für Kohle“ – und die Jugendlichen machten mit.

DIE FORDERUNGEN DER REMSCHEIDER SCHÜLER

RATSSITZUNG Jährlich eine Sitzung zum Klimaschutz, Teilnehmer dürfen nicht mit dem Auto anreisen.

WASSERSPENDER In allen Schulen werden Wasserspender zur Befüllung von Trinkflaschen installiert.

TRINKFLASCHE Jeder Schüler erhält zu Beginn der Schulzeit eine Mehrweg-Trinkflasche geschenkt.

ÖKOSTROM In allen kommunalen Gebäuden wird Ökostrom eingesetzt.

SCHULHÖFE Schulhöfe sollen mehr Aufenthaltsqualität durch mehr „Grün“ erhalten.

MÜLLTRENNUNG In allen städtischen Gebäuden wird der Müll konsequent getrennt.

SCHULESSEN Wöchentlicher „Veggie-Day“. Regionale und saisonale Lebensmittel werden verarbeitet.

MEHRWEG Bei allen städtischen Veranstaltungen wird nur noch Mehrweggeschirr eingesetzt.

PAPIER Überzählig kopiertes Papier soll gesammelt und als Notizzettel verwendet werden.

PLASTIKTÜTEN Die Stadt soll an den Einzelhandel appellieren, auf Plastiktüten zu verzichten.

UMWELTBILDUNG Schulen verstärken die Teilnahme an Programmen des Fachdienstes Umwelt.

ELTERNTAXIS Selbstverpflichtung der Schüler: Sie lassen sich nicht mit dem Auto zur Schule bringen.

Francesco Lo Pinto vom Jugendrat freute sich über die hohe Beteiligung. „Es zeigt, dass wir Verantwortung übernehmen wollen.“ Zudem appellierte er: „Lasst uns gemeinsam etwas verändern.“ Dieser Meinung ist auch der OB, der den Forderungskatalog von den Schülersprechern erhielt. „Was wir heute nicht tun, bekommen wir nie wieder eingeholt“, sagte er. „Macht bitte weiter!“ Teilnehmer Nils vom GBG sagte: „Die Zukunft der Erde ist mir sehr wichtig. Ich will verhindern, dass die Politiker das Thema aus den Augen verlieren.“ Luisa, Achtklässlerin an der AES, ergänzte: „Ich will zeigen, dass wir selbst etwas ändern können.“ Zudem möchte sie mit ihrer Teilnahme bezwecken, dass sich Schüler auch in anderen Städten für den Klimaschutz einsetzen.

„Fridays for future“: 350 Schüler demonstrieren

 © Doro Siewert
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